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Der leuchtende Schlüssel von Wallace, Edgar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.01.2016
  • Verlag: Nexx
eBook (ePUB)
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Der leuchtende Schlüssel

Der Ganove Horace Tom Tickler wird mitten in London erschossen in einem fremden Auto gefunden. Auf einer kleinen Karte, die beim Toten gefunden wird und die an Chefinspektor Smith adressiert ist, steht: 'Wenn Sie wissen wollen, wer den armen Mr. Tickler ermordet hat, erkundigen Sie sich am besten bei Mr. L. Moran.' ...

Richard Horatio Edgar Wallace (1875-1932) war ein englischer Schriftsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Journalist und Dramatiker. Er gehört heute noch zu den erfolgreichsten englischsprachigen Kriminalschriftstellern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 11.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958704404
    Verlag: Nexx
    Größe: 358kBytes
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Der leuchtende Schlüssel

1

Mr. Washington Wirth wählte zu seinen exklusiven Gesellschaften die Gäste sorgfältig aus. Trotzdem hatte Mary Lane die Einladung nur angenommen, weil Mike Hennessey sie darum gebeten hatte. Sie mochte diesen etwas untersetzten, melancholischen Mann gern. Die Leute nannten ihn immer nur den "armen, alten Mike", weil er schon öfter Bankrott gemacht hatte. Im Augenblick brauchte man jedoch kein Mitleid mit ihm zu haben, denn er war mit Mr. Washington Wirth befreundet, der sich allen Theaterleuten gegenüber sehr freigebig und hilfsbereit zeigte. Mr. Washington Wirth war ein reicher, etwas geheimnisvoller Mann. Man nahm an, dass er in Mittelengland wohnte und aus der Industrie stammte. Seine Londoner Gesellschaften gab er im Kellner-Hotel, wo alle Leute den etwas korpulenten Herrn mit den hellblonden Haaren und der Hornbrille gut kannten.

Er trug stets tadellose, elegante Anzüge und weiße Wildlederhandschuhe. Seine Stimme war merkwürdig hoch; er sprach im Falsett. Außerdem hatte er die Angewohnheit, die Hacken zusammenzuschlagen und den Damen, die er einlud, die Hand zu küssen, wie es auf dem Festland Sitte ist.

Er oder vielmehr Mike luden öfters weniger bekannte Schauspieler und Schauspielerinnen, hübsche Statistinnen und Sängerinnen, die am Anfang ihrer Laufbahn standen, zu kleinen Festen ein. Mike hatte früher einmal vorgeschlagen, bekanntere Schauspieler einzuladen, aber Mr. Wirth war ganz empört darüber gewesen.

"Solche Leute kann ich nicht brauchen", hatte er geantwortet. Denn er liebte es, wenn die Menschen ihm Angenehmes sagten und ihm schmeichelten. Dafür zeigte er sich erkenntlich und machte großzügige und freigebige Geschenke.

Es war unmöglich, sich ungebeten zu einem solchen Essen einzuschleichen. Den Einladungen waren nämlich Erkennungszeichen beigefügt, die die Gäste am Abend tragen mussten, wenn sie das Hotel betraten.

"Ich nehme an, dass mich unser Mäzen nicht eingeladen hätte, wenn ich wirklich eine bedeutende Rolle spielte", sagte Mary Lane zu Mike.

Er lächelte gutmütig. "Ärgern Sie sich nicht darüber. Sie sind eine gute Schauspielerin und heute Abend die wichtigste Persönlichkeit in diesem Kreis. Der alte Knabe wollte Sie unter allen Umständen kennenlernen."

"Wer ist denn eigentlich dieser Mr. Wirth?"

Mike schüttelte den Kopf.

"Er hat so viel Geld, wie er braucht", erwiderte er diplomatisch.

Lachend schaute sie ihn an, und Mary Lane sah sehr gut aus, wenn sie lachte. Sie wusste, dass Washington Wirth sie von der Seite beobachtete, obwohl er im Augenblick von zwei hübschen Blondinen festgehalten wurde, die ihm eine Menge Schmeicheleien sagten.

"Er gibt sehr viele Gesellschaften", meinte sie. "Mr. Allenby sagte mir, dass er monatlich mindestens zweimal Gäste empfängt. Wirth muss wirklich sehr reich sein, sonst könnte er nicht unser Theater unterstützen, so dass wir das gegenwärtige Stück weiterspielen können. Unter uns, Mike, wir müssen ein ganzes Vermögen bei dieser Aufführung zusetzen."

Er nahm die Zigarre aus dem Mund und betrachtete nachdenklich die Asche.

"Ich verliere jedenfalls mein Geld nicht." Plötzlich wandte er sich mit einer unerwarteten Frage an sie. "Ist der alte Hervey Lyne nicht ein Freund von Ihnen?"

"Nein", entgegnete sie heftig. "Er ist mein Vormund. Warum fragen Sie danach?"

Mike rauchte ruhig weiter.

"Ich dachte nur, Sie würden ihn vielleicht genauer kennen. War er nicht früher Bankier oder Geldverleiher? Auf die Art hat er doch sein großes Vermögen zusammengekratzt. Ist Mr. Allenby mit ihm verwandt?"

Mary errötete leicht.

"Er ist sein Neffe, aber warum wollen Sie das alles wissen?"

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