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Der Mann der Sherlock Holmes war Ein Kronen-Krimi von Stemmle, R. A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.04.2014
  • Verlag: Eulenspiegel Verlag
eBook (ePUB)
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Der Mann der Sherlock Holmes war

1910. Die Brüsseler Weltausstellung ist das Ereignis des Jahres. Täglich treffen neue Gäste in der Hauptstadt ein. Im Palace Hotel sind soeben zwei Herren abgestiegen: der eine in einem karierten Mantel, einer Reisemütze und einer Shagpfeife; der andere in einem schwarzen Havelock und mit einem Geigenkasten unter dem Arm. Unschwer "erkennen" alle an diesen Kennzeichen den größten Detektiv aller Zeiten, Sherlock Holmes, und seinen Assistenten Dr. Watson. Gerade zur rechten Zeit sind sie in Brüssel angekommen, um den rätselhaften Diebstahl der vier wertvollen Mauritiusmarken aufzuklären. In kurzer Zeit lösen sie diese Aufgabe. Doch damit nicht genug, bringen sie eine ganze internationale Fälscherbande zur Strecke, wobei sie selbst hart am Tode vorbeigehen. Als schönster Lohn für ihre Arbeit winken ihnen die Herzen zweier Millionen-Erbinnen. Doch bevor sie sich ihnen ganz widmen können, stehen sie erst einmal vor den Schranken des Gerichts, und es kommt zu einem Prozeß der tollsten Überraschungen.

R. A. Stemmle, geboren 1903 in Magdeburg, Regisseur, Filmautor, Herausgeber, dem die Filmgeschichte unsterbliche Streifen wie "Der Raub der Sabinerinnen" oder "Die Affäre Blum" verdankt, war auch ein begnadeter Erzähler. Stemmle starb 1974 in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 350
    Erscheinungsdatum: 02.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783359500308
    Verlag: Eulenspiegel Verlag
    Größe: 3803 kBytes
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Der Mann der Sherlock Holmes war

I

Es regnete nicht, es goß. Kaum sichtbar, eine einsame Spur, zog sich der Schienenstrang durch die von Regenschleiern verhängte Nacht. Die Luft troff von Feuchtigkeit, die, zu dichten Nebelschwaden geballt dampfend vom Boden wieder aufstieg. In der Stille, in der nur das monotone Rieseln des niedergehenden Regens hörbar war, begleitet vom leisen Summen der Telegrafendrähte, wirkte diese Stockfinsternis unheimlich und von unbestimmten Drohungen erfüllt.

"Wann kommt der Brüsseler Nachtexpreß?" fragte plötzlich eine Stimme.

Die Worte, die irgendwo aus der Dunkelheit herkamen, fielen, so schien es, ins Leere und wurden von der Nacht verschluckt.

Es dauerte eine ganze Weile, bis eine andere Stimme Antwort gab.

"Elf Uhr achtundvierzig. In vier Minuten."

"Und du willst es wirklich tun?" fragte die erste Stimme wieder.

Aber diesmal gab die andere Stimme keine Antwort.

Ein Streichholz flammte auf und beleuchtete zwei Männer, die auf dem Bahndamm hockten. Der eine von ihnen, der größere, trug einen karierten Mantel und .eine Reisemütze, beides vom Regen klitschnaß. Der andere neben ihm war viel kleiner. Er hatte einen runden Hut auf, trug einen schwarzen Havelock und saß auf einem schwarzen, länglich geformten Kasten, der im ersten Augenblick wie ein Kindersarg aussah.

Da verlosch das Streichholz.

"Verdammt! Bei diesem Regen kann das Zeug ja nicht brennen!" sagte der Mann mit der Reisemütze und warf das Streichholz ärgerlich fort. Die Flamme sorglich mit der Hand vor dem Windzug schützend, versuchte er es nochmals. Wieder vergeblich. Er nahm die Shagpfeife aus dem Mund und klopfte sie gegen die Schuhsohlen, um den durchweichten Tabak aus ihr herauszubekommen. Dann schob er sie wieder in den linken Mundwinkel zurück, zündete eine Laterne an und stand auf.

Auch sein Begleiter erhob sich. Er zitterte in seinem durchweichten Radmantel an allen Gliedern. Ob vor Kälte oder vor Angst, blieb ungewiß.

"Überleg dir's noch mal, Morris!" sagte er beschwörend.

"Vielleicht hast du es noch nicht genug überlegt." Aber der andere würdigte ihn keiner Antwort. Er schien sich alles genug überlegt zu haben. Er ging und blieb mitten zwischen den Schienen stehen.

Der kleine Mann mit dem runden Hut klemmte sich erschrocken den "Kindersarg", auf dem er gesessen hatte und der sich jetzt als Geigenkasten entpuppte, unter den Arm und folgte dem Mann mit der Reisemütze nach.

Der ließ sich auf beide Knie nieder, beugte sich zu einer der Schienen hinab und legte sein Ohr darauf. Der andere hielt den Atem an. Er wollte etwas sagen; aber an den beschwörenden, abwehrenden Handbewegungen, mit denen der andere ihn am Sprechen zu hindern suchte, erkannte er, daß der Lauschende den Expreßzug nahen hörte. Der große Mann mit der Reisemütze richtete sich wieder auf. An seiner Backe hatte er von der nassen Schiene einen Dreckstreifen. Der kleine Mann zog sein Taschentuch heraus und versuchte, ihm das Gesicht zu säubern. Dabei sagte er zaghaft: "Vielleicht ist es gar nicht die richtige Stelle dazu ... Vielleicht ist es gar nicht der richtige Zug ... Und wenn Polizei drin ist? Ich hätte bestimmt heute nacht geträumt, daß es schiefgeht, wenn du mich hättest schlafen lassen."

Ein Kopfschütteln war alles, was sein Kumpan für ihn übrig hatte. Mit schnellen Schritten ging er über die Schottersteine des Bahndammes. Der Kleine folgte ihm, stolperte über die Schwellen und drückte den Geigenkasten ängstlich ans Herz.

Der Brüsseler Nachtexpreß jagte heran. Die Regenböen drückten seine Ra

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