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Der Mann von Marokko von Wallace, Edgar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.01.2016
  • Verlag: Nexx
eBook (ePUB)
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Der Mann von Marokko

'Der Schwarze' treibt in London sein Unwesen, keine Bank ist vor ihm sicher. Gibt es wirklich eine Verbindung zu dem bekannten und reichen James Lexington Morlake, der eine luxuriöse Wohnung in der vornehmen Bond Street bewohnt?

Richard Horatio Edgar Wallace (1875-1932) war ein englischer Schriftsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Journalist und Dramatiker. Er gehört heute noch zu den erfolgreichsten englischsprachigen Kriminalschriftstellern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 22.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958704435
    Verlag: Nexx
    Größe: 387kBytes
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Der Mann von Marokko

2

Stephens, der Butler in Creith House, las in der Morgenzeitung, dass 'der Schwarze' wieder einen Einbruch verübt hatte. In raffinierter Weise war der Mann in die Burlington-Bank eingedrungen, hatte die Wachleute betäubt und die Alarmvorrichtungen unbrauchbar gemacht. Stephens war eine mitteilsame Natur und erzählte die Neuigkeit seinem Herrn, als er ihm den Morgenkaffee servierte. Hätte er dieselbe Geschichte dem Gast berichtet, der sich gerade im Haus aufhielt, so würde er eine größere Sensation hervorgerufen haben. Aber aus vielen Gründen konnte er Mr. Ralph Hamon nicht leiden. Bei seinen ersten Besuchen war dieser Herr dem Lord gegenüber sehr höflich gewesen, hatte sich in Gegenwart der jungen Lady bescheiden benommen und sich die größte Mühe gegeben, ihr zu gefallen. Aber mit der Zeit hatte sich das Verhalten des Finanzmannes gegenüber der Familie des Lords bedeutend geändert, und Stephens war aufgebracht und böse darüber.

Er stand am großen Fenster des getäfelten Bankettsaals und starrte über die breite grüne Rasenfläche zu dem Fluss hinüber, der im Norden die Grenze des Landsitzes bildete. Es war ein herrlicher Frühherbstmorgen, und die Bäume glänzten noch in grünem Laub. Nur hier und dort färbten sich schon einige Blätter gelb und rot. Besonders schön leuchteten die Baumgruppen auf No Man's Hill.

"Guten Morgen, Stephens!"

Der Butler drehte sich schuldbewusst um, als er die Stimme des Mannes hörte, an den er eben gedacht hatte.

Ralph Hamon war geräuschlos eingetreten. Er war von mittlerer Größe, hatte eine gedrungene Gestalt und neigte etwas zur Korpulenz. Stephens schätzte ihn auf fünfundvierzig. Hamons großes Gesicht war bleich und im Allgemeinen ausdruckslos. Die hohe, kahle Stirn, die dunklen, tiefliegenden Augen und die harten Linien seines wenig schönen Mundes deuteten auf Klugheit und Geschicklichkeit. Die Kahlheit des Kopfes war noch deutlicher zu sehen, als er sich bückte, um eine Stecknadel vom Parkett aufzuheben.

"Das nennt man Glück", sagte er und steckte sie unter die Klappe seines eleganten Anzugs. "Besser kann man den Tag gar nicht anfangen, als dass man etwas findet, was man gebrauchen kann."

Stephens hatte auf der Zunge, dass die Stecknadel schon jemand gehörte, aber er beherrschte sich.

"Der Schwarze war wieder an der Arbeit", erwiderte er nur.

Hamon runzelte die Stirn und nahm ihm hastig die Zeitung aus der Hand.

"Der Schwarze - wo denn?"

Während er den Artikel las, verdüsterten sich seine Züge noch mehr.

"Diesmal hat er die Burlington-Bank erwischt", sagte er zu sich selbst. "Ich möchte nur wissen...?" Er warf Stephens einen Blick zu. "Sonderbar. Ist Lord Creith schon heruntergekommen?"

"Nein."

"Und Lady Joan?"

"Die Lady ist vor einer Stunde ausgeritten."

"Hm."

Mr. Hamon sah missmutig drein, als er die Zeitung weglegte. Gestern Abend hatte er Joan Carston gebeten, mit ihm auszureiten, aber sie hatte sich damit entschuldigt, dass sich ihr Lieblingspferd verletzt habe. Stephens war kein Gedankenleser, aber er erinnerte sich plötzlich an gewisse Instruktionen.

"Lady Joan dachte eigentlich nicht, dass es möglich sei, aber ihr Pferd hatte sich heute Morgen wieder soweit erholt."

"Hm", wiederholte Mr. Hamon. "Sie erzählte mir, dass sie jemandem eines der kleinen Häuser als Wohnung angewiesen habe - vielmehr ich hörte nur, wie sie es Lord Creith gegenüber erwähnte. Können Sie mir sagen, um wen es sich handelt?"

"Ich weiß leider nichts Genaues. Soviel ich gehört habe, ist es eine Dame mit ihrer Tochter... Lady Joan hat sie in London kennengelernt und ihr das kleine Haus als Erholu

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