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Der Marschenmörder Historischer Schleswig-Holstein-Krimi von Brorsen, Werner (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2014
  • Verlag: Boyens Buchverlag
eBook (ePUB)
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Der Marschenmörder

Dieser spannende, auf Tatsachen beruhende historische Kriminalroman schildert ein Aufsehen erregendes Jahrhundert-Verbrechen in der Wilstermarsch. Gedemütigt von den groben Brüdern, geblendet von der Aussicht auf Reichtum und Unabhängigkeit, ermordet der Bauernsohn Timm Thode im Jahre 1866 seine Eltern, Geschwister und das Dienstmädchen vorsätzlich, hinterhältig und gefühlskalt. Um die Spuren zu verwischen, steckt er den elterlichen Hof in Beidenfleth/Steinburg in Brand. Den Ermittlern gegenüber versucht er zunächst erfolgreich, die Tat einer Räuberbande anzulasten. Nach etlichen Verhören zieht sich die Schlinge um ihn jedoch immer weiter zu. Dieser Krimi um eine grausame Familientragödie entstand nach umfangreichen Quellen- und Aktenstudien. Werner Brorsen, geboren 1933 in Kronsmoor (Kreis Steinburg), erlernte den Beruf des Schriftsetzers, wurde später Journalist und in den 1970er Jahren Redakteur der 'Elmshorner Nachrichten', für die er seit seinem Eintritt in den Ruhestand als freier Mitarbeiter tätig ist. Neben seiner redaktionellen Tätigkeit verfasste er fünf plattdeutsche Theaterstücke, drei Kindermärchen sowie über 100 Kurzgeschichten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 204
    Erscheinungsdatum: 01.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783804230408
    Verlag: Boyens Buchverlag
    Größe: 2004 kBytes
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Der Marschenmörder

21
10. Mai 1867. Unruhig sitzt Timm auf dem Besucherstuhl, die Hände verkrampft zwischen die Knie verklemmt. Hochmütig und arrogant wollte er den Herren Oberräten aus Glückstadt gegenübertreten und stur seine früheren Aussagen wiederholen. Immer wieder hat er sich auf dem halbstündigen Weg vom Jens-Hof in Sude zum Justizamt in Itzehoe die Angaben, die Dr. Rötger ihm vor gut acht Monaten entlockte, durch den Kopf gehen lassen. Und sich vorgenommen, dem nichts hinzuzufügen.
"Was wollen Sie von mir? Ich hab den Herren Räten Rötger und Jacobsen doch alles erzählt, was ich gehört und geseh'n hab." Aufgebracht versucht Timm den aus seiner Ruhe gerissenen Bürger zu markieren. Doch schnell muss er feststellen, dass er damit die Herren Oberräte nicht beeindruckt.
"Sie haben eben nicht alles erzählt. Und was Sie in gerademal zwei Vernehmungen ausgesagt haben, ist nicht unbedingt stimmig." Dr. Mohrdieck, der glattrasierte Asket, weist auf die Akten: "Es haben sich verschiedene Unklarheiten ergeben. Und deshalb müssen Sie uns alles noch einmal erzählen. Wahrheitsgemäß!"
Hilfesuchend blickt Timm zum zweiten Ermittler hinüber, dem älteren Herrn, der ihn an den sanftmütigen Dr. Jacobsen erinnert.
Schütt begegnet seinem Blick. "Ich höre, Sie haben den Hof verkauft?"
Erleichtert über die harmlose Frage, nickt Timm lebhaft: "Hans Christian Brandt aus Sankt Margarethen hat ihn erworben. Für 57 200 Taler."
Mohrdieck erkennt den Schachzug des Kollegen und hakt nach: "Ihr Gesamtvermögen?"
"Das beläuft sich auf gut 120 000 Taler. Wenn ich den Schmuck und das Tafelsilber hinzuzähle. Und die Versicherung."
Auf seine Weise setzt Mohrdieck die Erörterung über Timms finanzielle Lage fort: "Da ist Ihnen also durch ein Verbrechen ein stattliches Vermögen zugefallen."
"Naja. Ich bin der Einzige, der übriggeblieben ist. Aber gern würd' ich auf alles verzichten, wenn nur ..."
Unerbittlich stellt Mohrdieck fest: "Sie sind der Nutznießer einer unvorstellbaren Mordgeschichte. Da werden Sie einsehen, dass wir Ihr Verhalten zur Tatzeit genauestens überprüfen müssen."
Er blättert in den Akten. "Kommen wir zur Sache. Sie haben, nachdem Sie durch den Feuerschein erwacht sind, die Kassette gegriffen, die Ihr Vater Ihnen angeblich einige Tage zuvor anvertraut hatte. Haben sie aus dem Fenster geworfen und sind hinterhergesprungen."
Timm gerät ins Schwitzen. "Nein. Zwischendurch hab ich mich angezogen."
"Soso. Zwischendurch. Sehr sorgfältig, wie später bei Schwarzkopf festgestellt wurde. Und Sie haben nicht ein einziges Mal nach Ihren Eltern und Geschwistern geschaut oder gerufen?"
"Das hab ich doch alles dem Herrn Doktor Rötger ..."
Unwirsch unterbricht Mohrdieck Timms Hinweis. "Sie springen also aus dem Fenster und bemerken vor der brennenden Scheune fünf oder sechs Männer. Greifen die Kassette und flüchten. Kaum zwanzig Meter an den Unbekannten vorbei. Aber die verfolgen Sie nicht, sondern lassen Sie mit der einzig nennenswerten Beute davonkommen?"
"Ich war in Panik. Hatte fürchterliche Angst." Timm atmet heftig, legt die geballten Fäuste auf den Tisch.
"Soso. In Panik." Mohrdiecks Augen blitzen. "Wenn Sie panische Angst gehabt hätten, wären Sie ins unversehrte Haus zurückgerannt, wo nach Ihrem damaligen Wissensstand Ihre

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