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Der Maulwurf Thriller von Wattenwyl, Dani von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.10.2014
  • Verlag: Friedrich Reinhardt Verlag
eBook (ePUB)
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Der Maulwurf

Denis Benz ist ein junger, mässig erfolgreicher Schauspieler von 30 Jahren. Der Umstand, dass er aus einer gutbetuchten Berner Familie stammt, lässt ihn grosszügig über seine berufliche Mittelmässigkeit hinwegsehen. Eines Morgens erhält er einen Telefonanruf, der sein Leben komplett verändern wird: Der Schweizer Geheimdienst meldet sich bei ihm. Denis Benz soll auf einer Kreuzfahrt Informationen über Ramon Vasquez einholen. Der Argentinier wird verdächtigt, in grossen Mengen Kokain zu schmuggeln. Auch ein Schweizer soll in seinem kriminellen Kartell auf oberster Ebene kräftig mitmischen. Das Pikante daran: Der Verdächtige ist ausgerechnet der Sohn eines Bundesrates. Denis Benz nimmt den Auftrag an. Doch schon bald entpuppt sich die harmlose Kreuzfahrt als sein persönlicher Albtraum: Juan Fuentes, ein Profikiller und Vasquez' rechte Hand, lässt keine Gelegenheit ungenutzt, Denis unerbittlich zu jagen. Dani von Wattenwyl lebt und arbeitet als TV-Journalist, Schauspieler und Autor in Basel. Nach einigen Theaterstücken gab er mit 'Der Maulwurf' sein Debüt als Thrillerautor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 440
    Erscheinungsdatum: 22.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783724520337
    Verlag: Friedrich Reinhardt Verlag
    Größe: 1640 kBytes
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Der Maulwurf

Kapitel 2

Juan nippte gelangweilt an seinem Drink. Die Eiswürfel in seinem Whisky klimperten bei jedem Schluck. Er sass nur mit Boxershorts bekleidet auf dem kleinen Balkon seiner spärlich eingerichteten Zweizimmerwohnung hoch über den Dächern von Buenos Aires, rauchte genüsslich eine Zigarette und verfolgte von oben den hektischen Alltag der Grossstadt. Er wohnte in einem heruntergekommenen, ungepflegten Hochhaus in Retiro, einem Gebiet im Süden von Buenos Aires, das vor allem wegen der Hafennähe und einem riesigen Güterbahnhof als Handelszentrum bekannt war. Es war halb elf am Morgen und die Sonne brannte bereits heiss vom Himmel. Hupende Autos, Taxis, die jede kleine Lücke nutzten, um dem Verkehrsstau zu entkommen und damit den Zorn der Autofahrer auf sich zogen, röhrende Busse mit kaputten Auspuffen und Tausende von Menschen, die sich auf den engen Gehwegen gegenseitig im Weg standen. Das Chaos rund um die Plaza San Martin nervte Juan. Er mochte es geordnet. Ich hätte die grösste Lust, mein Gewehr mit Zielfernrohr zu holen und jeden Autofahrer, der mich mit seinem Gehupe nervt, abzuknallen! Dieser Gedanke amüsierte Juan. Ihm gefiel das Gefühl, das er dabei empfand, über andere Menschen und deren Schicksal bestimmen zu können. Er lebte nach dem Machtprinzip. Wer Macht über andere Menschen besass, kontrollierte deren Leben. Eine Weisheit, die ihm sein Vater beigebracht hatte.

Juan war Mörder aus Überzeugung, kein kleiner Gelegenheitsmörder, der aus Verzweiflung oder Geldnot tötete. Das Töten war sein Beruf und seine Berufung. Er machte sich einen Spass daraus, seinen Opfern auch nach ihrem Tod noch die letzte Würde zu nehmen. Oft beliess er es nicht nur beim Töten, sondern inszenierte noch etwas mit Körperteilen der Leiche. Ganz am Anfang seiner zweifelhaften Karriere schnitt er einem Opfer beide Ohren ab und nagelte sie an die Wand neben der Leiche. Mit einem Stift schrieb er darüber: "Wer nicht hören will, muss fühlen!" Dieser Mord brachte ihm damals den Übernamen "La Mano de Van Gogh" ein - die Hand Van Goghs. Ihm gefiel das. Übernamen waren für ihn immer eine Respektsbezeugung. Um seinem Ruf gerecht zu werden, schnitt er fortan seinen Opfern immer mindestens ein Körperteil ab und verband es mit einem Spruch. Mit den Jahren verkürzte sich sein Übername auf "La Mano" - die Hand.

"Warst du zufrieden mit mir?"

Juan drückte seine Zigarette auf dem Balkongeländer aus. Isabella, eine Edelhure mit langen braunen Haaren und Modelfigur, stand in aufreizenden Strapsen hinter ihm und massierte ihm kräftig den Nacken. Forsch wischte Juan ihre Hände von seinen Schultern. "War ganz okay. Dein Geld liegt auf dem Esstisch. Bis bald." Juan nahm einen grossen Schluck Whisky.

"Soll ich es dir nochmals besorgen?"

"Nein", antwortete Juan gelangweilt. Starr blickte er auf das Verkehrschaos unter ihm.

"Rufst du mich wieder an, Süsser?"

"Jaja!" Sie fing an, Juan zu nerven. Er drehte sich zu ihr um und schaute ihr bedrohlich in die Augen.

"Hör zu, Mädchen, ich habe dich nicht dafür bezahlt, um mit mir zu quatschen. Ich hatte meinen Spass und du hast dein Geld, also sind wir beide glücklich. Jetzt nimm es und verpiss dich!"

"Ist ja gut, ich wollte nur freundlich sein!"

Beleidigt schlüpfte die Hure in ihr knappes Kleid, stieg in ihre hohen Schuhe, nahm die dreihundert US-Dollar vom Tisch und verliess leise fluchend das kleine Apartment.

Undankbares Miststück! Wahrscheinlich hat sie gedacht, sie könne noch mit mir frühstücken! Juan leerte sein Whiskyglas in einem Zug und stand auf. Der Alkohol machte sich bereits in seinen Beinen bemerkbar. Etwas benommen ging er in sein Schlafzimmer und zog sich an. Er entschied sich für eine leichte, beige Stoffhose und ein weisses Seidenhe

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