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Der Nebelmann von Carrisi, Donato (eBook)

  • Verlag: Atrium Verlag AG Zürich
eBook (ePUB)
8,99 €
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Der Nebelmann

Ein abgelegenes Dorf. Sieben verschwundene Kinder. Und ein Ermittler, dem nicht zu trauen ist: Dieser Thriller hat allein in Italien mehr als hunderttausend Leserinnen und Lesern den Atem geraubt.

In einer eisigen Winternacht irrt der römische Sonderermittler Vogel mit blutbesudeltem Hemd durch die nebelverhangenen Wälder am Rand eines Dorfes. Vogel war vor einigen Wochen von Rom in die italienischen Alpen gereist, um den Verbleib eines vermissten Mädchens zu klären. Dreißig Jahre zuvor waren mehrere Kinder in den umliegenden Wäldern verschwunden, und es besteht der dringende Verdacht, dass der Mörder von damals - der im Dorf nur 'Der Nebelmann' genannt wird - wieder aktiv geworden ist.
Als Vogel aufgegriffen wird, gibt er an, einen Unfall gehabt zu haben, doch das Blut an seinem Hemd stammt nicht von ihm. Ein Psychiater wird gerufen, um ihn zu befragen. Vogel beginnt zu erzählen - und sein Bericht ist ungeheuerlich.

Donato Carrisi, geboren 1973 in einem Dorf in Apulien, lebt in Rom. Er studierte Jura und spezialisierte sich auf Kriminologie und Verhaltensforschung. Nach einer kurzen Tätigkeit als Anwalt arbeitet er heute als Drehbuchautor für Kino und Fernsehen. Sein Thriller ?Der Todesflüsterer? erschien in 24 Ländern und war auch in Deutschland ein Bestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783037920954
    Verlag: Atrium Verlag AG Zürich
    Größe: 1308 kBytes
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Der Nebelmann

23. Februar. Zweiundsechzig Tage nach dem Verschwinden.

Die Nacht, die alles für immer veränderte, begann mit dem Klingeln eines Telefons.

Der Anruf kam um null Uhr zwanzig. Es war ein Montagabend, draußen herrschten acht Grad minus und ein Eisnebel, der alles verschluckte. Flores lag im mollig warmen Bett neben seiner Frau und sah sich genüsslich einen alten Gangsterfilm im Fernsehen an. Sophia schlief schon seit einer Weile und ließ sich von dem Klingeln nicht stören. Sie bekam nicht einmal mit, dass ihr Mann aufstand und sich anzog.

Flores schlüpfte in eine wattierte Hose, einen Rollkragenpullover und eine dicke Winterjacke. Dann beeilte er sich, zu dem kleinen Krankenhaus von Avechot zu kommen, in dem er seit gut dreißig seiner zweiundsechzig Lebensjahre als Psychiater tätig war. In all der Zeit war er kaum je wegen eines Notfalls aus dem Bett geholt worden, schon gar nicht von der Polizei. Hier in dem kleinen Alpenort, in dem er geboren worden war und die meiste Zeit gelebt hatte, passierte nach Sonnenuntergang so gut wie nichts - als würden in diesen Breitengraden selbst die Kriminellen eine maßvolle Lebensweise bevorzugen und ebenso zeitig schlafen gehen wie alle anderen.

Folglich rätselte Flores, was seine Anwesenheit im Krankenhaus zu dieser ungewöhnlichen Stunde erforderlich machen konnte. Die Polizei hatte ihn am Telefon lediglich über die Festnahme eines Mannes infolge eines Verkehrsunfalls informiert. Weiter nichts.

Am Nachmittag hatte es aufgehört zu schneien, doch die Kälte hatte gegen Abend noch zugenommen. Als Flores das Haus verließ, wurde er von einer übernatürlichen Stille empfangen. Alles war starr, regungslos. Sogar die Zeit schien stehen geblieben zu sein. Den Psychiater überlief ein Schauder, der nichts mit der Außentemperatur zu tun hatte. Er ließ seinen alten Citroën an und wartete ein paar Sekunden, ehe er losfuhr, damit der Dieselmotor sich warm laufen konnte. Zudem brauchte er das Geräusch, um der Eintönigkeit dieses unheimlichen Friedens etwas entgegenzusetzen. Der Nebel war so dicht, dass er die gesamte Schöpfung ausgelöscht zu haben schien.

Die Straße war vereist, aber es war vor allem der Dunst, der ihn zwang, mit weniger als zwanzig Stundenkilometern zu fahren, beide Hände fest ums Lenkrad gelegt, das Gesicht dicht an der Windschutzscheibe, um die Straßenränder besser erkennen zu können. Zum Glück kannte er die Strecke in- und auswendig.

An einer Abzweigung nahm er die Straße Richtung Ortsmitte, und kurz darauf erspähte er etwas in der Milchsuppe. Vorsichtig fuhr er weiter und hatte dabei das Gefühl, dass alles stark verlangsamt war, wie in einem Traum. Aus der Tiefe des Weiß blinkte ihm etwas entgegen. Es schien auf ihn zuzukommen, doch in Wahrheit war er es, der darauf zufuhr. Im Nebel tauchte eine menschliche Gestalt auf. Sie machte merkwürdige, ausladende Armbewegungen. Beim Näherkommen sah Flores, dass es sich um einen Polizisten handelte, der dort stand, um vorbeifahrende Fahrzeuge zu warnen. Als er ihn passierte, grüßten sie sich flüchtig. Hinter dem Beamten stellte sich das Blinken als das Blaulicht eines Streifenwagens und die Warnblinkanlage einer dunklen Limousine heraus, die von der Straße abgekommen und im Graben gelandet war.

Kurz darauf erreichte Flores das Ortszentrum. Es war vollkommen verlassen. Die gelblichen Straßenlampen schimmerten wie Erscheinungen im Nebel. Er durchquerte die gesamte Ortschaft, dann war er am Ziel.

Im Krankenhaus herrschte ungewöhnliche Betriebsamkeit. Kaum war Flores zur Tür herein, kam ihm auch schon Rebecca Mayer entgegen, eine junge Staatsanwältin, die sich in letzter Zeit einen Namen gemacht hatte. Sie wirkte besorgt. Während der Psychiater seinen Parka ablegte, unterrichtete sie ihn über die Identität des neu eingetroffenen Patienten.

"Vogel", sagte sie nur.

Als er den Namen hörte, verstand Flores d

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