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Der Novembermörder Roman von Tursten, Helene (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.08.2011
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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Der Novembermörder

An einem regnerischen Novembertag stürzt Richard von Knecht, der reichste Mann Göteborgs, von seinem Balkon in den Tod. Selbstmord oder Mord? Als drei Tage später auch noch sein Büro in die Luft fliegt und am Hinterkopf des Toten eine Schlagwunde entdeckt wird, ist klar: Es geht um Mord. Damit ist Inspektorin Irene Huss gefordert. Die Mittvierzigerin, Trägerin des schwarzen Jiu-Jitsu-Gürtels und Mutter zweier halbwüchsiger Töchter sieht sich zunächst vor einer Mauer des Schweigens. Sylvia, die Frau des Opfers, weint ihrem Mann kaum eine Träne nach. Ebenso der Sohn Henrik und seine schöne Frau Charlotte. Familie und Freunde, alle aus den besten Kreisen, verbitten sich die kritischen Blicke der Polizei in ihre wohlgeordnete Welt. Aber ein zweiter Mord stellt alles auf den Kopf, und endlich hat Irene Huss eine heiße Spur... Helene Tursten, geboren 1954 in Göteborg, arbeitet als Zahnärztin, ehe sie sich ganz auf das Schreiben von Kriminalromanen konzentrierte. Ihre Serie um die Göteborger Kriminalinspektorin Irene Huss hat nicht nur viele Fans, sondern wurde auch erfolgreich verfilmt. 'Schneenacht' ist der dritte Fall für die junge Polizistin Embla Nyström. Helene Tursten lebt in Sunne/Värmland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 08.08.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641066529
    Verlag: btb
    Serie: Irene Huss 1
    Originaltitel: Den krossade Tanghästen
    Größe: 821 kBytes
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Der Novembermörder

KAPITEL 1

D er Streifenwagen war als Erster zur Stelle. Der Unfallwagen kam nur fünf Minuten später. Die Sanitäter konnten nur noch feststellen, dass nicht mehr viel zu tun war. Die beiden Polizisten versuchten die sensationslüsternen Zuschauer zurückzudrängen, die plötzlich klaglos Wind und Regen trotzten. Einer der Polizisten setzte sich in den Wagen und forderte Verstärkung an. "Schickt das Einsatzkommando zur Ecke Aschebergsgatan-Molinsgatan. Ein Mann ist aus dem fünften Stock gesprungen. Scheint dieser berühmte Typ zu sein. Knäck- irgendwas. Seine Frau und sein Sohn befinden sich hier, sie stehen unter Schock. Wir brauchen für beide einen Krankenwagen. Ja, genau... von Knecht."

Kriminalkommissar Sven Andersson war auf dem Weg zu seinem alten Volvo 240 und wollte gerade den Schlüssel ins Schloss stecken, als er eine nur allzu vertraute Frauenstimme rufen hörte:

"Sven warte! Es gibt Arbeit!"

Verärgert drehte er sich um und seufzte:

"Was ist denn nun wieder los?"

Die Stimme der Inspektorin klang ein wenig sensationsheischend, als sie sagte:

"Richard von Knecht ist vom Balkon gesprungen!"

"Richard von Knecht! Der Richard von Knecht...?"

"Ja. Klingt unglaublich, nicht? Vielleicht gab's ja gerade irgendwo einen Börsencrash?"

"Steig ein. Hast du die Adresse?"

Es goss in Strömen, und der Kommissar musste die Scheibenwischer auf Höchstgeschwindigkeit stellen, um überhaupt etwas erkennen zu können. Göteborg machte seinem Spitznamen "Blöteborg" = Nassburg alle Ehre. Erst eine Woche zuvor hatte hier das nackte Chaos geherrscht, nachdem ein halber Meter Schnee gefallen war, was die ganze Stadt für mehrere Tage lahm gelegt hatte. Die Folgen davon würden sich sicher Anfang August des nächsten Jahres in hohen Geburtenraten zeigen. Jetzt herrschten erneut einige Plusgrade, und es war keine einzige Schneeflocke weit und breit mehr zu finden.

Inspektorin Irene Huss rief zu Hause bei ihren Teenagertöchtern an und teilte ihnen mit, dass es später werden würde. Das waren sie gewohnt, da ihre Mutter seit vielen Jahren bei der Kriminalpolizei arbeitete. Sie versprachen, mit dem Hund rauszugehen, ihm zu fressen zu geben und es Krister zu sagen. Er war es natürlich auch gewohnt. Wie üblich würde er seinen Töchtern etwas Leckeres kochen. Alles funktionierte reibungslos, auch ohne ihr Dazutun.

Sie musste laut geseufzt haben, denn Kommissar Sven Andersson warf ihr einen schnellen Blick zu und fragte:

"Hast du Sorgen?"

"Nein, nichts. Es ist nur dieses trübe Wetter. Und dann noch ein Selbstmord. Alles ist so grau. Grau, grau, grau!"

Der Kommissar nickte zustimmend und starrte mit finsterer Miene in den schwarzen Regen hinaus, der von den Sturmböen gegen die Windschutzscheibe geworfen wurde. Schließlich fragte er:

"Woher weiß die Einsatzzentrale, dass es wirklich Richard von Knecht ist, der da gesprungen ist?"

"Dem Wachhabenden zufolge befanden sich seine Frau und sein Sohn unten auf der Straße. Offenbar hat der Sohn die Polizei gerufen."

"Weißt du, aus welchem Stockwerk er gefallen ist?"

"Nein, aber anscheinend war es ziemlich hoch."

Ein paar Minuten herrschte Schweigen. Dann räusperte sich der Kommissar und fragte:

"Weißt du was über diesen Richard von Knecht?"

"Das, was die meisten wissen. Stammt aus adligem Haus und ist reich. Ein Geschäftsmann, wie er im Buche steht, mit allen Wassern gewaschen, Mitglied von Göteborgs High Society. Glaubt man dem Wirtschaftsmagazin, dann ist er ein Geschäftsgenie, aber laut meinem Mann hat er nur unglaubliches Schwein gehabt."

"Ist Krister jetzt auch noch unter die Wirtschafts- und Aktienexperten gegangen?"

"Nein, nein. Aber er hat vor ein paar Jahren durch die Umstrukturierung zwanzig Trygg-Hansa-Aktien bekommen. Trotzdem ist er immer noch bloß Küchenchef im Glady's Corner."

"Aber das ist doch ein

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