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Der ohne Sünde ist von Sala, Sharon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.07.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der ohne Sünde ist

Die Fernsehjournalistin January DeLena wittert eine spannende Story: Ein Straßenprediger zwischen religiösem Wahn und abgrundtiefer Grausamkeit versucht, die Menschen in Washington zu bekehren. Doch mitten in Januarys Recherchen geschehen plötzlich grauenvolle Morde und sie ist sich sicher - der 'Sünder' steckt dahinter. Detective Ben North versucht fieberhaft, die Morde aufzuklären, und setzt widerwillig seine Hoffnung in die Presse. Er und January kommen sich während der gemeinsamen Ermittlungen schnell näher. Der 'Sünder' jedoch kann immer wieder entkommen und auf einmal schwebt auch January in höchster Gefahr ... Dieser Roman ist in einer früheren Ausgabe unter dem Titel 'Der Jünger' erschienen. Weitere Romantic-Suspense-Romane von Sharon Sala bei beTHRILLED u.a.: 'Tief unter die Haut', 'Wie ein stummer Schrei' und 'Im Zeichen der roten Rose'. eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 429
    Erscheinungsdatum: 10.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732542277
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 2061 kBytes
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Der ohne Sünde ist

1. KAPITEL

Neun Monate später

January DeLena war eine der bekanntesten Journalistinnen in Washington, D.C. Am 11. September war sie vor Ort gewesen, und nur wenige Minuten, nachdem das Flugzeug ins Pentagon gestürzt war, sendete sie live. Dann hatte die halbe Welt mit angesehen, wie sie das Mikrofon weglegte und den Überlebenden half, die aus dem Gebäude flohen. Als sie sich wieder daran erinnerte, weshalb sie dort stand, war sie vollkommen mit Ruß und Blut beschmiert. Sie fluchte und weinte vor laufender Kamera. Normalerweise wäre sie deshalb gefeuert worden, doch an diesem 11. September war alles anders. An diesem Tag hatte sie lediglich das ausgesprochen, was die ganze Nation fühlte. Am Ende der Woche kannte jeder den Namen der attraktiven Fernsehreporterin, die Osama bin Laden mit Schimpfworten bedacht hatte.

Im Laufe der Zeit hatte sich gezeigt, dass January DeLena nicht nur ein hübsches Gesicht hatte. Wenn es darum ging, eine Story zu bekommen, blieb sie hartnäckig, weshalb sie sich auch in dieser Nacht um halb eins in den Straßen des Rotlichtviertels aufhielt und unter die Obdachlosen mischte, statt in ihrem Bett zu liegen und zu schlafen.

Seit Monaten hörte sie das Gerede über einen Mann, der sich selbst den Sünder nannte und behauptete, schon einmal gestorben zu sein. Nun hieß es, er treibe sich bei den Hausierern herum und predige seine Version der Ewigkeit. Eigentlich also nur eine von vielen Geschichten über einen religiösen Fanatiker. Doch in diesem Fall gab es eine außergewöhnliche Wendung, und außergewöhnliche Geschichten zogen January magisch an.

Über Todeserfahrungen zu sprechen, war schwer in Mode gekommen. Viele Autoren hatten über dieses Thema ganze Bücher geschrieben und behauptet, dass sie nicht hatten zurückkommen wollen, weil ein berauschendes Gefühl des Friedens sie übermannt hätte. Aber dieser Mann erzählte eine völlig andere Geschichte und schaffte es damit immerhin, Januarys Neugier anzustacheln. Den Gerüchten zufolge, die man sich auf der Straße erzählte, war er buchstäblich zur Hölle gefahren und verbrachte nun sein Leben damit, von diesem prägenden Erlebnis zu berichten.

January hatte unter der Markise eines Secondhandshops Schutz gesucht, doch selbst hier peitschte ihr der Wind noch den Regen gegen die Beine. Dass sie nass wurde, war dabei jedoch ihr geringstes Problem. Vielmehr raubte ihr der Geruch, der von der Frau ihr gegenüber ausging, schier den Atem. Sie stellte sich mit dem Rücken zum Wind und versuchte, nicht allzu tief einzuatmen, während sie mit ihr sprach.

"Also, Marjorie, Sie sagten, dass Sie den Sünder selbst gesehen hätten?"

Marjorie Culver umklammerte den Griff ihres Einkaufswagens noch fester. So lange hatte niemand von ihr Notiz genommen. Diese ungewohnte Aufmerksamkeit verunsicherte sie, und sie fühlte sich verletzlich. Trotzdem glaubte sie nicht, dass ihr von der Frau mit dem Mikrofon Gefahr drohte, und sie nickte schließlich.

"Ja ... Ich hab ihn vor zwei, drei Tagen gesehen. Er stand unter einer Überführung in der Nähe vom Potomac und hat Gutscheine für ein Fischsandwich von Captain Hook verteilt. Er hatte einen ganzen Korb voll davon. Einer meinte, das wären wahrscheinlich Fälschungen, aber ich habe mir trotzdem einen geholt, und als ich den beim Drive-in mit meiner Bestellung abgegeben habe, gab's keine Beschwerden."

Dann lachte sie, als wäre ihr gerade aufgegangen, wie komisch es war, zu Fuß in einem Drive-in zu erscheinen.

"Hat er da gepredigt?", fragte January.

Marjorie zuckte mit den Schultern. "Ich nehme mal an, so könnte man's nennen."

"Wie meinen Sie das?"

"Na ja, er hatte ne Bibel in der Hand und so was alles, aber was er gesagt hat, klang ziemlich verrückt. Ich glaube nicht, dass es irgendwas aus der Bibel war." Wieder zuckte sie mit den Schultern. "Es war auch egal. Kein Mensch hat ihm zugehört. Alle wollten nur den Gutschein."

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