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Der Rächer von Carson City Western von West, Thomas (eBook)

  • Verlag: BookRix
eBook (ePUB)
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Der Rächer von Carson City

Ein neuer Thomas West! Harte Männer und Frauen, die alle um Verstand und manche um ihr Leben bringen. Ein pralles Sittengemälde aus der Zeit des Wilden Westens - ein echter Thomas West. Hart, schonungslos und ohne Tabus. Für Sekunden sah Red Cloud keinen weißen Mann vor sich, sondern ein wildes Schwein. Ja - der blonde Mann mit dem grünen Seidenhemd, dem roten Halstuch und der braunen Weste erinnerte sie plötzlich an ein Wildschwein. Sein breiter Schädel, sein stumpfes Gesicht, seine klobige Nase, seine kleinen, gierigen Augen, sein borstenartiges Haar - sahen die wilden Eber nicht so aus, die einem oben am Lake Tahoe von einem Augenblick zum anderen die schönste Hirschjagd versauen konnten? Sie sahen so aus, wenn sie angriffen, ganz bestimmt. Vielleicht war es diese Fantasie, die Red Cloud aus ihrer Starre riss. Die einen Schacht durch ihre Panik trieb, hinab bis an die Stelle ihres Hirns, wo Wut brodelte und Ekel sich staute. Schlagartig beruhigte sich das Chaos unter ihrer Schädeldecke und und ihr Hirn wurde kühl. Er kam auf sie zu, dieser Weiße. Schritt für Schritt. Er grinste, er hob seine Arme - Red Cloud konnte die feuchten Flecken unter seinen Achseln sehen, sie roch seinen Whiskyatem. 'Zier dich nicht, Rothaut', sagte er und streckte die Hände nach ihr aus. Cover Steve Mayer

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 108
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783736848337
    Verlag: BookRix
    Größe: 606 kBytes
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Der Rächer von Carson City

Der Rächer von Carson City

Western von Thomas West

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author (T.West)

© 2012 der Digitalausgabe 2012 by AlfredBekker/CassiopeiaPress

www.AlfredBekker.de

Für Sekunden sah Red Cloud keinen weißen Mann vor sich, sondern ein wildes Schwein. Ja - der blonde Mann mit dem grünen Seidenhemd, dem roten Halstuch und der braunen Weste erinnerte sie plötzlich an ein Wildschwein.

Sein breiter Schädel, sein stumpfes Gesicht, seine klobige Nase, seine kleinen, gierigen Augen, sein borstenartiges Haar - sahen die wilden Eber nicht so aus, die einem oben am Lake Tahoe von einem Augenblick zum anderen die schönste Hirschjagd versauen konnten? Sie sahen so aus, wenn sie angriffen, ganz bestimmt.

Vielleicht war es diese Fantasie, die Red Cloud aus ihrer Starre riss. Die einen Schacht durch ihre Panik trieb, hinab bis an die Stelle ihres Hirns, wo Wut brodelte und Ekel sich staute. Schlagartig beruhigte sich das Chaos unter ihrer Schädeldecke und und ihr Hirn wurde kühl.

Er kam auf sie zu, dieser Weiße. Schritt für Schritt. Er grinste, er hob seine Arme - Red Cloud konnte die feuchten Flecken unter seinen Achseln sehen, sie roch seinen Whiskyatem. "Zier dich nicht, Rothaut", sagte er und streckte die Hände nach ihr aus.

Sie stand ganz still. Das Abendlicht sickerte spärlich durch die schmalen Fenster unter der Decke. Ein dämmriges Licht, und die Wände des Kellergewölbes wirkten in diesem Licht, wie die schroffen Wände einer Höhle. Es roch nach Moder und Mäusekot, und Red Cloud spürte die Wärme, die der Körper des Mannes ausstrahlte.

Irgendwo schrie Magpie Feather, die Tochter des Häuptlings. Red Cloud hörte es, wie man in schlimmen Träumen manchmal die Schleiereule schreien hört - aus unbestimmter Richtung und von weit entfernt.

Der weiße Mann, der sie in jenen Augenblicken an einen wilden Eber erinnerte, berührte jetzt ihr schwarzes Haar. Sein Lächeln wurde breiter, seine Augen noch schmaler und gieriger. Plötzlich packte er ihren Nacken und zog sie an sich.

Red Cloud fühlte nicht seine Lippen auf ihrem Mund. Sie fühlte nichts außer Ekel und diese ungeheure Wut. Sie riss das Knie hoch, hörte ihn schreien, sah ihn gebückt und verkrümmt zur Seite torkeln und griff ins Halbdunkel neben der Tür, wo sie einen Stapel Dachlatten mehr ahnte als sah. Eine bekam sie zu fassen. Mit aller Kraft schlug sie zu.

Traf sie seinen Rücken, traf sie seinen Nacken oder traf sie seinen Hinterkopf? Red Cloud konnte es hinterher nicht mehr genau sagen. Sie hörte nur den dumpfen Schlag, und das Geschrei des Mannes wurde von jämmerlichem Seufzen erstickt. Red Cloud sah, wie er vornüberkippte und auf dem feuchten Boden aufschlug.

Dann zur Tür, in den Gang hinaus und die schmale Treppe hinauf. Zweimal, dreimal glitt sie auf den ausgetretenen Stufen aus. Daran erinnerte sie sich später noch. Wie sie aus der alten Poststation heraus und auf den Rücken ihres Pferdes gelangte, das wusste sie nicht mehr.

Sie hieb dem scheckigen Appaloosa die Fersen in die Flanken und jagte aus dem Innenhof der alten Poststation am Ortsrand von Silver City. Im Süden die Dächer des kleinen Bergarbeiter-Nestes, von Norden her, auf dem Reitweg, näherten sich ein Ochsenkarren und einige Reiter. Aus den Augenwinkeln sah Red Cloud, wie die Männer die Zügel ihrer Pferde anzogen und stehen blieben. Weiße - neugierig spähten sie nach ihr.

Red Cloud klammerte sich in der Mähne des Ponies fest und beugte sich tief über den Hals des Tieres. Nur weg von den Weißen, nur weg von ihrer Siedlung! In gestrecktem Galopp jagte sie über den Reitweg, lenkte das Pferd die Böschung hinauf und preschte in den Wald hinein.

Im Schutz der Douglasien riss sie an den Zügeln. Das Pony schnaubte und stieg hoch. Red Cloud blickte zurück.

Zwei Pfeilsch

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