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Der rote Punkt Roman von Kastura, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.02.2016
  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)
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Der rote Punkt

Was im Schatten lauert: 'Der rote Punkt' von Thomas Kastura jetzt als eBook bei dotbooks. Eigentlich ist der Bildreporter Viktor in das Luxushotel an den Comer See gefahren, um zu vergessen. Vergessen, dass seine 17- jährige Tochter Phil in einen Mord verwickelt war - und was er tun musste, um sie zu beschützen. Doch die Schatten der Vergangenheit holen Viktor unerbittlich ein. Ein dummer Fehler lässt ihn ins Visier der deutschen Zielfahndung geraten und Viktor verstrickt sich tiefer und tiefer in ein Netz aus Lügen. Doch nicht nur um seinen Hals zieht sich die Schlinge zu - er hat auch seit Tagen kein Lebenszeichen mehr von Phil erhalten ... ''Kill Bill' aus Bamberg. Brillant erzählt, hervorragend angelegt und mit großartigen Charakteren - ein Krimi von internationaler Spitzenklasse. ' Kölner Stadtrevue Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Der rote Punkt' von Thomas Kastura. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Thomas Kastura, geboren 1966 in Bamberg, lebt ebendort mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern. Er studierte Germanistik und Geschichte und arbeitet seit 1996 als Autor für den Bayerischen Rundfunk. Zahlreiche Erzählungen, Jugendbücher und Kriminalromane, u. a. 'Der vierte Mörder' (2007 auf Platz 1 auf der KrimiWelt-Bestenliste). 'Die letzte Lüge' ist sein Debütroman, an den 2004 die Fortsetzung 'Der rote Punkt' anschloss.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 369
    Erscheinungsdatum: 02.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958244719
    Verlag: dotbooks
    Serie: Crime Time
    Originaltitel: Originalausgabe
    Größe: 422 kBytes
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Der rote Punkt

Kapitel 1

Piekst ja gar nicht.

Ich stecke die Nadel in meine Bauchdecke. Ja, genau, in die Bauchdecke und nicht in die Armbeuge oder den Oberschenkel wie früher. Die Spritze ist gegen Thrombose. Damit sich kein Blutpfropf in den Adern bildet und Lungenembolie oder irgendetwas anderes Tödliches auslöst. Schlecht, wenn etwas verpfropft. Also haue ich mir einen Schuss nach dem anderen rein, jeden Morgen kurz nach dem Aufstehen. Nicht gerade angenehm, aber was soll ich machen? Bin ja schon froh, dass ich wieder laufen kann.

Vor einer Woche haben sie mich aus der Klinik entlassen. Den Wellness-Bereich könne ich weiter nutzen, hieß es, auf eigene Kosten, versteht sich. Eines ist sicher am Corner See: Geschenkt kriegst du hier nichts. Will ich auch gar nicht.

Wenn schon Wellness, dann auch richtig, dachte ich mir, nicht in Gesellschaft der Dreivierteltoten, die in der Klinik zu Dutzenden herumtaperten. Diese Leute waren nichts für mich. Quatschten einem die Ohren voll mit ihren Fast-Geschichten: Fast wäre der Tumor zu groß geworden, um noch operabel zu sein. Fast hätte der Arzt den handtellergroßen Fleck auf der Lunge übersehen. Fast hätten ihre hinfälligen, im biologischen Off dahindümpelnden Körper die wichtigsten Funktionen eingestellt. Aber dann kam ihnen ein Bypass, eine Spendemiete oder eine künstliche Herzklappe dazwischen. Abgesehen davon, dass mich diese Frankenstein-Storys deprimierten, konnte ich mit meinem lumpigen Beinbruch sowieso nicht dagegen anstinken. Da ging ich lieber ins Delle Alpi, um mich im schönsten Hotel Italiens von vorne bis hinten verwöhnen zu lassen.

Das nötige Kleingeld dazu schwamm im Hafenbecken von Livorno herum. In einem Bodybag. Na ja, nicht direkt Geld, sondern Shit, den man erst zu Geld machen musste. Nachdem ich mich nach Turin abgesetzt hatte, war es überhaupt kein Problem, das Zeug zu verticken. Die Gören an der Po-Promenade rissen es mir regelrecht aus den Händen. Wahrscheinlich wussten sie gar nicht, dass sie da unversehens an Spitzenstoff geraten waren. Golden Pollum, so was haben die sich bestimmt noch nie reingezogen, nicht in dieser Qualität. Barmherzige Seele, die ich nun mal bin, verstehe ich das Ganze als meinen Beitrag zum Weltfrieden. Die Joints, die derzeit in Turin kursieren, sind wie Kerzen, die man in einer Kirche aufsteckt zum Gedenken an einen lieben Verwandten. Am Po-Ufer brennt eine Lichterkette nur für mich.

Ich schmeiße die Spritze, den Alkoholtupfer und die Verpackung in einen fernsehturmgroßen Aschenbecher. Dann drücke ich auf den Metallstift und lausche dem Klappern im Inneren des Hohlkörpers, während der Müll verschwindet. Reines vermischt sich mit Reinem, Asche mit dem Injektionsbesteckes stinkt entsetzlich.

Zeit für meine Anwendungen. Ich hole die CD aus dem Laptop. Zur Begleitung meiner morgendlichen Schüsse lasse ich Tosca laufen, nicht die Oper, sondern das Solo-Projekt von Richard Dorfmeister, das ich mir aus dem Netz gezogen habe. Mit Honey gleite ich in den Tag wie einer dieser über- bezahlten Verkaufsagenten, die schon unter der Dusche ganz, heiß darauf sind, irgendeinen Netzwerkdeal über neue Computer, Betriebssysteme und weiß der Teufel welche supereffizienten, mckinseygeprüften Projekte abzuschließen, um dabei eine fette Provision nach der anderen einzustreichen. 1 want my honey, I want my honey. Genau.

Musik hat immer einen Sinn. Hin und wieder sollte man ein paar Worte darüber verlieren und nicht so tun, als habe sie keinen Einfluss auf uns. Es rächt sich, solchen Dingen keine Beachtung zu schenken. Musik pflanzt mir Dinge in den Kopf, die an einem anderen Ort verkümmern würden.

Ich schalte das Gerät aus und lasse es zusammen mit dem Übertragungskabel in einer Schublade des Barock-Sekretärs verschwinden. Als ich aufstehe, versuche ich das linke Bein nicht zu stark zu belasten. Fünfzehn Kilo, sagte der Doktor, als hätte ich eine

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