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Der sanfte Hauch des Todes Ein Fall für Alexander Gerlach von Burger, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.10.2020
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Der sanfte Hauch des Todes

Alexander Gerlach - Ein Ermittler. 17 Fälle. Kein Ende in Sicht. Auf einer einsamen Lichtung wird die verstümmelte Leiche eines jungen Mannes gefunden. Die zwei Zeugen aus der Tatnacht sind verstört und wenig hilfreich. Ausgerechnet Kommissar Gerlachs Töchter erinnern sich an einen früheren Mitschüler und unterstützen ihren Vater bei Ermittlungen in der Gothic-Szene, in der die Zeugen unterwegs sind. Doch noch bevor neue Erkenntnisse gewonnen werden können, gibt es weitere Opfer. Gerlach steht vor einem Rätsel, denn zwischen den Toten besteht scheinbar keinerlei Verbindung. Nach welchem Schema hat der Täter sie ausgewählt, und warum? Die Situation spitzt sich dramatisch zu, als Gerlachs Tochter Sarah hinter seinem Rücken auf eigene Faust zu ermitteln beginnt und plötzlich nicht mehr nach Hause kommt ... Bestsellerautor Wolfgang Burger lässt Heidelbergs beliebtesten Kommissar wieder ermitteln, und dieses Mal bringt ein rätselhafter Mörder Gerlachs Familie in Gefahr!

Wolfgang Burger, geboren 1952 im Südschwarzwald, ist promovierter Ingenieur und hat viele Jahre in leitenden Positionen am Karlsruher Institut für Technologie KIT gearbeitet. Er hat drei erwachsene Töchter und lebt heute in Karlsruhe und Regensburg. Seit 1995 ist er schriftstellerisch tätig. Die Alexander-Gerlach-Romane waren bereits zweimal für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert und standen mehrfach auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 05.10.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492997096
    Verlag: Piper Verlag
    Größe: 5424 kBytes
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Der sanfte Hauch des Todes

1

»Wo?«, fragte ich ins Telefon, schon halb im Stehen. Der automatische Blick zur Uhr: zwei Minuten nach elf.

»Im Wald oberhalb von Rohrbach«, sagte Klara Vangelis in ihrer üblichen leicht unterkühlten Sachlichkeit. »Er liegt noch keine zwölf Stunden, meinen die Kollegen.«

»Woraus schließen sie das?«

»Der Regen. Die Leiche ist trocken, und in der vergangenen Nacht hat es zwischen zehn und zwölf geregnet.«

Das Opfer war ein junger Mann, erfuhr ich, als wir Minuten später in einem Dienstwagen mit Blaulicht auf dem Dach in den Heidelberger Süden rasten.

»Wer er ist, wissen wir noch nicht. Er hat nichts bei sich gehabt.« Meine Kollegin setzte zum Überholen an, scherte knapp vor dem Gegenverkehr wieder ein. Wie immer schlug mir ihre Fahrweise auf den Magen. »Der Täter hat ihm nur das gelassen, was er am Leib trug.«

»Er wird auch nicht wieder lebendig, wenn wir bei einem Autounfall ums Leben kommen«, brummte ich.

Vangelis lächelte siegessicher und war schon wieder auf der linken Spur. Manchmal kam mir der Verdacht, dass sie es genoss, mich leiden zu sehen. Vielleicht hatte sie die Enttäuschung immer noch nicht verwunden, dass ich ihr den Job des Kripochefs vor der Nase weggeschnappt hatte. Sie war die Tochter griechischer Eltern, jedoch in Deutschland zur Welt gekommen, und in manchen Dingen deutscher als jeder andere in der Heidelberger Polizeidirektion.

Im Rückspiegel sah ich weit hinter uns noch ein Blaulicht blitzen. Wahrscheinlich die Spurensicherung oder der Notarzt, den die beiden uniformierten Kollegen, die zurzeit den Tatort bewachten, ebenfalls alarmiert hatten.

»Wer hat ihn gefunden?«

»Ist noch nicht bekannt.« Vangelis spielte ständig mit der Lichthupe, um die Wirkung unseres Martinshorns und des blauen Gefunkels auf dem Dach noch zu verstärken. »Anonymer Anruf.«

Die meisten Fahrzeuge vor uns machten bereitwillig Platz. Einige wenige Fahrer beharrten stur auf ihrem vermeintlichen Recht auf was auch immer und wurden von meiner Fahrerin in oft waghalsigen Manövern überholt. Warum hatte ich sie bloß ans Steuer gelassen? Ich wusste doch, dass sie fuhr wie ein Gangster. Früher war sie hin und wieder sogar kleine Rallyes gefahren und hatte nicht selten gewonnen. Dieses Hobby hatte sie jedoch aufgegeben, als sie Mutter eines kleinen Sohnes wurde, der inzwischen wohl längst laufen und sprechen gelernt hatte. Meine Erste Kriminalhauptkommissarin sprach grundsätzlich nie über private Dinge mit mir. Über andere Kanäle hatte ich jedoch erfahren, dass sie vom Vater ihres Sohnes längst wieder getrennt lebte. Die Erziehung ihres Kindes überließ sie ihren Eltern, die in Schriesheim ein Restaurant betrieben.

»Das macht Ihnen Spaß, nicht wahr?« Instinktiv hielt ich mich am Griff über der Beifahrertür fest.

Anstelle einer Antwort lachte Vangelis nur.

Heute war Dienstag, der zweiundzwanzigste Oktober. Bis auf einige Regenschauer hatten wir in diesem Herbst bisher nur sonnige und für die Jahreszeit zu warme Tage erlebt.

 

Als wir den Tatort im Wald oberhalb von Rohrbach erreichten, war es Viertel vor zwölf. Der Platz hätte idyllischer nicht sein können. Eine kleine, verwunschene Lichtung, von hohen Laub- und Nadelbäumen und lichtem Gebüsch umgeben, vielleicht dreihundert Meter von einem kleinen Wanderparkplatz am Rand der Landstraße entfernt, von wo ein unbefestigter Fahrweg hierher führte. Vereinzelte Pfützen zeugten vom kurzen nächtlichen Regen. Die Schranke, die mir am Beginn des Wegs aufgefallen war, sah aus, als wäre sie schon sehr lange nicht mehr geschlossen worden.

Vögel zwitscherten fröhlich, aus dem Tal wehten Verkehrsgeräusche herauf. Ein schweres Motorrad blubberte, Lkws brummten, ein Pkw-Motor wurde von einem sportlichen Fahrer auf höchste Drehzahlen gejagt. Nie werde ich begreifen, wie man auf ein Pedal treten Sport nennen kann.

Das Gras auf der Lichtung wiegte sich im frischen

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