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Der Schatten des Todes Sidney Chambers ermittelt von Runcie, James (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.03.2016
  • Verlag: Atlantik Verlag
eBook (ePUB)
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Der Schatten des Todes

Auftakt der Krimireihe um Pfarrer Sidney Chambers England, 1953. Als Pfarrer des kleinen Städtchens Grantchester hat Sidney Chambers mit seinen Schäfchen alle Hände voll zu tun. Und als wäre das nicht genug, betätigt er sich noch als Privatdetektiv - widerwillig allerdings. Gemeinsam mit seinem Freund Inspector Keating stößt er auf eine Reihe mysteriöser Kriminalfälle: den vermeintlichen Selbstmord eines Anwalts, einen Juwelenraub und einen Kunstfälscherskandal, der Sidneys beste Freundin in Lebensgefahr bringt ... Sidney ermittelt notgedrungen: mit viel Einfühlungsvermögen, Charme und großem Verständnis für das Allzumenschliche. Dies ist Band 1 der Grantchester Mysteries mit Sidney Chambers. Weitere Bände der Reihe sind: Band 2 - Die Schrecken der Nacht Band 3 - Das Problem des Bösen Band 4 - Die Vergebung der Sünden James Runcie, geboren 1959, ist ein britischer Autor, Fernsehproduzent, Theaterregisseur, Dokumentarfilmmacher und seit 2009 Intendant des Bath Literature Festivals. Sein Vater war Erzbischof von Canterbury, aber nicht detektivisch tätig. Runcie lebt mit seiner Frau in Edinburgh. Einige der Geschichten um Sidney Chambers wurden für das britische Fernsehen verfilmt. Im Atlantik Verlag erschien zuletzt Die Vergebung der Sünden (2019).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 10.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455170917
    Verlag: Atlantik Verlag
    Größe: 1069 kBytes
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Der Schatten des Todes

Eine Frage des Vertrauens

Donnerstag, 31 . Dezember 1953 : Jahreswechsel. Die Städte und Felder von Hertfordshire waren von einer dünnen Schneeschicht bedeckt. Sidney, erschöpft, aber zufrieden nach den Anstrengungen der Weihnachtszeit, saß im Zug nach London. Er hatte die Feiertage mit einer wohlabgewogenen Mischung aus Geselligkeit und Theologie überstanden und freute sich auf ein paar freie Tage mit Familie und Freunden.

Während der Zug auf die Hauptstadt zurollte, zogen vor dem Fenster die Rückfronten kleiner Vorstadthäuser und neue Gartenvorstädte vorbei, eine Nachkriegslandschaft geprägt von Fleiß, Verheißung und Beton. Welten trennten sie von dem Ort, in dem Sidney lebte. Er war jetzt ein Provinzler und ein Fremder in der Stadt, in der er zur Welt gekommen war.

Er sann über die Frage von Zugehörigkeit und Identität nach: Wie weit wird ein Mensch durch die Geographie bestimmt und wie weit durch Erziehung, Bildung, Beruf, Glaube und sein soziales Umfeld?

Wie sehr kann ein Mensch sich in einem Leben ändern?, überlegte er.

Es war eine Frage, die den Kern des Christentums berührte, dennoch blieben viele Menschen im wesentlichen ihrer Natur treu. Im Verhalten der Freunde, die er abends treffen würde, erwartete er keine allzu großen Veränderungen.

Als der Zug in King's Cross einfuhr, beschloss Sidney, sich auch im kommenden Jahr seine Zuversicht zu bewahren. Für ihn bestand das Geheimnis des Glücks darin, es nicht bei sich selbst zu suchen. Selbstbespiegelung und Egozentrik waren die Feinde der Zufriedenheit, und wenn es ihm möglich wäre, mit voller Überzeugung, aber ohne jede Frömmlerei eine Predigt über die Vorteile der Selbstlosigkeit zu halten, würde er das schon am kommenden Sonntag tun.

Er setzte seinen Filzhut auf, nahm den dritten Regenschirm des Jahres in die Hand - die Vorgänger hatte er auf früheren Zugfahrten eingebüßt - und hielt Ausschau nach dem Bus, der ihn zur Party in St. John's Wood bringen würde.

Gastgeber des Silvesteressens war sein alter Freund Nigel Thompson, Eton-Schüler und Absolvent des Magdalene College, Cambridge, der schon während des Studiums als heißer Favorit für das Amt des Premierministers galt und gleich nach dem Krieg Vorsitzender der Young Conservatives geworden war. In der Unterhauswahl von 1951 war er als Abgeordneter für St. Marylebone ins Parlament eingezogen. Sein Aufstieg zur Macht hatte als persönlicher Referent von Sir Anthony Eden begonnen (den Sidneys Vater aus dem King's Rifle Corps kannte), inzwischen war er Staatssekretär im Auswärtigen Amt, und Sidney freute sich darauf, mit einem der vielversprechendsten Abgeordneten des Landes spannende Gespräche über Großbritanniens Rolle auf der internationalen Bühne zu führen. Nigels Frau Juliette ähnelte der Zuleika Dobson aus Max Beerbohms gleichnamigem Roman - mit porzellanzartem Teint, tizianrotem Haar und einer biegsamen Schönheit, die ihr verträumtes Wesen noch unterstrich. Auf der Hochzeit hatte Sidney sich besorgt gefragt, ob sie das für die Frau eines Abgeordneten erforderliche Stehvermögen besaß, hatte aber diesen sehr männlichen Gedanken als erstes Anzeichen von Eifersucht gleich wieder verworfen.

Die Thompsons bewohnten ein Stadthaus aus dem 19 . Jahrhundert nördlich vom Regent's Park. In solchen Etablissements hatten reiche Viktorianer früher ihre dekorativen Mätressen untergebracht. Durchaus angemessen, fand Sidney, denn Juliette Thompson erinnerte tatsächlich an eine präraffaelitische Gestalt. Ihre Schönheit hatte etwas Verlorenes, Unberührbares - was womöglich nur MP Nigel Thompson anders sah.

Der Bus hielt an Lord's Cricket Ground, Sidney stieg aus und ging Richtung Cavendish Avenue. Für den Londoner Winter mit seinen nassen Straßen und üblen Gerüchen hatte Sidney sich noch nie begeistern können, aber da seine Familie und se

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