text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Schlüssel zu Rebecca Thriller von Follett, Ken (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.07.2010
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Schlüssel zu Rebecca

Sommer 1942. Rommels Armee rückt auf Kairo vor. Die Strategie des Wüstenfuchses scheint unschlagbar. Seine Geheimwaffe: der Meisterspion Wolff in Kairo. Wolffs Auftrag: Die Pläne der Engländer auszukundschaften und sie Rommel verschlüsselt zu übermitteln. Als Schlüssel dient ihm Daphne du Mauriers weltberühmter Roman 'Rebecca'.

Doch die andere Seite ist nicht untätig. Während die deutschen Truppen unaufhaltsam vorstoßen, beginnt in den nächtlichen Straßen Kairos eine tödliche Verfolgungsjagd.

Erst in der gnadenlosen Glut der Sahara entscheiden sich das Schicksal der beiden Gegenspieler und Sieg und Untergang der Armeen, für die sie kämpfen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 415
    Erscheinungsdatum: 13.07.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838703466
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: The Key to Rebecca
    Größe: 1534 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der Schlüssel zu Rebecca

2

E S WAR MAI, und der Chamsin blies, ein heißer, staubiger Südwind. William Vandam stand unter der Dusche und litt unter dem deprimierenden Gedanken, daß dies der einzige Zeitpunkt des Tages sein würde, an dem er sich frisch fühlte. Er drehte das Wasser ab und rieb sich rasch trocken. Sein Körper schmerzte an vielen Stellen. Er hatte am Tag zuvor Cricket gespielt, zum erstenmal seit Jahren. Der Nachrichtendienst des Generalstabs hatte mit Mühe eine Mannschaft zusammenbekommen, um gegen die Ärzte des Feldlazaretts zu spielen – Spione gegen Quacksalber, wie sie es genannt hatten. Vandam, als Fänger an der Spielfeldgrenze, hatte sich die Lunge aus dem Hals gerannt, da die Mediziner die von den Nachrichtendienstlern geworfenen Bälle über den ganzen Platz schlugen. Nun mußte er zugeben, daß er nicht bei guter Kondition war. All der Gin oder auch die Zigaretten hatten seiner Stärke und Ausdauer geschadet; außerdem plagten ihn zu viele Sorgen, so daß er dem Spiel nicht die Konzentration widmen konnte, die es verdiente.

Er steckte sich eine Zigarette an, hustete und begann sich zu rasieren. Er rauchte immer beim Rasieren, nur so konnte er die Langeweile dieser täglichen Routine ertragen. Vor fünfzehn Jahren hatte er geschworen, sich einen Bart wachsen zu lassen, sobald er die Armee hinter sich hatte, aber er war immer noch Soldat.

Vandam zog seine gewohnte Uniform an: Socken, schwere Sandalen, Buschhemd und die Khakishorts mit den Laschen, die zum Schutz gegen Moskitos hinuntergeklappt und unterhalb der Knie zugeknöpft werden konnten. Niemand benutzte die Laschen je, und die jüngeren Offiziere schnitten sie meist ab, weil sie so lächerlich aussahen.

Auf dem Fußboden neben dem Bett stand eine leere Ginflasche. Vandam betrachtete sie, angewidert von sich selbst. Es war das erste Mal, daß er die verdammte Flasche mit ins Bett genommen hatte. Er hob sie auf, schraubte den Verschluß fest und warf sie in den Abfalleimer. Dann ging er nach unten.

Gaafar kochte gerade in der Küche Tee. Vandams Diener war ein alter Kopte mit kahlem Kopf und schlurfendem Gang; er hatte den Ehrgeiz, sich wie ein englischer Butler zu benehmen. Das würde er wohl nie schaffen, aber er besaß etwas Würde und war ehrlich, Eigenschaften, die für ägyptische Hausangestellte nicht gerade typisch waren, wie Vandam herausgefunden hatte.

"Ist Billy aufgestanden?" fragte Vandam.

"Ja, Sir, er kommt sofort herunter."

Vandam nickte. Wasser sprudelte in einem kleinen Topf auf dem Herd. Er legte ein Ei hinein und stellte die Eieruhr. Danach schnitt er zwei Scheiben von einem nach englischer Art gebackenen Brotlaib ab und machte Toast. Er bestrich den Toast mit Butter, schnitt ihn in Streifen, nahm das Ei aus dem Wasser und köpfte es.

Billy kam in die Küche und sagte: "Guten Morgen, Dad."

Vandam lächelte seinem zehnjährigen Sohn zu. "Morgen. Das Frühstück ist fertig."

Der Junge begann zu essen. Vandam saß ihm bei einer Tasse Tee gegenüber und schaute zu. Billy sah in letzter Zeit morgens oft müde aus. Früher war er beim Frühstück immer frisch und munter gewesen. Schlief er schlecht? Oder ähnelte sein Stoffwechsel einfach immer mehr dem eines Erwachsenen? Vielleicht lag es daran, daß er nachts zu lange wach blieb, weil er unter dem Laken beim Licht einer Taschenlampe Detektivgeschichten las.

Man behauptete, daß Billy seinem Vater glich, aber Vandam konnte keine Ähnlichkeit entdecken. Er fand nur Spuren von Billys Mutter: die grauen Augen, die zarte Haut und die etwas arrogante Miene, wenn jemand ihn verärgert hatte.

Vandam bereitete immer das Frühstück fü

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen