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Der Schmetterlingsjunge Ein Fall für Nils Trojan 7 - Psychothriller von Bentow, Max (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.07.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Der Schmetterlingsjunge

Der Berliner Kommissar Nils Trojan hat schon vieles gesehen, aber als er den Tatort in Kreuzberg betritt, traut er seinen Augen kaum: Die Frau, die ermordet wurde, liegt entkleidet auf dem Bett, ihren Rücken ziert das farbenprächtige Gemälde eines riesigen Schmetterlings. Nur zwei Tage später ereignet sich ein weiterer Mord, wieder hinterlässt der Täter sein bizarres Kunstwerk auf dem Körper des Opfers. Verzweifelt versucht Trojan, die verborgene Botschaft des Mörders zu entschlüsseln, doch sein Gegner hat ihn längst in ein perfides Verwirrspiel verstrickt. Und Trojan weiß - er muss die Obsession begreifen, die den Täter treibt, wenn er das grausame Töten beenden will ...

Max Bentow wurde in Berlin geboren. Nach seinem Schauspielstudium war er an verschiedenen Bühnen tätig. Für seine Arbeit als Dramatiker wurde er mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet. Seit seinem Debütroman "Der Federmann" hat sich Max Bentow als einer der erfolgreichsten deutschen Thrillerautoren etabliert, alle seine Bücher waren große SPIEGEL-Bestseller-Erfolge.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 16.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641219741
    Verlag: Goldmann
    Serie: Nils Trojan .7
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Der Schmetterlingsjunge

ZWEI

T rojan stürmte in die fremde Wohnung. Die Waffe am Anschlag sicherte er die erste Tür und stieß sie dann mit dem Fuß auf. Er ging hinein, scannte das Zimmer mit Blicken. Niemand. Auf der anderen Seite des Flurs ein weiteres Zimmer. Auch hier war die Tür nur angelehnt. Ein Tritt dagegen, ein Schritt nach vorn, und er war drin. Die Waffe mit beiden Händen umklammert, die Arme ausgestreckt. Lage checken. Nichts.

Da vernahm er das leise Rauschen am Ende des Flurs. Langsam näherte er sich der verschlossenen Tür. Wasser plätscherte dahinter. Er atmete ein paarmal durch, dann drückte er die Klinke und machte einen Satz hinein.

"Kriminalpolizei! Keine Bewegung!"

Der alte Mann stand vor der Badewanne, bloß mit einem Handtuch bekleidet, das locker um seine Hüften geschlungen war. Er wandte sich langsam zu ihm um. Silbriges Brusthaar, hängende Haut. Ein dichtes Muster von Leberflecken.

Grimmig lächelnd sah er Trojan an.

"Schon mal was von Anklopfen gehört? Ich möchte ein Bad nehmen."

Der Wasserhahn war aufgedreht, die Wanne zur Hälfte gefüllt. Die Hand des Alten glitt zur Seifenflasche hin.

"Ich sagte: keine Bewegung!"

Unbeirrt schnappte er sich die Flasche und schraubte sie auf. "Ist mit Rosmarinöl. Gut für meinen Rücken."

"Beide Hände hinter den Kopf!"

Der Alte ließ ihn nicht aus dem Blick, während er die Seife in das Wasser laufen ließ.

"Was wird mir denn vorgeworfen, Kommissar?"

"Der Mord an einer jungen Frau. Sie war eine Nachbarin."

"Diese alte Geschichte. Ist doch Jahre her."

"Mord verjährt nicht."

"Und wenn es nun ein Totschlag war?"

Trojans Mundwinkel zuckten.

Der Alte grinste. "Ich steig jetzt erst mal in die Wanne."

"Keine Tricks!"

Langsam schraubte er die Flasche zu und stellte sie auf den Wannenrand. Danach nestelte er an seinem Handtuch.

"Vielleicht bin ich ja unschuldig."

"Klären wir auf dem Revier."

Er grinste nun so breit, dass seine Goldkronen aufblitzten. "Mir kommt da gerade eine bessere Idee."

"Ach ja?"

"Erschieß mich, Bulle. Dann ist der Fall für dich erledigt."

Trojan richtete den Lauf der Waffe erst auf seine Knie, dann auf seine Brust.

"Na los doch. Puste mir den Schädel weg."

Trojan zielte auf den Kopf. Nur nicht provozieren lassen. Doch die Wut begann in ihm zu kochen. Der Zorn beschleunigte seinen Puls.

"Traust du dich nicht?"

"Hände hinter den Kopf!"

"Ach, komm schon. Drück einfach ab. Oder bist du ein Feigling? Na los, Bulle! Nur zu!"

Eine Schweißperle kroch über seine Wange. Sein Finger am Abzug war gekrümmt.

Das Wasser sprudelte in die Wanne. Wo der Strahl auf die Oberfläche traf, bildeten sich schillernde Blasen und zerplatzten.

"Worauf wartest du noch? Mach mich weg. Mach mich einfach weg."

Sie sahen sich reglos an.

Da öffnete der Alte sein Handtuch.

"Hier. Ich zeig dir was." Er ließ das Tuch auf den Boden gleiten und schob die Hüften vor. " So sieht ein Mann aus! Beeindruckt?" Er schnaufte verächtlich. "Du bringst es einfach nicht. Hast es nie gebracht."

"Ein letztes Mal, und ich ..."

Er streckte beide Arme zur Seite aus. "Komm schon! Drück ab."

Ein Schmerz hämmerte hinter Trojans Schläfen. Bloß nicht provozieren lassen. Seine Kiefer malmten.

"Schwächling! Versager! Ich hab's immer gewusst."

"Sie kennen mich doch gar nicht!"

"Und wie ich dich kenne. Du bist ein verdammtes Weichei, Nils!"

Trojan sog die Luft zwischen den Zähnen ein. "Woher kennen Sie meinen Namen?"

Der alte Mann hob höhnisch das Kinn. "Kein Wunder, dass dir die Frau weggelaufen ist!"

Ein letztes Zögern. Trojan kniff die Augen zusammen. Lichtflecken explodierten hinter seinen geschlossenen Lidern.

Er riss die Augen auf und drückte ab. Einmal, zweimal, dreimal. Er zielte d

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