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DER SCHRIFTSTELLER UND DER TOD Ein Augsburg-Krimi von Wallon, Alfred (eBook)

  • Verlag: BookRix
eBook (ePUB)
5,99 €
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DER SCHRIFTSTELLER UND DER TOD

Die Ehe von Thomas Scholz ist gescheitert. Hartz 4 droht. Eine fatale Situation, denn der soziale Abstieg ist in greifbare Nähe gerückt. Ausgerechnet jetzt eröffnet ihm das Schicksal eine Chance: Die ganzen Jahre über hat er von einer erfolgreichen Karriere als Schriftsteller geträumt, aber letztendlich erschienen seine Romane bisher nur bei kleineren Verlagen. Jetzt eröffnet ihm seine Literatur-Agentin eine Möglichkeit, dass sein Roman bei einem großen Publikumsverlag erscheinen könnte - und ausgerechnet in diesem Moment befindet sich Scholz inmitten einer Schreibblockade. Gerade, als er eine Mordszene schildern muss. In seiner Verzweiflung greift er zu einer sehr ungewöhnlichen Methode - indem er selbst einen Mord begeht. Und es bleibt nicht nur bei diesem einen Mord... Die Kriminalpsychologin Julia Ried hat sich aus privaten Gründen nach Augsburg versetzen lassen. Zusammen mit ihrem Kollegen, Hauptkommissar Robert Brandner, muss sie den grausamen Mord an einer Prostituierten aufklären. Aber auch nach sorgfältigen Ermittlungen gibt es immer noch keine brauchbaren Hinweise auf den Täter. Das ändert sich erst, als ein zweiter Mord geschieht. Julia ahnt zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht, dass sie selbst im Blickfeld des Mörders steht... Der Schriftsteller und der Tod ist nach Das Augsburg-Experiment bereits der zweite Regionalkrimi aus Augsburg - spannend in Szene gesetzt von Alfred Wallon.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 233
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783748713913
    Verlag: BookRix
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DER SCHRIFTSTELLER UND DER TOD

Zweites Kapitel

"Sind Sie aufgeregt?", fragte Wolfgang Busch und schaute dabei in den Rückspiegel.

"Ein bisschen schon", erwiderte Julia Ried. "Eigentlich hatte ich mir meinen Dienstantritt in Augsburg etwas unspektakulärer vorgestellt."

"Morgen früh - ganz offiziell, mit Kollegenbegrüßung und vielem Händeschütteln, oder?", fragte Busch, während er nach links in Richtung Bahnhof Oberhausen abbog. "Manchmal kommt eben alles anders."

"Herr Kellermann sagte, es wäre gut für mich, wenn ich so schnell wie möglich mit der Praxisarbeit konfrontiert werde", meinte Julia. "Also habe ich zugestimmt. Was ist denn schon dabei? Irgendwann muss es ja losgehen."

Sie versuchte nach außen hin Ruhe und Gelassenheit zu demonstrieren. Aber sie ertappte sich immer wieder dabei, wie sie sich mit der rechten Hand eine widerspenstige blonde Haarsträhne aus der Stirn strich. Weil sie von Gunter Kellermann, dem Leiter der Mordkommission, darauf vorbereitet worden war, was sie gleich erwartete. Man hatte ihr gesagt, dass ihr Kollege, Hauptkommissar Robert Brandner, später nachkommen würde. Bei dieser Gelegenheit konnte sie auch ihn gleich kennenlernen.

Fünf Minuten später erreichte der Wagen die Ebnerstraße. Streifenbeamte waren bereits damit zugange, die neugierigen Gaffer auf Abstand zu halten. Julias Herzschlag beschleunigte sich, als sie zusammen mit Busch ausstieg und dann das Haus betrat, in dem der Mord passiert war. Die Straße befand sich in einem Stadtteil von Augsburg, von denen einige Bereiche als soziale Brennpunkte galten. Menschen unterschiedlichster Kulturen lebten hier in zahlreichen Wohnblocks und Reihenhäusern.

"Bleiben Sie in meiner Nähe und fassen Sie nichts an", sagte Busch. Er wirkte wie ein Lehrer, der seiner Schülerin genau sagte, was sie zu tun und zu lassen hatte. Die Goldrandbrille, der struppige Vollbart und sein verwaschener Pullover taten ihr Übriges. "Nehmen Sie die Handschuhe und streifen Sie sich das hier über Ihre Schuhe", fuhr er fort, während er selbst seinen Koffer öffnete und daraus einen dünnen durchsichtigen Overall herausholte, den er überstreifte. Ebenso wie die anderen drei Kollegen, die mit ihm und Julia an den Tatort gekommen waren. Das war ein Teil der Vorbereitungen, bevor sie Stück für Stück alles inspizierten.

"Schaffen Sie das?", fragte Busch noch einmal. Sie bemerkte seinen skeptischen Blick.

"Natürlich", erwiderte Julia hektisch, während ein Streifenbeamter aus der betreffenden Wohnung kam, sie kurz anschaute und sich dann direkt an Busch wandte. Julia hörte aber nur halbherzig zu. Sie registrierte etwas. Einen penetranten und süßlichen Geruch. Sie rümpfte ihre Nase.

"Gut, dann lasst uns mal unsere Arbeit machen", meinte Busch zwischenzeitlich zu dem Polizisten. "Sorgt einfach dafür, dass die Schaulustigen auf Distanz bleiben."

Dann betrat er die Wohnung mit seinen Kollegen, und Julia folgte ihnen. Sie spürte, wie sich ihr Herzschlag beschleunigte, als sie über den schmalen Flur ging und dabei die dunkelroten Flecken auf den Dielen bemerkte. Der Blutgeruch wurde intensiver, durchdringender - und überlagerte schließlich alles andere.

Der Raum, den sie betrat, war nicht sonderlich groß. An den Wänden hingen mehrere Spiegel, die Tapete war dunkelrot, und der Teppich auch. Instinktiv erfassten ihre Blicke das Bett in der Mitte des Zimmers. Die Laken waren zerwühlt. Und nass von Blut. Genauso wie die nackte Leiche, die mit gespreizten Beinen darauf lag. Die Fakten versetzten ihr einen Schock, und der Blutgeruch trüg noch ein Übriges dazu bei, um nicht nur ihren Magen in Aufruhr zu versetzen.

"Oh Gott...", murmelte sie und wandte sich hastig ab. Sie schaffte es nicht mehr, das Würgen zu unterdrücken. Als sie losrannte, stolperte sie fast über ihre eigenen Füße. Sie musste weg aus diesem Zimmer. Der Anblick der Leiche, die sie gerade gesehen hatte, war zu viel. Säue

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