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Der Seidenspinner Ein Fall für Cormoran Strike von Galbraith, Robert (eBook)

  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Der Seidenspinner

Der zweite Fall für Cormoran Strike und seine entschlossene Assistentin Robin Ellacott! Als der Romanautor Owen Quine spurlos verschwindet, bittet seine Frau den privaten Ermittler Cormoran Strike um Hilfe. Es ist nicht das erste Mal, dass Quine für einige Tage abgetaucht ist, und sie möchte, dass Strike ihn findet und nach Hause zurückbringt. Doch schon zu Beginn seiner Ermittlungen wird Strike klar, dass mehr hinter Quines Verschwinden steckt, als seine Frau ahnt. Der Schriftsteller hat soeben ein Manuskript vollendet, das scharfzüngige Porträts beinahe jeder Person aus seinem Bekanntenkreis enthält. Sollte das Buch veröffentlicht werden, würde es Leben zerstören - zahlreiche Menschen hätten also allen Grund, Quine zum Schweigen zu bringen. Als Quine tatsächlich tot aufgefunden wird, brutal ermordet unter bizarren Umständen, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um das wahre Motiv des skrupellosen Mörders aufzudecken - eines Mörders, wie Strike ihm noch nie zuvor begegnet ist ... Die "Cormoran Strike"-Reihe: Band 1: Der Ruf des Kuckucks Band 2: Der Seidenspinner Band 3: Die Ernte des Bösen Band 4: Weißer Tod Alle Bände auch einzeln lesbar. Robert Galbraith ist das Pseudonym von J.K. Rowling, Autorin der Harry-Potter-Reihe und des Romans Ein plötzlicher Todesfall.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 688
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641145958
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: The Silkworm (A Cormoran Strike Novel)
    Größe: 1942 kBytes
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Der Seidenspinner

2

Wie lange dauert das Duell? Ich kann nicht bleiben

Und werd es nicht! Ich bin ein viel gefragter Mann.

FRANCIS BEAUMONT UND PHILIP MASSINGER,
DER KLEINE FRANZÖSISCHE ANWALT

Die U-Bahn war bereits ziemlich voll: schlaffe, blasse, verkniffene, resignierte Montagmorgengesichter. Strike ergatterte einen freien Sitz gegenüber einer Blondine mit verquollenen Augen, deren Kopf ständig zur Seite kippte. Immer wieder schreckte sie aus dem Schlaf, setzte sich gerade auf und versuchte in der Befürchtung, ihre Haltestelle verpasst zu haben, die vorbeihuschenden Schilder auf den Bahnsteigen zu erfassen.

Der Zug ratterte und klapperte, während er Strike zu der schlecht isolierten, kargen Zweieinhalbzimmer-Dachgeschosswohnung brachte, die er sein Zuhause nannte. Todmüde und umgeben von all den leeren Schafsgesichtern, grübelte er über die Umstände nach, die für ihrer aller Existenz verantwortlich waren. Jede Geburt war bei genauerer Betrachtung reiner Zufall. Bei einhundert Millionen Spermien, die blind durch die Dunkelheit schwammen, war die Chance, eine bestimmte Person zu werden, verschwindend gering. Wie viele der Fahrgäste in diesem Wagen waren geplant gewesen, fragte er sich, vor Müdigkeit ganz benommen, und wie viele waren wie er selbst Unfälle?

In seiner Grundschulklasse hatte es ein Mädchen mit einem Feuermal im Gesicht gegeben, und Strike hatte immer eine geheime Verbindung zwischen ihnen verspürt. Beiden haftete seit ihrer Geburt ein unveränderliches Merkmal an, das sie von den anderen unterschied und für das sie nicht verantwortlich waren. Selbst sehen konnten sie es nicht, dafür aber alle anderen - und die hatten nicht einmal den Anstand, es höflich zu ignorieren. Die Faszination, die wildfremde Menschen ihm gegenüber gelegentlich empfanden, hatte der damals Fünfjährige auf seine Einmaligkeit und Einzigartigkeit zurückgeführt - bis er irgendwann begriff, dass man ihn lediglich als die Zygote eines berühmten Rocksängers betrachtete, als das zufällige Nebenprodukt des Fehltritts eines treulosen Prominenten. Strike war seinem leiblichen Vater nur zwei Mal begegnet. Jonny Rokeby hatte seine Vaterschaft erst nach einem DNS -Test anerkannt.

Dominic Culpepper stellte die Verkörperung der überheblichen Sensationsgier dar, die Strike immer dann entgegenschlug, wenn jemand den griesgrämigen Exsoldaten mit dem alternden Rockstar in Verbindung brachte, was dieser Tage nicht mehr allzu häufig vorkam - aber wenn doch, dann dachten alle sofort an Treuhandfonds und großzügige Geschenke, Privatjets und VIP -Lounges und die nie versiegende Freigiebigkeit eines Multimillionärs, und angesichts der Bescheidenheit seines Lebensstils und der endlosen Überstunden, die er machte, fragten sie sich dann: Was hatte Strike nur getan, um es sich mit seinem Vater zu verscherzen? War seine Armut nur vorgetäuscht, um Rokeby mehr Geld aus den Rippen zu leiern? Was hatte er mit den Millionen angestellt, die seine Mutter aus ihrem reichen Liebhaber herausgequetscht haben musste?

In solchen Augenblicken dachte Strike wehmütig an die Army, an die Anonymität eines Berufsstandes, in dem die eigene Herkunft gegenüber der Befähigung und Pflichterfüllung so gut wie keine Rolle spielte. Das Persönlichste während seines Vorstellungsgesprächs bei der Special Investigation Branch war die Bitte gewesen, ob er wohl die beiden seltsamen Namen noch einmal wiederholen könne, die ihm seine übertrieben unkonventionelle Mutter aufgebürdet hatte.

Als Strike wieder aus dem Untergrund auftauchte, herrschte auf der Charing Cross Road bereits starker Verkehr. Die graue halbherzige Novemberdämmerung war immer noch voller düsterer Schatten. Erschöpft und todmüde bog er in die Denmark Street und sehnte sich nach einem kurzen Nickerchen, das er sich noch gönnen wollte, ehe um neun Uhr dreißig der erste Klient bei ihm auftauchte. Er winkte de

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