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Der Spiegelmann Schweden-Thriller von Kepler, Lars (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.11.2020
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
14,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Der Spiegelmann

Eine Schülerin verschwindet auf dem Heimweg spurlos. Jahre später wird sie auf einem Spielplatz mitten in Stockholm ermordet aufgefunden. Das Mädchen wurde an einem Klettergerüst qualvoll gehängt. Eine Hinrichtung. Eine Machtdemonstration. Kommissar Joona Linna ist von der Kaltblütigkeit des Täters alarmiert und ermittelt unter Hochdruck. Das Mädchen ist wahrscheinlich nicht das einzige Opfer. Als es gelingt, einen Mann aufzuspüren, der den Mord gesehen haben muss, ist der Zeuge nicht in der Lage, darüber zu sprechen. So traumatisch sind offenbar seine Erinnerungen. Jonna Linna bittet Erik Maria Bark, den Hypnotiseur, um Hilfe ... Hohes Tempo und nervenaufreibende Spannung von der ersten bis zur letzten Seite! Der Spiegelmann war DER Jahresbestseller in Schweden 2020!

Lars Kepler ist das Pseudonym der Eheleute Alexandra und Alexander Ahndoril. Der Hypnotiseur, ihr Thrillerdebüt mit Joona Linna, war sensationell erfolgreich und wurde für das interantionale Kino verfilmt. Auch die anderen Thriller mit Joona Linna setzten die Erfolgsgeschichte fort und standen allesamt auf Platz 1 der schwedischen Bestsellerliste. Das Ehepaar lebt mit seinen Töchtern in Stockholm.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 621
    Erscheinungsdatum: 27.11.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732594481
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Joona Linna 8
    Originaltitel: Spegelmannen
    Größe: 763 kBytes
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Der Spiegelmann

8

DIE TÜR ZUM Patientenflur öffnet sich erneut, und Pamela hebt den Kopf. Ein Pflegehelfer trägt Martins Rucksack und begleitet ihn in den Tagesraum.

Früher hing Martins blondes Haar bis auf den Rücken, er bewegte sich lässig und trug Lederhosen, schwarze Hemden und Sonnenbrillen mit rosa verspiegelten Gläsern.

Inzwischen erhält er starke Medikamente und hat zugenommen, das kurzgeschnittene Haar ist strähnig und das Gesicht blass und ängstlich. Er trägt ein blaues T-Shirt, Adidas-Hosen und weiße Turnschuhe ohne Schnürsenkel.

»Liebling«, sagt sie mit einem Lächeln und steht auf.

Martin schüttelt den Kopf und betrachtet erschrocken den Mann im Rollstuhl. Sie geht zum Pfleger und nimmt ihm den Rucksack ab.

»Alle hier sind stolz auf dich«, sagt der Pfleger.

Martin lächelt nervös und zeigt Pamela, dass er sich eine Blume in die Handfläche gemalt hat.

»Ist die für mich?«, fragt sie.

Er nickt hastig und schließt die Hand wieder.

»Danke«, sagt sie.

»Ich kann keine echten kaufen«, sagt er, ohne sie anzusehen.

»Ich weiß.«

Martin zupft am Ärmel des Pflegers und bewegt lautlos den Mund.

»Du hast schon in die Tasche gesehen«, sagt der Pfleger und wendet sich an Pamela. »Er möchte in den Rucksack sehen und kontrollieren, ob er alles dabeihat.«

»Okay«, antwortet sie und gibt Martin die Tasche.

Er setzt sich auf den Boden, holt seine Sachen heraus und legt sie in eine ordentliche Reihe.

Mit Martins Gehirn ist alles in Ordnung, es hat unter dem Eis keinen Schaden genommen.

Nach dem Unfall hat er allerdings fast aufgehört zu sprechen. Jedem Wort, das er sagt, folgt eine Welle der Angst.

Alle scheinen sich sicher zu sein, dass es sich um eine Posttraumatisches Belastungsstörung handelt, die von paranoiden Wahnvorstellungen begleitet wird.

Pamela weiß, dass er nicht heftiger über den Verlust von Alice trauert als sie selbst, denn das ist unmöglich. Auch wenn sie eigentlich eine starke Person ist und gelernt hat, dass Menschen unterschiedlich reagieren, weil sie unterschiedliche Voraussetzungen haben. Martins gesamte Familie ist bei einem Autounfall gestorben, als er noch ein Kind war, und als Alice ertrank, wurde sein Trauma komplex.

Durch das Fenster sieht Pamela, dass ein Krankenwagen vor der psychiatrischen Notaufnahme hält, aber ihre Gedanken wandern fünf Jahre zurück in die Intensivabteilung des Krankenhauses in Östersund.

»Sie waren zusammen auf dem Eis«, schrie sie. »Sie war dort mit ihm zusammen, Sie können sie nicht einfach vergessen haben, sie ist doch noch ein Kind, Sie können doch nicht ... können doch nicht einfach ...!«

Die sommersprossige Krankenschwester starrte sie an und öffnete den Mund, ohne ein Wort hervorzubringen.

Die Polizei und der Rettungsdienst wurden sofort alarmiert, sie flogen zurück zum Kallsjön und setzten Taucher ein.

Pamela konnte ihre Gedanken nicht zusammenhalten, sie ging rastlos im Raum hin und her, versicherte sich selbst, dass das alles nur ein Missverständnis war, dass es Alice gut ging. Sie sagte sich selbst, dass sie alle drei bald zusammen am Esstisch in Stockholm sitzen und über diesen Tag sprechen würden. Sie malte sich all das aus, obwohl sie wusste, dass es nicht passieren würde, obwohl ihr im Grunde schon klar war, was geschehen war.

Sie stand neben Martins Bett, als er aus der Narkose erwachte. Er öffnete für ein paar Sekunden die Augen, schloss sie wieder für eine lange Zeit, bevor er schließlich mit einem schweren Blick zu ihr aufsah und versuchte, die Wirklichkeit zusammenzusetzen.

»Was ist passiert?«, flüsterte er und befeuchtete sich die Lippen. »Pamela? Was ist los?«

»Du bist durch das Eis gebrochen«, sagte sie und musste schlucken.

»Nein, das war doch dick genug«, sagte er und versuchte den Kopf vom Kissen zu heben. »Ich habe gebohrt, es waren zehn Zentimeter&n

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