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Der Spion, der aus der Kälte kam Roman von Le Carré, John (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.04.2013
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Der Spion, der aus der Kälte kam

'Wenn es einen Klassiker der Spionageliteratur gibt, dann John le Carrés Der Spion, der aus der Kälte kam.' Focus

Der britische Agent Alec Leamas ist für Ostdeutschland zuständig. Undercover wechselt er die Seiten, um seine Informanten zu schützen. Zu spät erkennt er, dass er Spielball einer Intrige geworden ist. Als die Frau, die er liebt, in Gefahr gerät, kommt es zum dramatischen Showdown an der Berliner Mauer.

Der Spion, der aus der Kälte kam begründete John le Carrés Weltruhm.

Neuübersetzt von Sabine Roth.



John le Carré, 1931 geboren, studierte in Bern und Oxford. Er unterrichtete in Eton, bevor er während des Kalten Krieges für den britischen Geheimdienst arbeitete. Fast sechzig Jahre war dann das Schreiben sein Beruf. 2011 wurde er mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet. Er lebte in London und Cornwall. Am 12. Dezember 2020 ist John le Carré verstorben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 12.04.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843705110
    Verlag: Ullstein
    Serie: George Smiley 3
    Originaltitel: The Spy Who Came in from the Cold
    Größe: 2620 kBytes
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Der Spion, der aus der Kälte kam

1. Checkpoint

Der Amerikaner gab Leamas noch einen Kaffee und sagte: »Gehen Sie doch heim, schlafen Sie ein bisschen. Wir rufen Sie an, wenn er kommt.«

Leamas antwortete nicht. Er starrte durch das Fenster der Kontrollbaracke auf die leere Straße hinaus.

»Sie können nicht ewig warten, Sir. Vielleicht kommt er irgendwann später. Die Polizei soll einfach der Agency Bescheid sagen, dann sind Sie in zwanzig Minuten wieder hier.«

»Nein«, sagte Leamas, »es wird gleich dunkel.«

»Aber Sie können nicht ewig warten. Er ist jetzt neun Stunden überfällig.«

»Wenn Sie wegwollen, gehen Sie ruhig. Sie haben mir sehr geholfen«, fügte Leamas hinzu. »Ganz prima, ich werd s Kramer sagen.«

»Aber wie lange wollen Sie warten?«

»Bis er kommt.« Leamas ging zu dem Beobachtungsfenster und stellte sich zwischen die beiden regungslos dastehenden Polizisten. Ihre Feldstecher waren auf den ostzonalen Kontrollpunkt gerichtet.

»Er wartet, bis es dunkel ist«, murmelte Leamas. »Ich weiß es.«

»Heute Morgen dachten Sie noch, er würde mit den Arbeitern rüberkommen.«

Leamas drehte sich heftig zu ihm um.

»Agenten sind keine Flugzeuge, die nach Fahrplan verkehren. Er ist enttarnt, er muss fliehen, er hat Angst. Mundt ist hinter ihm her, er macht Jagd auf ihn. Ihm bleibt nur die eine Chance. Da muss er den Zeitpunkt schon selbst wählen.«

Der Jüngere zögerte; er wollte gehen, fand aber nicht den rechten Moment.

In der Baracke schlug eine Glocke. Sie warteten, mit einem Mal angespannt. Ein Polizist sagte auf Deutsch: »Schwarzer Opel Rekord, bundesdeutsches Kennzeichen.«

»So weit kann er bei dem Licht nicht sehen, er rät«, flüsterte der Amerikaner, und dann: »Wie ist Mundt ihm draufgekommen?«

»Ruhe«, sagte Leamas vom Fenster.

Einer der Polizisten ging hinaus, zu der Stellung aus Sandsäcken einen knappen Meter vor der weißen Grenzlinie, die quer über die Straße gezogen war wie die Grundlinie beim Tennis. Der andere wartete, bis sein Kamerad in der Stellung hinterm Fernrohr kauerte, dann legte er den Feldstecher beiseite, nahm seinen schwarzen Helm vom Haken bei der Tür und rückte ihn sorgfältig auf seinem Kopf zurecht. Irgendwo hoch über dem Kontrollpunkt flackerten die Bogenlampen auf und tauchten die Straße vor ihnen in einen theatralischen Lichtschein.

Der Polizist begann seinen Kommentar. Leamas kannte ihn auswendig.

»Wagen hält bei der ersten Kontrolle. Nur ein Insasse, weiblich. Wird zur Ausweiskontrolle in die Vopo-Baracke geführt.«

Schweigen, während sie warteten.

»Was sagt er?«, fragte der Amerikaner. Leamas antwortete nicht. Er hatte nach einem herumliegenden Feldstecher gegriffen und sah unverwandt in Richtung der ostdeutschen Kon­trollstellen.

»Ausweiskontrolle abgeschlossen. Darf weiter zur zweiten Kontrolle.«

»Mr. Leamas, ist das Ihr Mann?« Der Amerikaner ließ nicht locker. »Ich muss die Agency verständigen.«

»Warten Sie noch.«

»Was macht der Wagen jetzt? Was passiert da?«

»Devisenkontrolle, Zoll«, sagte Leamas barsch.

Leamas wandte den Blick nicht von dem Auto. Zwei Vopos standen bei der Fahrertür, der eine stellte die Fragen, der ­andere hielt sich abwartend im Hintergrund. Ein dritter schlenderte um das Auto herum. Beim Kofferraum hielt er an, ging dann zu der Fahrerin. Er verlangte den Schlüssel. Er ­öffnete den Kofferraum, sah hinein, schlug den Deckel wieder zu, ga

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