text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Spion von Büsum Kriminalroman von Diers, Knut (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.04.2019
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Spion von Büsum

Willy Brandt wird am 1. Januar 1982 der erste Präsident der Vereinigten Staaten von Europa und ist auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn. Wie sieht der Vielvölkerstaat mit einer Milliarde Einwohnern aus? Und wie verkraftete Brandt das spurlose Verschwinden seines engsten Mitarbeiters 1978 in Büsum? Ein vertrackter Aufklärungsmarathon beginnt. An Abenteuern aller Art mangelt es nicht - mittendrin steht der Chefermittler Hansen, der auch gern "Leuchtturm" genannt wird. Doch wie gelingt es ihm, einen 40 Jahre zurückliegenden Mord aufzuklären? Knut Diers, Jahrgang 1959, hat die Zeit Willy Brandts noch miterlebt. Der studierte Geograph und ausgebildete Redakteur ist in Hannover mit seinem Redaktionsbüro Buenos Diers Media selbstständig. Ihn reizen neben dem Schreiben von Reisebüchern und -führern vor allem fiktive Geschichten. Diesmal lässt er seinen Lieblingskommissar Hansen, den er bereits bei "Wer mordet schon auf Sylt?" einsetzte, in Büsum zu Hochform auflaufen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 308
    Erscheinungsdatum: 17.04.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839259061
    Verlag: Gmeiner-Verlag
Weiterlesen weniger lesen

Der Spion von Büsum

Kapitel 1
Henry: Angekommen

Büsum 2019

"So wie du arbeitest, so möchte ich mal Urlaub machen", poltert Peer Taubald oben in der "360-Grad-Bar" von Büsum drauflos. Der drahtige Mittvierziger mit dem lustigen Schnurrbart und der tätowierten Seejungfrau auf dem rechten Schultergelenk haut dem Kripomann Henry Hansen so kräftig auf den Rücken, dass der aufheult wie eine junge Kegelrobbe. Der 52-Jährige dreht ihm das Gesicht zu und kneift wegen der Sonne ein Auge zu. "Das ist ja fast Beamtenbeleidigung, Peer, setz dich", meint Hansen trocken.

"Der Herr Kriminal hat wohl keinen Fall zu lösen, da kann er in der Sonne dösen", dichtet Peer und untermalt das mit einem breiten Grinsen.

Die beiden kennen sich vom Segeln, und Peer ist froh, dass Henry wieder in Büsum lebt. "So viele Jahre als Kripomann auf Sylt, das tut doch nicht gut, oder? Nun bist du ja zurück in deiner alten Heimat, Henry. Du, ich habe eine neue Jolle, die müssen wir uns im Seglerhafen morgen mal ansehen und eine Runde fahren", schlägt Peer vor. Von seinem skurrilen Hobby erzählt er Hansen heute lieber nichts. Peer Taubald hat seit fast 20 Jahren den Ehrgeiz, ohne Ticket in die teuersten und prominentesten Bereiche aller möglichen Veranstaltungen zu kommen. So etwa tausendmal ist es ihm schon gelungen. "Ich zahle doch keinen Eintritt", begründet er seine Coups. Doch wie er das anstellt, das verrät er nicht. So hatte Peer schon 14-mal Michael Jackson erlebt, Rod Stewart hinter der Bühne getroffen, war oft bei der Preisverleihung der Goldenen Kamera und mehrfach im Tennis-Mekka in Wimbledon. Als er Henry vor einiger Zeit mal davon erzählte, war der schnell aufgebracht. "Bürschchen, das ist Betrug, ich komme dir noch auf die Schliche", hatte der Polizist ihm gedroht.

"Wie heißt denn dein gutes Stück?", will Hansen jetzt wissen.

"Das ist die 'Trischen'", verkündet Peer stolz.

"Ach, wie die Sandinsel da draußen in der Meldorfer Bucht, weil du da schon mal stecken geblieben bist, Peer!", lästert Hansen.

"Du musst immer in alten Wunden bohren, ja, aber meine neue 'Trischen', die bleibt nirgends stecken. Also morgen 16.30 Uhr legen wir zusammen ab, okay?"

"Okay, Peer. Mit der 'Trischen' einmal um Trischen, wenn das man gutgeht", antwortet Henry, schmunzelt und haut Peer in den Rücken - eine kleine Revanche. Während Peer geht, genießt Hansen noch etwas von seinem geliebten Büsum. Der Blick auf die Nordsee von der "360-Grad-Bar" aus gefällt Hansen - weit und klar bis zum Horizont an diesem schönen Frühlingstag. "Rüm Hart, klar Kimming", sagen die Friesen weiter nördlich: großes Herz und weiter Horizont. Das hat Hansen gelebt, als er noch auf Sylt war. Vielleicht sitzt der Kriminaloberkommissar deshalb zu gern morgens hier oben unter den grünen Schirmen der Beachbar. Der Fußweg auf die "Watt'n Insel" führt über einen Steg durch die Familienlagune Perlebucht. Es hat sich in der kurzen Zeit für ihn ein Ritual entwickelt: Hansen trinkt einen Cappuccino und blickt einfach so aufs Wattenmeer. "Funny Girl", sagt der 52-Jährige dann leise zu sich und schmunzelt. So heißt das Schiff, das jeden Tag um 9.30 Uhr aus dem Büsumer Hafen ablegt und zur Tagesfahrt nach Helgoland aufbricht. Da hinten in der Fahrrinne ist es gerade zu sehen.

Bei "Funny Girl" denkt Hansen allerdings meist an seine alte Liebe Swantje Brackwedel. Sie sind hier in Büsum zusammen zur Grundschule gegangen. Was waren das für schöne Zeiten vor 46 Jahren, erinnert er sich. Später hat er seine Jugendliebe öfter gesehen, die vergangenen drei Jahre auf Sylt sogar fast täglich. Da war er bis vor ein paar Monaten Chefermittler der Kripo in Westerland. "Zehn Jahre Sylt sind genug", hatte der stattliche Hansen gesagt, der wegen seiner 1,93 Meter Größe auch "der Leuchtturm" genannt wird. Als ausgerechnet in Büsum, dem Ort seiner Kindheit, eine Stelle für ihn frei wurde, zog es ihn sofort zur

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen