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Der stumme Novice von Beckmann, Ulrike (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Der stumme Novice

Ein mysteriöser Mordfall erschüttert das bayerische Städtchen St. Florian: Gustav Tiegelmeier, Chef und Eigentümer eines renommierten Klosterhotels, wird tot in seinem Büro aufgefunden. Amy Craig, Münchner Kriminalhauptkommissarin mit indianischen Wurzeln, sieht sich mit einer makabren Inszenierung konfrontiert: Der tote Hotelier ist mit einer Mönchskutte bekleidet, sein brutal zugerichteter Körper weist die eingeritzten Bezeichnungen vierer Todsünden auf. Als wenige Tage später sein Sohn auf dieselbe schaurige Weise ermordet im Weinkeller des Hotels aufgefunden wird, ist Amy klar: Der Mörder befindet sich auf einem sorgfältig geplanten Rachefeldzug. Doch wer ist sein nächstes Opfer? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Marianne Werner ist ein Pseudonym. Die Autorin wurde 1960 in Deutschland geboren. Seit 26 Jahren lebt und arbeitet sie in der Schweiz. Sie wohnt im Kanton Schaffhausen. "Der stumme Novize" ist ihr erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 320
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738692808
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 481kBytes
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Der stumme Novice

1

Amy fuhr mit ihrem Auto durch das große, schwere Holztor, das mit alten schmiedeeisernen Beschlägen besetzt war. Das Tor war der einzige Durchgang in der Klostermauer, durch den man mit einem Fahrzeug zum Kloster und somit zum Hotel gelangen konnte. Die Mauer umringte das imposante Klostergebäude vollständig, das auf einem Hügel oberhalb des kleinen Dorfes St. Florian lag. Das Kloster St. Florian hatte dem später entstandenen Ort seinen Namen gegeben.

Amy hatte die große Anlage, die förmlich auf dem Hügel thronte, schon von Weitem gesehen. Sie wusste so gut wie nichts von diesem Ort, der in einem kleinen unbedeutenden Tal lag und einem das Gefühl vermittelte, nahezu am Ende der Welt zu sein. Dabei war er nur eine Autostunde von München entfernt.

Das ehemalige Kloster war heute ein renommiertes Hotel mit fünf Sternen. Dass sie als Kriminalhauptkommissarin am Abend an diesen Ort gerufen wurde, konnte nichts Gutes bedeuten. Und so war es auch.

Sie stellte ihren Wagen auf dem Parkplatz vor dem Hoteleingang ab, stieg aus und ging auf die große gläserne Flügeltür zu, auf der in großen goldenen Buchstaben Hotel Kloster St. Florian und Familienbetrieb Tiegelmeier seit 1949 zu lesen war. Unter dem letzten Schriftzug leuchteten fünf goldene Sterne. Das Gebäude und die Klostermauer waren weiß gestrichen, ebenso wie die Rahmen der großen in klarer und präziser Ordnung angelegten Sprossenfenster. Die Fenster gaben der gewaltigen, sich auf drei Etagen auftürmenden Fassade eine gewisse Leichtigkeit. Das grobe Kopfsteinpflaster aus Natursteinen zwischen der Klostermauer und dem Gebäude war vermutlich so alt wie die gesamte Anlage. Abgesehen von den kleinen Grasbüscheln und anderem Unkraut, das wie überall unverwüstlich zwischen den Pflastersteinen wuchs, war ein großer Strauch, der links vom Holztor an der Klostermauer emporrankte, die einzige Grünpflanze, die zu sehen war.

Ein Page öffnete Amy die Flügeltür, hieß sie im Hotel Kloster St. Florian herzlich willkommen und wünschte ihr einen angenehmen Aufenthalt. Er fragte sie höflich, ob er sich um ihr Gepäck kümmern dürfe, was Amy ebenso freundlich für den Moment verneinte. Sie bedankte sich und betrat den Eingangsbereich des Hotels. Es war eine Art vorgelagertes Entree, nicht besonders groß, mit drei kleineren Tischen, an denen jeweils zwei Stühle standen, und einer kleinen Rezeption, die nicht besetzt war. Die Wände aus Natursteinen, der Boden aus Sandsteinplatten, die alten edlen Möbel und das dezente Licht vermittelten dem Gast bereits hier ein Gefühl von Harmonie und Wohnlichkeit. Allerdings kam auch die Gediegenheit des 5-Sterne-Standards bereits hier klar zum Ausdruck. Amy vermutete, dass dieser Bereich für wartende, ankommende oder abreisende Gäste vorgesehen war.

Auf einem schlichten roten Läufer, den nur an den seitlichen Rändern ein dezentes eingewebtes Muster säumte, ging sie weiter durch einen breiten Gang, der laut einem im Entree befindlichen Wegweiser zur eigentlichen Rezeption führte. Der Läufer bedeckte den Sandsteinplattenboden, der sich fortsetzte, und die Wände waren mit Halbsäulen besetzt, die ein Kreuzgewölbe trugen.

Amy war bereits jetzt von diesem Gebäude fasziniert und hätte es stundenlang erkunden können, wenn sie nicht wegen eines Verbrechens gerufen worden wäre. Am Ende des Gangs tat sich vor ihr eine beeindruckende großräumige Eingangshalle auf, in der sich die eigentliche Rezeption befand. Hier wurden die Halbsäulen von freistehenden Säulen abgelöst, die wiederum das sich fortsetzende Kreuzgewölbe trugen. Die Säulen übernahmen in der großen Halle geschickt die Funktion von Raumteilern. An der übrigen Decke rechts und links des Kreuzgewölbes waren mächtige tragende Holzbalken in einem Abstand von etwa einem Meter angebracht. Zwischen den Balken war die Decke mit dunklem Holz vertäfelt. Die Bodenplatten unterhalb des Kreuzgewölbes waren wie im Entree und im Gang aus hell

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