text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Sturz des Ikarus Clayton Percivals zweiter Fall von Klausner, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.02.2017
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
6,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Sturz des Ikarus

London im Februar 1601, zwei Jahre vor dem Tod Elizabeths I. In einer Müllgrube wird eine grausam zugerichtete Männerleiche entdeckt. Brendan O'Reilly, der königliche Gerichtsmediziner, kommt zu dem Schluss, dass das Mordopfer zu Tode gefoltert worden sein musste. Doch dann stoppt der Chief Constable die Ermittlungen. Anwalt und Hobby-Detektiv Clayton Percival, ein Freund O'Reillys, ermittelt auf eigene Faust. Bei seinen Recherchen stellt sich heraus, dass sein Mordopfer dem Rotlicht-Milieu angehörte. Und dass der Ermordete Kunden hatte, die um jeden Preis anonym bleiben wollen ... Uwe Klausner, Jahrgang 1956, ist in Heidelberg geboren und aufgewachsen. Sein Studium der Geschichte und Anglistik absolvierte er in Mannheim und Heidelberg. Heute lebt er mit seiner Familie in Bad Mergentheim. Neben seiner Tätigkeit als Autor hat er bereits mehrere Theaterstücke verfasst.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 274
    Erscheinungsdatum: 08.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839252727
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 3951 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der Sturz des Ikarus

I
POST MORTEM

Sir Walter Raleigh, Lordleutnant von Cornwall, Vizeadmiral, Parlamentsabgeordneter der Grafschaft Dorset und Hauptmann der Königlichen Leibwache an Ihre Majestät Königin Elizabeth I., von Gottes Gnaden Königin von England, Frankreich und Irland, Verteidigerin des Glaubens etc.

Privatissime!

Zeitpunkt der Niederschrift: 25. Februar 1601, kurz nach Beginn der zweiten Stunde

[08.00 h]

Es ist vollbracht, Majestät . Der Hochverräter wurde ausgetilgt. Verbannt vom Angesicht der Erde, wo er seine verabscheuungswürdigen Ränke spann. Gerichtet durch das Beil des Henkers, wie es arglistigen Intriganten geziemt. Ein Judas ohne Beispiel, devoter Gefolgsmann des Leibhaftigen, Verräter an Gott und seiner Statthalterin auf Erden.

Wehe dem, der seinem Beispiel nacheifert. Und wehe all jenen, die dem heimtückischen Treiben Vorschub geleistet haben. Der Zorn des Allmächtigen wird sie treffen, dessen bin ich mir gewiss. Wo auch immer sie Unterschlupf finden, in welches Rattenloch sie sich auch verkriechen, um ihre niederträchtigen Ränke zu spinnen, die Feinde unserer Nation werden ihrer Strafe nicht entgehen.

Majestät können versichert sein: Nicht nur ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um Schaden von unserem Land abzuwenden. Darauf gebe ich Euch mein Wort, auch wenn die Gefahren, die sich vor mir auftürmen, noch so riesig sind.

Doch nun zu dem Auftrag, mit dem ich, Euer ergebener Diener, betraut wurde. Getreu Eurer Weisung, einen lückenlosen Bericht über die Exekution des Niederträchtigsten aller Konspirateure anzufertigen, begab ich mich zum Tower, wo eigens zu diesem Zweck ein Schafott errichtet worden war. Es berührt einen zutiefst und spricht für die Herzensgüte Eurer Majestät, dass Ihr einem Schurken ohne Beispiel auch dann noch mit Nachsicht begegnet, wenn er das in ihn gesetzte Vertrauen mit Füßen trat, dass Ihr bereit wart, den letzten Wunsch des Delinquenten zu erfüllen und ihm eine Hinrichtung im Angesicht des Pöbels zu ersparen. Ich persönlich, das sei bei allem gebührenden Respekt vermerkt, hätte mich dazu nicht durchringen können. Wie jeder Hochverräter, der sich gegen Gott und gegen den über ihn gesetzten Souverän versündigte, hätte dieser Schurke eine Hinrichtung auf Tower Hill verdient gehabt. Egal, von wie vielen sensationslüsternen Gaffern er angestarrt und mit welchen Schimpfwörtern er auf dem Gang zum Schafott überhäuft werden würde. Menschen seines Schlages, Majestät mögen mir die Bemerkung verzeihen, haben keine andere Behandlung verdient. Ist die Tatsache, dass ihm der Tod durch Erhängen erspart blieb, doch Gnadenbeweis genug.

Doch nun zu den Details, die ich in Erfahrung bringen konnte. Der Scharfrichter, ein gewisser Thomas Derrick, seit geraumer Zeit Henker zu Tyburn und Erfinder des dreibeinigen Galgens, an dem circa 3.000 Kriminelle den Tod fanden, war für den Delinquenten kein Unbekannter. Wie ich aus dem Munde des Lord Lieutenant des Tower erfuhr, scheint es sich bei ihm um einen Zeitgenossen mit krimineller Vergangenheit und ehemaligen Untergebenen des Verurteilten zu handeln. Vor nunmehr 15 Jahren, habe ich mir sagen lassen, sei besagter Derrick bei der Einnahme von Cádiz durch eine Flotte Eurer Majestät als Matrose mit von der Partie gewesen. Aufgrund von Übergriffen gegenüber einheimischen Frauen und einer Reihe weiterer Vergehen sei er zusammen mit 23 Seeleuten kraft Militärrechts zum Tode durch Erhängen verurteilt worden. Da sich jedoch niemand fand, der bereit war, als Exekutor zu fungieren, wurde Derrick begnadigt, um den Beschluss des Standgerichts in die Tat umzusetzen. Von wem, können sich Eure Majestät gewiss denken. Man sagt, Derrick habe die ihm übertragene Aufgabe auf höchst effiziente Art und Weise erfüllt, wie genau, möchte ich mit Rücksicht auf Euer Wohlbefinden für mich behalten.

Ich erwähne es zw

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen