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Der Tote hat ein Alibi von Feddersen, Jan Hinnerk (eBook)

  • Verlag: epubli
eBook (ePUB)
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Der Tote hat ein Alibi

Der Tatort ist so abgelegen, daß die Kriminalpolizei erst einmal mit Hilfe der GPS-Koordinaten klären muss, welche Dienststelle denn überhaupt für den vermeintlichen Mordanschlag zuständig ist. Eberhard Werthenfels, leidenschaftlicher Jäger und Immobilien-Spekulant im Lauenburgischen, bleibt bemerkenswert gefasst, nachdem er in seinem Revier von einem Unbekannten angeschossen wurde. Schnell scheint klar, daß der "Saukerl", der nichtsnutzige Liebhaber seiner fünfundzwanzig Jahre jüngeren Ehefrau den Mordanschlag verübt hat. Doch das Team um den Lübecker Ersten Kriminalhauptkommissar Bernd Kannengießer muss bald erkennen, daß vieles nicht so ist wie es zunächst aussieht, und ein erster Mord zieht bald einen zweiten nach sich... Jan Hinnerk Feddersen (Pseudonym) wurde in Schleswig-Holstein geboren und arbeitete nach einem abgebrochenen Betriebswirtschaftsstudium als Journalist für verschiedene Tageszeitungen und Nachrichtenagenturen. Längere Auslandsaufenthalte als Reporter in den USA, Westafrika, im ehemaligen Jugoslawien und dem Mittleren Osten folgten. Seine Lust an guten Kriminalgeschichten und die Erfahrung, immer öfter im Fernsehen wie auch in Büchern mit schlechten Krimis voller sachlicher Fehler konfrontiert zu werden, brachten ihn schließlich dazu, selbst eine Reihe von Kriminalromanen zu veröffentlichen, deren Handlung in Schleswig-Holstein angesiedelt ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783748548003
    Verlag: epubli
    Größe: 570 kBytes
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Der Tote hat ein Alibi

5.

Die untergehende Augustsonne warf ein wunderschönes mildes Licht über die Landschaft, als Siegfried Ungeheuer, Direktor der Land- und Bauernbank Ratzeburg , seinen Wagen über die Landesstraße 287 in Richtung Gudow lenkte. Viel zu schön für die unangenehme Aufgabe, die er vor sich hatte.

Ungeheuer fühlte sich jedesmal elend, wenn er einem säumigen Schuldner seiner Bank mitzuteilen hatte, daß die Gläubiger nunmehr die endgültige Reißleine ziehen und das Einkommen pfänden, das Haus zwangsversteigern oder auf andere Weise einer meist langjährigen Schuldnerkarriere ein Ende bereiten würden. Fand so ein Gespräch in seinem Büro in der Bank statt, war das eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen er anschließend die Schnapsflasche herausgeholte, die zwischen ein paar Aktenordnern eingeklemmt in seinem Aktenschrank stand.

Meistens standen traurige Geschichten hinter solchen Insolvenzen, Familientragödien, schwere Krankheiten, der Verlust des Arbeitsplatzes, irgendetwas, das einen Menschen mit Wucht aus der Bahn warf und auf eine schiefe Ebene beförderte, auf der es nur noch den Weg in die Pleite gab. Hätte ihm nicht die Revision im Nacken gesessen, dann hätte Ungeheuer so manches mal den Dispositionskredit einfach um ein paar weitere Monate verlängert, um das Ende mit Schrecken noch ein wenig hinauszuzögern. Alles, nur nicht diese deprimierenden Gespräche.

Wilhelm Tönnsen war ein besonders deprimierender Fall.

Der alte Tönnsen war der letzte aus einer alteingesessenen Bauernfamilie aus der Region. Schon seit den achtziger Jahren war der Hof alle paar Jahre um ein paar Hektar geschrumpft, verkauft, um Schulden zu bezahlen, zurückgepachtet, um weiter wirtschaften zu können, bis irgendwann das Geld für die Pacht nicht mehr aufzubringen war, und der Hof wieder ein Stückchen schrumpfte, und noch ein bißchen unwirtschaftlicher wurde.

Familiäre Tragödien waren über Tönnsen hereingebrochen wie biblische Plagen. Vor vier Jahren war sein Sohn, das einzige Kind, bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Angeblich war Martin Tönnsen auf dem Rückweg von einer jungen Frau in Ratzeburg gewesen, die sein Vater um nichts auf der Welt auf seimem Hof dulden wollten, nicht einmal als Besucherin, und schon gar nicht als künftige Schwiegertochter. Jedenfalls war der Wagen mitten in der Nacht bei hoher Geschwindigkeit in einer Kurve von der Straße abgekommen und hatte sich buchstäblich um einen Baum gewickelt. Martin Tönnsen habe, so wurde erzählt, noch ein paar Stunden schwerverletzt in seinem Auto gelegen, bis er schließlich starb.

Ein Jahr später starb Grete Tönnsen, seine Frau, an Krebs, nachdem sie zuvor monatelang nur noch von den Maschinen der modernen Apparatemedizin am Leben gehalten worden war, oder besser an dem, was manche Ärzte als Leben bezeichnen.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Hof schon lange in den roten Zahlen. Baute Tönnsen in einem Jahr Gerste an, gingen die Preise für Gerste in den Keller, versuchte er es im nächsten Jahr mit Weizen, verdarb das Wetter die Hälfte seiner Ernte, während anderswo eine besonders gute Ernte für schlechte Preise sorgte. Zu spät wollte er schließlich auf den Zug der Produktion von Mais für Biokraftstoffe aufspringen, drei oder vier Windkrafträder aufstellen lassen oder ein paar hundert Quadratmeter gut subventionierter Panels für Solarenergie.

Die Windkrafträder scheiterten im Genehmigungsverfahren der Gemeinde, es war vermutlich der einzige Fall der letzten Jahre, dachte Ungeheuer, wo im Landkreis eine solche Anlage nicht genehmigt worden war. Er wußte, daß Eberhard Werthenfels und Alfred Huchthauen ihre Beziehungen hatten spielen lassen. "Wir können doch nicht zulassen, daß diese einmalige Seeuferlage am Gudower See mit häßlichen Windrädern verspargelt wird!", hatte Werthenfels hämisch lachend gesagt. "Das können wir der Umwelt nun wirklich nicht antun."

Die Idee mit der Solaranlage sch

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