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Der Tote vom Kliff von Nygaard, Hannes (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.12.2011
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Der Tote vom Kliff

Die große (Welt-)Politik streckt erneut ihre schmutzigen Finger nach Schleswig-Holstein aus: Der international bekannte wie gefürchtete Finanzmogul Lew Gruenzweig wird auf Sylt ermordet. Das ist nicht nur eine Sensationsnachricht mit globaler Reichweite, sondern fordert auch besonderes Einfühlungsvermögen der Ermittler. Da gibt es nur einen, der über das notwendige Können verfügt: Lüder Lüders. Ob aber ausgerechnet Große Jäger der passende Partner ist, um in der Welt der Mächtigen aus Wirtschaft und Politik zu ermitteln?

Hannes Nygaard ist das Pseudonym von Rainer Dissars-Nygaard. Er wurde 1949 in Hamburg geboren und hat sein halbes Leben in Schleswig-Holstein verbracht. Er studierte Betriebswirtschaft und war viele Jahre als Unternehmensberater tätig. Nach einigen Jahren in Münster/Westfalen lebt er nun auf der Insel Nordstrand (Schleswig Holstein).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 12.12.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863580391
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 3091 kBytes
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Der Tote vom Kliff

ZWEI

Margit verfügte über die Fähigkeit, morgens zu der Zeit wach zu werden, die sie sich selbst gesetzt hatte. Als sie Lüder weckte, war sie schon im Bad gewesen und hatte die Vorbereitungen für das Frühstück begonnen. Im vergangenen Jahr hatte Lüder unterm Dach, das die Zimmer der beiden Großen beherbergte, eine weitere Dusche einbauen lassen, um den morgendlichen Engpass Badezimmer zu entzerren. Das half ihm heute aber nicht. Das Badezimmer der Erwachsenen war von innen verriegelt, und nach heftigem Rütteln an der Tür erklärte Jonas, dass er auf dem Klo sitze und auch keine Chance sehe, diesen Umstand für die nächste Stunde zu ändern. Es waren nur zwanzig Minuten, die Jonas die "Häuschenbesetzung" durchhielt, die aber den ganzen morgendlichen Ablauf im Hause Lüders durcheinanderbrachten.

Margit hatte vom Bäcker zwei Zeitungen mitgebracht, die mit großen Schlagzeilen vom Mord an Lew Gruenzweig berichteten. Die "Kieler Nachrichten" brachten neben einem großen Bild des Ermordeten und einer dick gedruckten Schlagzeile einen Artikel auf der ersten Seite, der den bisher bekannten Sachverhalt wiedergab. Ferner hieß es, dass die Ermittlungsbehörden fieberhaft arbeiten würden und eine Sonderkommission gebildet worden sei. Über den exakten Tathergang und mögliche Motive gab es keine Vermutungen. Die Zeitung stützte sich hier auf eine erste Pressekonferenz von Oberstaatsanwalt Brechmann.

"Ausgerechnet Brechmann", murmelte Lüder mehr zu sich selbst, als er den Bericht überflog. "Hoffentlich knickt er diesmal nicht gegenüber irgendwelchen Großkopfeten im Hintergrund ein."

"Hast du wieder Ärger mit ihm?", fragte Margit beiläufig, um gleichzeitig ihre Aufmerksamkeit Sinje zuzuwenden, die mit dem Ärmel im Nutella gelandet war, als sie nach den Cornflakes greifen wollte, die Jonas rasch ihrem Zugriff entzog.

"Wie kommst du darauf, dass ich in diese Sache involviert bin?", fragte Lüder beiläufig und versuchte uninteressiert zu wirken.

"Nun tu nicht so", mischte sich Thorolf ein. Der Vierzehnjährige war im Stimmbruch, und seine Stimme kickste manchmal im Wechsel zwischen tief und hoch. "Du warst doch gestern auf Sylt. Da ist diese Ratte doch umgebracht worden."

"Thorolf!", sagte Margit scharf. "So spricht man nicht über Menschen."

"Ist doch wahr", zeigte sich der Junge stur. "Um den ist es doch nicht schade. Der ist doch ein Ausbeuter gewesen. Die sollte man rund um den Globus ersäufen."

Lüder räusperte sich, bevor er antwortete. "Du hast jetzt ein Alter, in dem revolutionäre Ideen reifen. Man ist gegen alles und jeden. Wenn dazu jugendlich frische Dynamik kommt, schießt man manchmal über das Ziel hinaus. Man darf sicher darüber diskutieren und unterschiedlicher Meinung sein, ob das alles gerecht ist, was dort geschieht, aber das rechtfertigt noch lange nicht, einen Menschen zu töten."

"Auge um Auge - Zahn um Zahn", antwortete Thorolf. "Du bist ja ein Diener des Systems. Deshalb musst du so sprechen. Solche Typen wie der Gruenzweig sind für die Ausbeutung der Dritten Welt verantwortlich."

"Jetzt gehst du aber zu weit, wenn du Lüder beschimpfst. Er ist Polizist und kein willfähriger Lakai eines Systems, wie du es nennst."

"Und dann ist es das einzige Bibelzitat, das du kennst", presste Viveka zwischen den Zähnen hervor und kaute weiter.

"Blöde Kuh", schimpfte Thorolf in Richtung seiner Schwester.

"Ich würde dich nicht als blöd bezeichnen", sagte Lüder. "Leider reicht unser aller Zeit jetzt nicht, aber über deine trotzkistischen Gedanken würde ich gern noch einmal ausführlich mit dir diskutieren."

"Hä?", antwortete Thorolf irritiert.

"Jetzt weiß der Trottel nicht, was das ist", lästerte Viveka. "Aber eine große Lippe riskieren."

Lüder war aufgestanden. Als er an Thorolfs Stuhl vorbeikam, fuhr er dem Jungen mit der Hand durchs Haar. "Es ist gut, wenn man eine Meinung hat. Nur musst du lernen, die in richtige Bahnen zu l

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