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Der Tote vom Zentralfriedhof Ein Wien-Krimi - Die Sarah-Pauli-Reihe 4 von Maxian, Beate (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.06.2014
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Der Tote vom Zentralfriedhof

Nun, da ihre Kolumne über Aberglauben ein voller Erfolg ist, will die junge Journalistin Sarah Pauli eine neue Serie über das mystische Wien starten. Spannende Informationen dazu erhofft sie sich von der Fremdenführerin Erika, die Führungen zu den geheimnisvollen Orten der Stadt veranstaltet. Doch kurz vor ihrem Treffen verschwindet Erika spurlos. Sarah macht sich auf die Suche nach ihr und stößt auf einen aufsehenerregenden Fall: Vor Kurzem wurde der Sarg eines verstorbenen Millionärs vom Wiener Zentralfriedhof gestohlen - ein Ort, an dem noch so manches dunkle Geheimnis begraben liegt ...

Beate Maxian lebt mit ihrer Familie in Oberösterreich und Wien und arbeitet neben dem Schreiben als Journalistin und Dozentin. Ihre Wien-Krimis um die Journalistin Sarah Pauli sind Bestseller in Österreich. Beate Maxian ist Initiatorin und Organisatorin des ersten österreichischen Krimifestivals.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 17.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641131722
    Verlag: Goldmann
    Serie: Sarah Pauli Bd.4
    Größe: 935 kBytes
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Der Tote vom Zentralfriedhof

2 SARAH PAULI

L et the sunshine ... in", trällerte es laut aus irgendeinem Redaktionsbüro des Wiener Boten an Sarahs Ohr.

Die junge Journalistin schlenderte den Flur entlang Richtung Konferenzraum und summte die Melodie mit. "Let the sunshine ..."

Der Winter war dieses Jahr hart und endlos gewesen. Bis Mitte April hatte in ganz Österreich Schnee gelegen. Zum ersten Mal in ihrem Leben konnte Sarah sich vorstellen, was es hieß, unter einer Winterdepression zu leiden. Zusätzlich hatte diese lang anhaltende Dunkelheit verhindert, dass Sarah ihr inneres Gleichgewicht wiederfand. Wenn man wie sie einen Selbstmord mit ansehen musste, so brauchte man viel Sonnenlicht und vor allem auch möglichst fröhliche Menschen um sich herum, sonst blieb das schreckliche Erlebnis für immer im Kopf. Doch über Wien hing eine Glocke der Übellaunigkeit wie eine lästige Zecke im Fell eines Hundes. Davids Geschenk zu ihrem 30. Geburtstag, ein Kurzurlaub in Neapel, hatte nur kurzfristig Linderung gebracht. Sie waren über Silvester in der Geburtsstadt ihrer Großmutter gewesen, und Sarah hatte sich augenblicklich in die Region und die Menschen dort verliebt.

Leider hatte die Reise nach Neapel den immer wiederkehrenden Albtraum nicht endgültig vertrieben. Der hatte es sich während ihrer Abwesenheit gemütlich gemacht und zu Hause auf sie gewartet.

Eine sternenklare Nacht auf dem Cobenzl in Wien, der Parkplatz menschenleer. Nur eine dunkle Gestalt steht vor der kniehohen Mauer und sieht auf das funkelnde Lichtermeer der Stadt hinunter. Sarah geht auf die Gestalt zu. Noch zehn Schritte, neun, acht, sieben ... sie kommt nicht vom Fleck. Die Dienstbotenmadonna aus dem Stephansdom legt ihr die Hand auf die Schulter und hält sie zurück. Da dreht die Gestalt sich um ...

Und in diesem Moment erwachte Sarah jedes Mal aufs Neue – schweißgebadet und mit panisch rasendem Herzen. Die Szene, in der Doris Heinlein sich vor ihren Augen in den Mund geschossen hatte, blieb ihr im Traum erspart, doch immer erwachte sie mit einem Gefühl, als würde ihr jemand eine Pistole hart gegen die Stirn drücken.

Im März brachten Schlagzeilen über brodelnde phlegräische Felder unter Neapel Sarah zeitweise auf andere Gedanken. Sie hatte sich ernsthaft Sorgen um die Stadt ihrer Großmutter gemacht. Immerhin hatten diese unterirdischen Supervulkane einen Explosivitätsindex der höchsten Stufe. Sie las täglich Meldungen über den aktuellen Stand der Bedrohung.

Und dann inspirierte sie ausgerechnet diese Gefahr zu einer ihrer Kolumnen. Sie schrieb über die Mythen und Legenden, die sich um Vulkane rankten, und hörte währenddessen die Musik des neapolitanischen Liedermachers Pino Daniele, "Napule è". Ausführlich widmete sie sich Vulcanus, dem römischen Gott des Feuers, der laut römischer Überlieferung im Tyrrhenischen Meer, zwischen Sizilien und Neapel, lebte.

Sie ließ sich zu einer neuen Serie ihrer Kolumnen anregen, die den Titel "Mystisches Wien" bekommen sollte. Das ließ ihr viel Spielraum. Die erste Kolumne dazu beschäftigte sich mit der einzigen Hexenverbrennung in Wien im Jahr 1583. Eine bescheidene Zahl angesichts der zigtausend Frauen, die Opfer der grausamen Hexenjagd wurden. Den Tod auf dem Scheiterhaufen hatte Elisabeth Plainacher ihrem Schwiegersohn und der Hetzpredigt des Jesuiten Gregor Scherer zu verdanken. Den Prediger traf später in der Kirche auf der Kanzel bei einer ähnlichen Ansprache der Schlag. Manchmal sorgte der Himmel also doch für ausgleichende Gerechtigkeit. Heute erinnerte die Elsa-Plainacher-Gasse im 22. Bezirk an die Unglückliche, dort wo die Kegelgasse in die Weißgerb

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