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Der Tote vom Zibelemärit Ein Fall für Müller & Himmel von Lascaux, Paul (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.04.2019
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Der Tote vom Zibelemärit

Ein Mann stirbt an Silvester 2017 durch einen manipulierten Feuerwerksk"rper und f hrt die Detektei M ller & Himmel zur ck in die Vergangenheit. Denn der Verstorbene war nicht nur ein f rsorglicher Vater, sondern einst auch in der Punkszene aktiv. Als Weggef"hrten von damals in der Detektei von Heinrich M ller auftauchen, wird er mit Punk und Rebellion der 80er-Jahre konfrontiert und bewegt sich pl"tzlich in einem Bern zwischen Anarchie und Tod. Paul Lascaux ist das Pseudonym des Schweizer Autors Paul Ott. Der 1955 geborene studierte Germanist und Kunsthistoriker ist am Bodensee aufgewachsen und lebt in Bern. In den letzten 30 Jahren hat er neben zahllosen journalistischen Arbeiten mehrere literarische Ver"ffentlichungen realisiert, vor allem Kriminalromane und kriminelle Geschichten. Als Herausgeber von Krimi-Anthologien und Initiator des Schweizer Krimifestivals Mordstage hat er sich einen Namen gemacht. ¯Der Tote vom Zibelem"rit® ist bereits der elfte Krimi um die Detektei M ller & Himmel.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 251
    Erscheinungsdatum: 17.04.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839259665
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Serie: Gmeiner Spannung 11
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Der Tote vom Zibelemärit

Freitag, 23. Februar 2018

Es war eine Premiere für die Detektei Müller & Himmel , dass Heinrich und Nicole einen Auftraggeber nicht im Büro empfingen, sondern ihn an seinem Wohnort besuchten. Familie Wölfli hatte um Hilfe gebeten. Sie bewohnte ein Eckhaus zwischen Fichten- und Eschenweg in der hinteren Länggasse, einem Quartier, das außerdem aus einem Buchen-, Tannen- und einem Forstweg bestand. Und da es im Wald nicht nur ruhig zuging, hatte man noch einen Drossel-, Amsel-, Distel-, Schwalben- und Wachtelweg hinzugefügt. Mittendurch führte die Fabrikstrasse. Ein wenig Realismus musste sein.

Die Detektive betrachteten das Haus mit Wohlgefallen. Es war weiß verputzt. Zwischen den Geschossen, unter dem Dach und an der Ecke wechselten sich gelbe und lila Backsteine ab. An der Frontseite des Dachgiebels prangten hölzerne weiße Rosetten, und in einer Aussparung saß ein lesender, geflügelter Putto auf einer Weltkugel. Ein geräumiger Garten war auf der Südseite angelegt, im Winter kahl, aber im Sommer bestimmt ein Paradies - "Falls man von Dauergrillierern nicht geräuchert wird", warf Nicole ein.

Heinrich wollte eben die Klingel drücken, als die Haustür auch schon aufschwang. Ein junger Mann begrüßte sie, stellte sich als Oliver Wölfli vor und bat sie in die Stube im Erdgeschoss, die sich auf den Garten hin öffnete. Der Dreitagebart war das Auffälligste am sonst adretten Kerl mit der Föhnfrisur, der auch als Model einer Modezeitschrift durchgegangen wäre.

Links und rechts an der Wand des geräumigen Zimmers standen Sofas, über denen je eine Katzenlithografie von Rosina Wachtmeister hing. Ein Clubtisch auf Rollen war in die Ecke geschoben, damit der Weg zur Balkontüre frei blieb. Vor dem Fenster befand sich ein Fernsehsessel, in dem Oliver Wölfli sich breitmachte. Die Detektive wurden links platziert und erblickten den an der Wand aufgehängten Flachbildschirm - neueste Technologie, wie Heinrich anerkennend bemerkte, als sie wieder draußen standen. Im oberen Stockwerk lief eine Reggae-Platte, die Müller gerade nicht zuordnen konnte, aber deren Melodie in seinem Gehirn hängen blieb und ihn noch lange beschäftigte.

Ihm gegenüber saßen zwei Frauen stocksteif, als ob das Sofa sie gefangen hielt.

"Meine Mutter, Susanne Wölfli, sie hat angerufen", stellte der Sohn sie vor.

Die Frau machte einen entschieden unglücklichen, wenn nicht gar depressiven Eindruck. Sie war wohl um die 50, aber ihr ungepflegter Teint ließ sie heute älter erscheinen, verstärkt durch die verheulten Augen und die leicht strähnigen braunen Haare.

Neben ihr machte eine junge Frau mit langen Stirnfransen und über den Hals fallendem schwarzen Haar fahrige Handbewegungen, was im Kontrast zu den klaren Gesichtszügen und den tief blickenden braunen Augen sowie den schwarz geschminkten Lippen stand. Ein Ebenbild ihrer Mutter, beide mit graziler Figur.

"Florence Wölfli, meine Schwester", sagte Oliver. "Sie ist letztes Jahr von der Schreinerei, in der sie ihre Ausbildung absolvierte und wo sie anschließend gearbeitet hat, entlassen worden. Sie hat ihren Chef als altes Arschloch bezeichnet - dabei war er noch gar nicht so alt."

"Ich kann für mich selbst reden", gab sie unwirsch zurück.

"Sag bloß ...", meinte Oliver.

"Was tun Sie jetzt?", fragte Nicole.

Wiederum sprach der Bruder für die ältere Schwester: "Meinen Sie, womit sie ihre Zeit verbringt oder womit sie ihr Geld verdient?" Nach einer kurzen Pause sagte er: "Sie ist Sargtischlerin."

"Das Geschäft läuft schlecht", brummte Florence.

"Und sie spielt Drehleier in einer Mittelalter-Folk-Rock-Band. Das ist das Business, das wirklich schlecht läuft."

Heinrich Müller räusperte sich und sagte: "Wir sind nicht für eine Familienaufstellung hergekommen. Am Telefon hatten Sie ein anderes Anliegen."

"Entschuldigen Sie", begann Oliver. "Mein

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