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Der Traummacher Ein Fall für Nils Trojan 6 - Psychothriller von Bentow, Max (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.08.2016
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Der Traummacher

Simona ist eine lebenslustige junge Frau und im Begriff, gemeinsam mit ihrer Freundin Alina eine Werbeagentur in Berlin aufzubauen - bis sie eines Nachts auf tragische Weise ihrem Herzleiden erliegt. Ihre Mutter ist fortan eine gebrochene Frau, die das Trauma nicht überwinden kann: Sie hört Simonas Stimme und wird von schrecklichen Fantasien verfolgt. Doch dann ereignet sich etwas Unfassbares - sie wird im Keller ihres Hauses auf bestialische Weise ermordet, ihr Körper ist mit Biss-Spuren übersät. Nils Trojan und sein Team, die sofort am Tatort eintreffen, sind noch nie mit einem solch schockierenden Anblick konfrontiert worden. Doch dies ist erst der Anfang, denn wenig später wird auch Alina in einer verlassenen Turnhalle am Rande Berlins tot aufgefunden, ihr Hals entstellt von denselben grausamen Malen. Nils Trojan ermittelt fieberhaft, und was er enthüllt, führt ihn an den schwärzesten Abgrund, in den er je geblickt hat ...

Max Bentow wurde in Berlin geboren. Nach seinem Schauspielstudium war er an verschiedenen Bühnen tätig. Für seine Arbeit als Dramatiker wurde er mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet. Seit seinem Debütroman "Der Federmann" hat sich Max Bentow als einer der erfolgreichsten deutschen Thrillerautoren etabliert, alle seine Bücher waren große SPIEGEL-Bestseller-Erfolge.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 22.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641182373
    Verlag: Goldmann
    Serie: Nils Trojan Bd.6
    Größe: 2375kBytes
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Der Traummacher

ZWEI

Ein Jahr später. Oktober 2015

F ranziska Wiesner hatte eine weitere schlaflose Nacht hinter sich. Seit einem Jahr kreisten ihre Gedanken unaufhörlich zu später Stunde, und sie kam selten zur Ruhe.

Gegen Morgen gab es für gewöhnlich eine Phase, in der die Grübeleien nachließen und sie kurz wegdämmerte, doch nicht einmal das war ihr diesmal vergönnt gewesen, und so wälzte sie sich völlig erschlagen aus dem Bett, duschte, zog sich an und nahm das Frühstück in der Küche ein.

Fortan beschäftigte sie sich mit der Frage, mit welchen Blumen sie das Grab ihrer Tochter schmücken sollte, immerhin jährte sich ihr Todestag morgen zum ersten Mal. Franziska Wiesner dachte an ein möglichst schlichtes, heiteres Gesteck. Etwas Freundliches, Farbenfrohes hätte Simona sicherlich gefallen.

Sie seufzte, vergrub das Gesicht in den Händen. Was für ein hoffnungsloses Ritual, die Blumen konnten noch so treffend gewählt sein, sie machten ihr Kind ja doch nicht wieder lebendig.

Franziska spülte das Frühstücksgeschirr und stellte es auf das Abtropfregal. Danach trat sie ans Fenster und schaute in den Garten ihres Hauses hinaus. Es versprach ein strahlender Oktobertag zu werden. Das Laub des Ahorns hatte sich goldgelb verfärbt, und das schräg einfallende Sonnenlicht war von schier bedrückender Schönheit.

Franziska gab sich einen Ruck. Schluss mit der Trübsal, dachte sie. Nur Beschäftigung half dagegen, das wusste sie aus bitterer Erfahrung. Bloß hatte sie heute leider keine Schicht im Krankenhaus, wo sie als Physiotherapeutin angestellt war, eine anstrengende körperliche Arbeit. Normalerweise wäre sie in ein paar Jahren im verdienten Ruhestand, aber oftmals dachte sie, es sei besser, noch einige Zeit dranzuhängen, um der drohenden Einsamkeit zu entgehen.

Ihr Mann hatte sie vor einigen Jahren wegen einer Jüngeren verlassen, immerhin war ihr das kleine Haus in Berlin-Zehlendorf geblieben. Sie hätte es sich niemals allein leisten können, doch Gregor, der es als Politiker zu einem gewissen Wohlstand gebracht hatte, erwies sich bei der Scheidung als ziemlich gönnerhaft, offenbar weil ihn sein schlechtes Gewissen plagte. Das war aber auch der einzig erfreuliche Aspekt ihrer unrühmlichen Trennung gewesen.

Franziska hätte sich selbst nicht unbedingt als putzsüchtig bezeichnet, doch seit Simonas Tod kompensierte sie die innere Leere, die sie an ihren freien Tagen empfand, mit intensiver Hausarbeit. Und so begann sie, in den Räumen staubzusaugen, wischte die Böden in Küche und Bad, schrubbte Wanne und Waschbecken. Danach sah sie zur Uhr. Es war noch nicht einmal Zeit fürs Mittagessen.

Sie polierte die Schrankwand und wischte Staub auf der Kommode. Darauf befand sich das gerahmte Foto ihrer Tochter, es war mit einem Trauerflor versehen. Simona lächelte auf dem Bild, ihr rotes Haar schimmerte in zauberhaftem Glanz.

"Ich will einfach nur leben, Mama", hatte sie so oft zu ihr gesagt, "und das Leben feiern."

Behutsam stellte Franziska den Bilderrahmen zurück. Das Herz ihrer Tochter, dachte sie wehmütig, so groß und doch so schwach. Was sie nicht früher alles unternommen hatte, um ihr zu helfen, zu etlichen Ärzten war sie mit ihr gerannt, doch keiner von ihnen hatte ein probates Mittel gegen ihre Krankheit gehabt. Eine Operation erschien zu riskant, also ließ man es bleiben. Bis sich Simona schließlich mit ihrem Schicksal abfand und nach außen hin ein scheinbar unbeschwertes Leben führte, erst als Kind, dann als Teenager und schließlich als junge Erwachsene.

Sie erinnerte sich noch in allen Einzelheiten an den Tag ihres Auszugs. Damals lebte Franziska noch mit Simonas Vater Gregor zusammen im Haus. Sie sah genau vor sich, wie Simona ihr damals zum Abschied um den Hals gefallen war: "Sei nicht traurig, Mutter, lass mich gehen", hatte sie gesagt. "Denn nun fängt für mich das Leben erst richtig an."

Sie hatte ihrer Tochter beigepflich

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