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Der Tuchhändler / Eine Messe für die Medici Zwei Romane in einem Band von Dübell, Richard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.08.2015
  • Verlag: Edel Germany GmbH
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Der Tuchhändler / Eine Messe für die Medici

Der Tuchhändler: November 1475: Die reiche Handelsstadt Landshut steckt mitten in den Vorbereitungen für eine der größten Hochzeitsfeiern, welche die Christenheit je erlebt hat. Zur Vermählung von Georg von Wittelsbach mit Jadwiga von Polen hat sogar der Kaiser sein Kommen zugesagt. Doch offenbar sind nicht alle am Zustandekommen dieser Verbindung interessiert. Jedenfalls könnte der mysteriöse Mord an der polnischen Gräfin, die in der Baustelle der großen Kathedrale erwürgt aufgefunden wird, darauf angelegt sein, die Hochzeit doch noch zu vereiteln ... Held der Geschichte ist der Tuchhändler Peter Bernward. Als Detektiv wider Willen gerät er in den Bann einer längst vergessen geglaubten Tragödie ... Ein mitreißender historischer Roman um die Intrigen der Fürsten, die Schattenseiten der Macht und den Mut eines einzelnen Mannes. Eine Messe für die Medici: Italien im Jahre 1478: Während der Ostermesse im Dom zu Florenz wird bei einem Attentat auf die Medici der jüngere Bruder Giuliano getötet. Sein Bruder Lorenzo, der seit einiger Zeit mit dem Papst um die Vorherrschaft um einige italienische Republiken streitet, überlebt - und eröffnet eine gnadenlose Jagd auf die vermutlich Schuldigen: die rivalisierende Sippe der Pazzi, ebenfalls ein altes florentinisches Geschlecht. Zur gleichen Zeit gerät die junge Jana Dlugosz in Verdacht, mit den Pazzis kollaboriert zu haben. Alle Beweise sprechen gegen Sie und selbst ihr Gefährte der Kaufmann Peter Bernward, beginnt an ihr zu zweifeln. Haben Machthunger und Ehrgeiz die junge Frau in eine verhängnisvolle Falle getrieben? Aber dann beginnen Menschen aus Janas Umfeld zu verschwinden, und Peter Bernward erkennt, dass der Fall komplizierter ist, als er dachte ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 1120
    Erscheinungsdatum: 03.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955307646
    Verlag: Edel Germany GmbH
    Größe: 7144 kBytes
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Der Tuchhändler / Eine Messe für die Medici

2

W enige Augenblicke später kehrte Hanns Altdorf er in Begleitung des Hauptmannes der Wappner zurück. Der gedrungene Mann hielt seine eigene Fackel in die Höhe und blickte sich ständig um, als wäre er von Feinden umgeben; sein Helm warf matte Reflexe und spiegelte das Fackellicht wider. Vor der Grube angekommen, straffte sich seine Haltung, und er machte eine exakte Ehrenbezeigung vor dem Richter und dem Kanzler. Den Polen ignorierte er, ebenso wie mich. Danach sah er von einem zum anderen; sein Gesicht wirkte gelassen, aber seine Haltung war angespannt. Die Anwesenheit der drei angesehenen Männer machte ihn unsicher.

"Ich danke Euch für Euer Kommen, Hauptmann Schermer", sagte der Kanzler, als sonst niemand das Wort ergriff. Der Hauptmann nickte.

"Ihr habt Euch sicher gefragt, weshalb wir Euch und Eure Männer baten, die Kirche abzuriegeln", fuhr Doktor Mair fort; und dann begann er, dem Hauptmann der Vilshofener Wappner das Garn aufzubinden, das wir zuvor gesponnen hatten. Ich beobachtete den Hauptmann: den Teil seines Gesichts, der unter dem weiten Helmrand zu sehen war. Er blähte die Nüstern und öffnete seinen Mund, als wolle er möglichst viele Sinnesorgane auftun, um die Nachricht zu empfangen. Daß er erfuhr, man wäre zufällig auf einen reichlich vom Feuer mitgenommenen Kirchenschatz gestoßen, war eine deutliche Ernüchterung. Sein Mund klappte beinahe hörbar zu, und seine Lippen schürzten sich, als wäre er enttäuscht. Sichtlich hatte er etwas Unerhörteres erwartet als ein paar geschwärzte, halb geschmolzene Monstranzen und Kelche, mochten sie auch noch so einen großen Wert darstellen. Ich dachte: Wenn du wüßtest, mein Freund, wenn du wüßtest; und war gleichzeitig erleichtert, als er keine Fragen stellte. Wir hatten uns zuwenig Zeit gelassen, um die holprigen Stellen in unserer Geschichte zu glätten, aber die tiefe Stimme des Kanzlers führte das Gedankenschiff des Hauptmanns sicher über die Untiefen hinweg in den Hafen, in dem wir es haben wollten.

"Herr Bernward hat große Erfahrung in solchen Dingen", sagte der Kanzler und wies auf mich. Der behelmte Kopf ruckte kurz in meine Richtung und neigte sich nach hinten, so daß ich die zusammengekniffenen Augen sehen konnte, die mir einen unfreundlichen Blick zuwarfen. Er fragte nicht, worin meine Erfahrung bestehen könnte.

"Wir haben ihn gebeten, die Kostbarkeiten abholen zu lassen und zu untersuchen. Er wird seine Männer verständigen; bis diese ankommen, möchte ich Euch bitten, die Kirche weiterhin abzuriegeln."

"Meine Männer können den Transport ebensogut übernehmen", sagte der Hauptmann. Der Kanzler erstarrte einen Moment, und sein linkes Auge zuckte.

"Es wäre mir lieber, Ihr würdet Euch um die Leute draußen kümmern", sagte er dann zögernd. "Ich könnte mir niemand anderen vorstellen, auf den ich mich in dieser Angelegenheit verlassen möchte."

Der Hauptmann mochte einfach über die Ungereimtheiten in einer hastig vorgetragenen Geschichte hinwegzutäuschen sein, aber auf seinem eigenen Gebiet war er nicht so mühelos zu hintergehen; auch nicht mit dick aufgetragenen Schmeicheleien.

"Der Ausfall von zwei Männern wird meine Leute nicht so sehr behindern, als daß sie das Volk nicht auf Distanz halten könnten", erwiderte er hartnäckig.

Doktor Mair schien ratlos. Ich mischte mich ein und sagte unfreundlich: "Meine Männer werden die Truhen abholen, Hauptmann. Sie sind absolut zuverlässig."

Er schaute wieder zu mir hoch. Ich sah, wie er die aufsteigende Wut bekämpfte, und erwiderte seinen Blick, bis er sich abwandte.

"Wir werden so verfahren, wie wir es eben geschildert haben", sagte der Kanzler geistesgegenwärtig. Der Hauptmann gab sich geschlagen.

"Ich gebe meinen Männern Bescheid", sagte er heiser.

"Bitte behaltet für Euch, was Ihr erfahren habt", sagte der Kanzler. "Wir wollen keine unziemliche Erregung unter den Bürgern und verfrühte Ansprüche der Nachkommen vo

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