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Der verbotene Ort Kriminalroman von Vargas, Fred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.01.2011
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Der verbotene Ort

Ein grausiger Fund vor dem Londoner Friedhof Highgate, ein kaltblütiger Mord in Paris und ein rätselhafter Brief führen Kommissar Adamsberg an den Ursprung einer alten Legende. Wagemutig stürzt er sich in einsame Ermittlungen in einer Region, wo der Glaube an Untote sehr lebendig ist. Auch in diesem Roman gelingt Fred Vargas wieder ein packendes Spiel voller Leichtigkeit und Ironie um den Quell menschlicher Ängste. 'Die französische Erfolgsautorin beschreibt die Figuren so liebevoll gekonnt und mit so hintergründigem Witz, dass es eine helle Freude ist.' Stern. 'Fred Vargas ist einfach großartig.' Brigitte.

Fred Vargas, geboren 1957 und von Haus aus Archäologin. Sie ist heute die bedeutendste französische Kriminalautorin und eine Schriftstellerin von Weltrang, übersetzt in 40 Sprachen. Sie erhielt für Fliehe weit und schnell den Deutschen Krimipreis, für ihr Gesamtwerk wurde sie mit dem Europäischen Krimipreis ausgezeichnet.

Bei Aufbau liegen in Übersetzung vor:

Die schöne Diva von Saint-Jacques, Der untröstliche Witwer von Montparnasse, Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord, Bei Einbruch der Nacht, Das Orakel von Port-Nicolas, Im Schatten des Palazzo Farnese, Fliehe weit und schnell, Der vierzehnte Stein, Vom Sinn des Lebens, der Liebe und dem Aufräumen von Schränken, Die dritte Jungfrau, Die schwarzen Wasser der Seine, Das Zeichen des Widders, Der verbotene Ort, Die Tote im Pelzmantel, Die Nacht des Zorns, Von der Liebe, linken Händen und der Angst vor leeren Einkaufskörben  

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 28.01.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841201119
    Verlag: Aufbau Verlag
    Originaltitel: Un lieu incertain
    Größe: 2773 kBytes
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Der verbotene Ort

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2

»Auch bei Ihnen passieren ja merkwürdige Dinge«, sagte Superintendent Radstock auf Englisch zu seinen Pariser Kollegen.

»Was sagt er?«, fragte Adamsberg.

»Dass auch bei uns merkwürdige Dinge passieren«, übersetzte Danglard.

»Das stimmt«, sagte Adamsberg, ohne sich weiter für das Gespräch zu interessieren.

Viel wichtiger war ihm im Augenblick, dass er laufen konnte. Er war in London, es war Juni, und es war Nacht, er wollte laufen. Diese zwei Tage Kolloquium begannen an seinen Nerven zu zerren. Stundenlang sitzen zu müssen war eine der wenigen Prüfungen, die sein Phlegma brechen, ihn in den seltsamen Zustand versetzen konnten, den die anderen »Ungeduld« oder »Hektik« nannten und der ihm normalerweise unerreichbar war. Am Tage zuvor war es ihm drei Mal gelungen, sich davonzustehlen, er hatte einen summarischen Spaziergang durch das Viertel gemacht, hatte sich Häuserfluchten mit ihren Klinkerfassaden eingeprägt, den Ausblick auf Reihen weißer Säulen und schwarz-goldener Laternen gespeichert, er war ein Stück durch ein Gässchen namens St. John's Mews gelaufen, weiß Gott, wie man so was wie »Mews« aussprechen sollte. Dort war ein Schwarm Möwen englisch schreiend aufgeflogen. Doch seine Abwesenheiten waren bemerkt worden. Heute hatte er in seinem Sessel ausharren müssen, hatte störrisch geschwiegen zu den Diskussionsbeiträgen seiner Kollegen, unfähig, dem schnellen Rhythmus des Dolmetschers zu folgen. Die hall war gesättigt mit Polizisten, die sich mit großem Einfallsreichtum der Aufgabe widmeten, das Netz enger zu ziehen, durch welches »der Strom der Migranten harmonisiert« und Europa mit einem unüberwindlichen Gatter umzäunt werden sollte. Da Adamsberg jedoch dem Festen stets das Flüssige, dem Statischen das Geschmeidige vorgezogen hatte, folgte er naturgemäß den Bewegungen dieses Stroms und suchte mit ihm nach Möglichkeiten, wie die Befestigungsanlagen, die unter seinen Augen hochwuchsen, zu überwinden wären.

Radstock, dieser Kollege von New Scotland Yard, schien sehr beschlagen in Netzen, wiederum aber nicht besessen genug von der Frage ihrer Effektivität. Er wollte in knapp einem Jahr in Rente gehen, mit der sehr britischen Vorstellung, dann an irgendeinem See im Norden angeln zu gehen, so berichtete Danglard, der alles verstand und alles übersetzte, auch das, was Adamsberg gar nicht wissen wollte. Adamsberg wäre es lieber gewesen, wenn sein Stellvertreter mit seinen unnützen Übersetzungen etwas sparsamer umginge, aber Danglards Freuden waren so selten, und er schien so froh zu sein, sich in der englischen Sprache zu sielen wie das Wildschwein in einem Schlamm von besonderer Qualität, dass Adamsberg ihm kein Gran seiner Zufriedenheit nehmen wollte. Danglard wirkte glücklich hier, fast beschwingt, sein weicher Körper straffte sich, seine hängenden Schultern nahmen Form an, er gewann an Auftreten und Statur, was ihn beinahe zu einem bemerkenswerten Menschen machte. Vielleicht nährte er den Gedanken, eines Tages seinen Ruhestand gemeinsam mit diesem neuen Freund zu genießen, beim Angeln an jenem See da oben.

Radstock nutzte Danglards Gutwilligkeit, um ihm in allen Einzelheiten sein Leben beim Yard zu erzählen wie auch eine Menge schlüpfriger Anekdoten, von denen er meinte, dass sie französischen Gästen gefallen würden. Danglard hatte ihm während des ganzen Mittagessens mit großer Geduld zugehört und zugleich die Qualität des Weins im Auge behalten. Radstock nannte den Commandant »Denglarde«, und sie überboten sich gegenseitig in Geschichten und versorgten sich mit Getränken, Adamsberg im Schlepptau hinter sich lassend. Der Kommissar war der Einzige unter den hundert Bullen, der nicht einmal Rudimente der Sprache beherrschte. Er wohnte der Veranstaltung mehr am Rande bei, wie er auch gehofft hatte, und nur wenige Leute hatten überhaupt verstanden, wer er wirklich war. An seiner Seite sah man den jungen Bri

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