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Der Verein der Linkshänder Roman - Kommissar Van Veeteren und Inspektor Barbarotti auf der Spur eines Mörders, der alle zum Narren hält. von Nesser, Hakan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.09.2019
  • Verlag: btb
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Der Verein der Linkshänder

Kommissar Van Veeteren und Inspektor Barbarotti auf der Spur eines Mörders, der alle zum Narren hält. Kommissar Van Veeteren - mittlerweile im Ruhestand, aber so legendär wie eh undje - bereitet sich innerlich darauf vor, seinen 75. Geburtstag zu feiern, als ein früherer Kollege auftaucht, um ihn von einem alten Fall zu berichten. Damals waren in einer Pension in Oosterby vier Menschen ums Leben gekommen, die nur eines gemeinsam hatten: die Mitgliedschaft in einem 'Verein der Linkshänder'. Da das fünfte am Treffen teilnehmende Mitglied verschwunden war, wurde der Mann schnell als Täter identifiziert, aber niemals gefunden. Nun ist überaschend nach Jahren seine Leiche aufgetaucht, offensichtlich wurde er zur selben Zeit ermordet wie die anderen. Mit anderen Worten: Van Veeteren und seine Kollegen haben damals versagt, der Mörder ist weiter auf freiem Fuß. Bald danach wird eine weitere Männerleiche gefunden - mit den Ermittlungen hier betraut: ein gewisser Inspektor Barbarotti... Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der beliebtesten Schriftsteller Schwedens. Für seine Kriminalromane erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in über zwanzig Sprachen übersetzt und mehrmals erfolgreich verfilmt worden. Håkan Nesser lebt abwechselnd in Stockholm und auf Gotland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Erscheinungsdatum: 23.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641237622
    Verlag: btb
    Originaltitel: De vänsterhäntas förening
    Größe: 1121 kBytes
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Der Verein der Linkshänder

1

1957-58. Ooste rby und Umgebung

Marten Winckelstroop wuchs mit zwei Makeln auf. Er hatte keinen Vater, und er war Linkshänder.

Dass er vaterlos war, wurde ihm früh bewusst. Wahrscheinlich im Alter von etwa drei Jahren, denn zu dieser Zeit begann seine Mutter, Louise Henriette Winckelstroop, dem Schädel ihres eingeborenen Sohns die Grundvoraussetzungen des Lebens einzubläuen. Zum Beispiel, dass Gestalten, die gern in langer Hose und Hut oder Mütze herumstolzierten - und die sich zuweilen mit Bart und Schnäuzer schmückten, weil sie zu faul waren, sich zu rasieren -, bei Familie Winckelstroop nicht die geringste Chance hatten.

So viel dazu.

Dass dieser Mangel an Mannsbildern ein Makel sein könnte, kam allerdings keinem der beiden jemals in den Sinn. Nicht einmal ansatzweise. Männer, alte wie junge, waren - abgesehen natürlich vom kleinen Marten selbst - ein Elend und eine missratene Erfindung, so idiotisch war die Welt eingerichtet. Sie mochten eventuell für gewisse Arten schwerer körperlicher Arbeit und zur Säuberung verstopfter Abflüsse taugen - sowie für etwas anderes, aber um darauf einzugehen, war es noch zu früh. Aber das war auch schon alles, buchstäblich alles.

Dass die linke Hand des kleinen Marten sich so viel besser zu allen Arten des Herumfingerns eignete, angefangen beim Rotz und von dort in die Welt hinaus, wusste er auf eine halb unbewusste Weise bereits in sehr jungen Jahren, aber erst, als er sieben Jahre und ein paar Monate alt war, wurde er darauf aufmerksam gemacht, wie widernatürlich es war. An einem sonnigen Herbsttag im Jahre des Herrn 1957, der mit einer sanften Brise vom Meer einherging, wurde er nämlich zusammen mit den übrigen zitternden, aber sorgsam gekämmten Siebenjährigen der Obhut und Aufsicht von Lehrerin Bolster in der Volksschule Oosterby unterstellt. Womit die Kleine Schule gemeint war; es gab auch eine Große Schule, auf demselben großzügig bemessenen Grundstück zwischen Feuerwache und Kirche gelegen, allerdings hinter einer Hecke der Marke Liguster.

Es war aus Backsteinen, dieses kleine Schulgebäude, beherbergte vier Klassenzimmer und einen Werkraum sowie die Wohnungen von Lehrerin Bolster und Lehrer Klitschke unter dem Dach. Ein paar Jahre zuvor hatte die Kleine Schule den fünfundsiebzigsten Jahrestag ihrer Gründung gefeiert. Die Große Schule war zwei Jahre jünger, aber wie alt Frau Bolster war, wusste keiner so genau. Viele meinten, sie sei sicher von Anfang an dabei gewesen. Vielleicht war auch sie aus Backsteinen gefertigt worden, aus dem, was übrig geblieben war, nachdem die beiden Schulhäuser errichtet worden waren, der Gedanke erschien einem nicht abwegig.

Jedenfalls gehörte sie zu einem alten, gestählten Stamm, diese Margarete Bolster. Sie hatte nicht nur alle älteren Geschwister der zitternden Schar erzogen, sondern in den meisten Fällen auch deren Eltern. Wenn es in dieser veränderlichen Welt etwas gab, was man nicht in Frage stellte, dann war es Lehrerin Bolster.

Und man sollte kein Linkshänder sein. Auf gar keinen Fall.

Man sollte auch nicht vaterlos sein. Vermutlich hingen diese Dinge in irgendeiner unergründlichen Weise zusammen; das Familientechnische entzog sich Lehrerin Bolsters Einfluss, aber wenn es darum ging, zwischen welchen Fingern und in welcher Hand man einen Stift, ein Stück Kreide oder eine Nähnadel hielt, nun, was das anging, gab es pädagogische Richtlinien.

Und Methoden. Also wenn es galt, mit verkehrt gepolten Schulkindern zurechtzukommen. Zumindest eine Methode.

Und so durfte Marten Winckelstroop bereits an seinem zweiten Schultag, der übrigens ebenso sonnig war wie der erste und mit dem gleichen freiheitlichen Wind aus Nordwest einherging, die Bekanntschaft des sogenannten Korrekturhandschuhs machen. Er war aus Leder, roch nach einer Prise Mist, einer Prise Schaf und zwei Prisen altem Schweiß und wurde noch v

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