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Der verhängnisvolle Winter Ein Fall für Roger Chapman von Sedley, Kate (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2013
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Der verhängnisvolle Winter

Ein spannender Kriminalroman aus der Zeit der Rosenkriege! Kate Sedley entwirft ein farbenprächtiges Bild des mittelalterlichen England, erzählt von rauschenden Festen, opulenten Banketten, prunkvollen Maskenspielen am Fürstenhof, aber auch vom Leben in verwinkelten Gassen und finsteren Kaschemmen der Unterwelt. Roger Chapman, ehemals Dominikanermönch, jetzt Straßenhändler, ermittelt in seinem sechsten Fall. Im Jahre 1476 besucht Roger Chapman zusammen mit dem Dominikanermönch Simeon das Gut Cederwell Manor. Lady Jeanette Cederwell wird kurz nach der Ankunft ihrer Gäste tot aufgefunden. Während Roger und Simeon noch rätseln, ob es sich um Unfall oder Mord handelt, ereignet sich ein weiterer Todesfall. Roger bleibt nicht viel Zeit, um die mysteriösen Todesfälle aufzuklären ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 18.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955301767
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 3166 kBytes
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Der verhängnisvolle Winter

1

ES WAR BITTER KALT. Vom Fluß her wehte ein eisiger Wind, der gerade jetzt noch einmal kräftig auffrischte, die Dächer der umstehenden Häuser umtoste und ihre Fensterläden klappern ließ wie die Zähne eines alten Mannes. Meine Schwiegermutter beugte sich vor und zog das Wolltuch noch ein wenig fester um Elizabeth, meine schlafende Tochter, die unangenehm schwer auf meiner Schulter lastete. Seit Elizabeths erstem Geburtstag waren zwei Monate vergangen, und allem Anschein nach hatte sie nicht nur das blonde Haar und die blauen Augen, sondern auch die kräftige Statur von mir geerbt, denn für ihr Alter war sie ungewöhnlich groß. Behutsam verlagerte ich ihr Gewicht von meiner rechten auf meine linke Schulter, was sie ebensowenig zu wecken vermochte wie die kraftvolle Stimme des Mönchs, der vom High Cross aus zu den Gläubigen predigte. Doch einige der Umstehenden in der dichtgedrängten Menge fühlten sich belästigt, drehten sich stirnrunzelnd um und straften mich mit bösen Blicken.

Sein Ruf war dem Dominikanermönch Simeon viele Monate vor seiner Ankunft in Bristol vorausgeeilt. Schon nach meiner Rückkehr in Margaret Walkers bescheidenes Heim im Bristoler Weberviertel letzten September wurde auf den Märkten und in den Gaststuben kaum über etwas anderes gesprochen. Und nun, in der ersten Woche eines eiskalten Januars im Jahr des Herrn 1476, war der große Prediger endlich selbst in die Stadt gekommen. Ganz Bristol war an diesem Montag morgen auf den Beinen; trotz des unwirtlichen Wetters hatten viele ihre Arbeit niedergelegt und waren in Scharen zum High Cross geströmt, um ihn zu hören.

Ich hatte meinen behaglichen Platz am wärmenden Feuer nur ungern verlassen, aber meinen Vorschlag, doch alleine zu gehen, während ich mit Elizabeth zu Hause blieb, hatte meine Schwiegermutter nicht annehmen wollen.

"Es wird dir guttun, zur Abwechslung einmal eine wirklich fesselnde Predigt zu hören", war ihr Einwand gewesen. "Das Wort Gottes kommt heutzutage in den Kirchen viel zu kurz. Womit ich unseren Priestern keineswegs vorwerfen will", fügte sie hastig hinzu, "daß sie ihrer Pflicht nicht nachkommen würden. Gott ist mein Zeuge, daß mir nichts ferner liegt! Die armen Herren werden bloß von ihrem Amt so in Anspruch genommen, daß sie keine Zeit mehr finden, den Gläubigen die Heilige Schrift zu erklären. Sie sind froh, wenn die Mönche das für sie tun."

"Ach, wirklich?" fragte ich. "Und ich dachte immer, die Kirche würde alle Orden der Habgier, Lüsternheit und Heuchelei bezichtigen. Du kennst doch den Spruch: ‹Bruder und Luder liegen eng beisammen.›"

Margaret wirkte ein wenig verstimmt. "Solches Geschwätz beachte ich nicht, und dir würde ich das gleiche raten. Es hat schon so manche brave Seele in Verruf gebracht."

Ich wußte, daß sie allen Grund hatte, sich über böswillige Verleumdungen zu empören, und drückte sanft ihre Hand.

"Mutter", sagte ich, auch wenn mir diese Anrede jedesmal im Hals steckenzubleiben drohte, "es geht mir ja nicht bloß darum, an einem derart unfreundlichen Morgen selbst noch ein Weilchen im Warmen zu bleiben. Aber es wäre doch sicherlich unklug, Elizabeth dieser rauhen Witterung auszusetzen."

Sie lachte bitter. "Woher, bitte schön, willst du wissen, was für das Kind gut ist und was nicht? Sie ist über ein Jahr alt, und dieser Winter war die längste Zeit, die du je mit ihr verbracht hast. Bald wirst du uns wieder alleine lassen. Mach dir bloß nicht die Mühe, mir zu widersprechen! Ich kenne die Anzeichen. Seit Tagen schon bist du rastlos und von früh bis sp&a

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