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Der Wattlooper von Harlesiel. Ostfrieslandkrimi von Wolff, Ele (eBook)

  • Verlag: Klarant
eBook (ePUB)
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Der Wattlooper von Harlesiel. Ostfrieslandkrimi

Ein Mord auf dem Deich zerstört die Idylle des ostfriesischen Küstenortes Harlesiel. Die erstochene Hebamme hatte eine besondere Verbindung zu dem Mann, den hier alle den Wattlooper nennen. Denn tagein, tagaus, bei Wind und Wetter, läuft Fokko Tapper bei Ebbe durch das Watt. Die junge Schriftstellerin Janneke Hoogestraat ist vor Ort und geht der Sache auf die Spur. Die Motive für den Mord an der Hebamme müssen in tragischen Ereignissen der Vergangenheit liegen, die gleich mehrere Einheimische in den Kreis der Verdächtigen rücken. Doch was genau hat sich damals hier an der Küste ereignet? Und welche Rolle spielt der Wattlooper in diesem rätselhaften Fall? Janneke steckt mitten in ihren Nachforschungen, als eine weitere Todesnachricht den Nordseeort erschüttert ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783965861107
    Verlag: Klarant
    Größe: 342 kBytes
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Der Wattlooper von Harlesiel. Ostfrieslandkrimi

3. Kapitel

Der kalte Ostwind blies Fokko Tapper ins Gesicht und erschwerte ihm das Vorwärtsgehen. Vorsichtig, sich mit seinem langen Stock abstützend, stieg er den klitschnassen Deich herunter.

Die Flut würde noch ein wenig auf sich warten lassen. So hatte der Pensionär ausreichend Zeit, im Watt nach verwertbaren Fundstücken zu suchen. Sein Blick nach unten gerichtet, suchte er den wellenförmigen Schlick ab.

Der ehemalige Wasserbauingenieur lebte mit seiner Frau Christa in seinem Elternhaus mit angrenzender Werkstatt im Möwenweg in Carolinensiel, welches er vor fast vierzig Jahren nach dem Tod seiner Mutter mit seiner Frau bezogen hatte. Fokko lebte zurückgezogen, hatte kaum Freunde und ging jedem gesellschaftlichen Ereignis aus dem Weg.

Ganz anders seine Frau. Sie liebte den Umgang mit Menschen, war Mitglied im Heimatverein und arbeitete ehrenamtlich in der Bücherei. Fokko fand dieses ewige Geschwätz der Weiber zum Kotzen. Unfassbar, dass Frauen in der Lage waren, den ganzen Tag über die kleinsten Begebenheiten der Mitmenschen ganze Legenden zu spinnen, und das in endlosen Wiederholungen.

Zu Hause hatte sich das Ehepaar Tapper nicht viel zu sagen. Außer den alltäglichen Floskeln ging jeder seiner Wege. Fokko war das recht, denn er liebte die Stille und die wortlose Gesellschaft der Nordsee und des Watts.

Jeden Tag verließ er sein Haus und fuhr mit dem Fahrrad an der Harle entlang zum Harlesieler Deich. Hin und wieder lief er, seinen mausgrauen Rucksack auf dem Rücken, bis zum Café Störmhuus in Neuharlingersiel und genehmigte sich einen Milchkaffee.

Die letzte Flut hatte zwei Stück Treibholz angeschwemmt, die der Mann aufhob und in seinem Rucksack verstaute. Irgendetwas wird sich schon daraus bewerkstelligen lassen, glaubte er. Wahrscheinlich wanderte das fertige Stück zu den unzähligen anderen Skulpturen, die er in den letzten Jahren gefertigt hatte, in die geräumige Scheune auf seinem Grundstück und wartete vergeblich auf Kaufinteressenten.

Christa hatte diese Leidenschaft immer mit gerunzelter Stirn verfolgt, wenn er, früher nach Feierabend, sich daranmachte und bis spät in die Nacht herumwerkelte. Anschließend brachte sie ihm manchmal mit einem eingefrorenen Lächeln seinen blauen Teepott in die Stube. "Hier, trink. Das ist gut für deinen Kreislauf."

Seine Frau war für ihn eigentlich das große Los gewesen, häuslich, lebensbejahend und treu. Wahrscheinlich war er das Arschloch in dieser Beziehung und schuld an der kalten Atmosphäre im Haus.

Fokko ließ sich auf einer Bank auf dem Deich nieder und zog seine blaue Pudelmütze tiefer ins Gesicht. Jetzt im November war es nahezu menschenleer an diesem Ort. Im Sommer tummelten sich am Strand Hunderte von Gästen, stand ein Wohnmobil an das andere gereiht auf dem Stellplatz. Jetzt war für ihn die beste Zeit, in der er mit Ruhe auf der Suche nach Schätzen sein, seinen Gedanken ohne Störungen nachhängen und die beruhigende Weite des Wassers genießen konnte.

Sein Blick wanderte zu dem Menschenauflauf in einiger Entfernung. Er registrierte die Uniformierten, die geschäftig umherliefen, und nahm ihre Stimmen wahr. Jemand winkte ihm zu und kam näher. Demonstrativ wandte er sich ab und blickte zu Boden. Er hoffte, dass sich der herannahende Mann von seiner ablehnenden Körperhaltung beeindrucken ließ.

"Fokko, hast du das mitbekommen?" Es war Kalle Bonhuis, der immer und überall seine Nase reinsteckte. "Motje liegt dahinten." Er fuhr mit seiner flachen Hand an seiner Kehle entlang. Fokko wusste, was es bedeutete, und winkte ab. Anschließend blickte er provokativ in die andere Richtung. Als er sich wieder umsah, hatte Kalle sich verzogen.

Fokko atmete erleichtert auf. Das hätte ihm gerade noch gefehlt, wenn man ihn hier mit weiteren Neuigkeiten überschüttet und komische Fragen gestellt hätte.

Er presste seine Augen fest zusammen und versuchte an etwas anderes zu

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