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Des Hauses Hüterin Roman von Joss, Morag (eBook)

  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Online verfügbar

Des Hauses Hüterin

Ein Mord am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen: Der bitterböse Spannungsroman »Des Hauses Hüterin« von Morag Joss jetzt als eBook bei dotbooks. In Rente gehen? Keine Option für Jean, die im Auftrag reicher Leute deren Häuser hütet. Besonders schön findet sie es in Waldon Manor, ihrem letzten Auftrag nahe Bath - warum also nicht gleich bleiben? Da wäre nur der Haken mit den tatsächlichen Hausbesitzern, die irgendwann zurückkommen werden ... Unerwartete Hilfe erhält Jean von dem jungen Kunstdieb Michael und der hochschwangeren Steph, die beide auf der Flucht vor der Vergangenheit sind. Gemeinsam schmieden sie einen eiskalten Plan ohne Fehl und Tadel - doch sie ahnen nicht, dass sie selbst ihre gefährlichsten Gegner werden könnten ... Ein wohlig-böser Landhaus-Krimi, der den Leser mit seinem feinmaschigen Netz aus Lügen und dunkler Wahrheit ganz und gar gefangen nimmt. »Außergewöhnliche Atmosphäre, tolle Charaktere und ein eleganter Plot.« P. D. James »Ein psychologischer Spannungsroman der ersten Klasse - ein Must-read!« Publishers Weekly Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der eiskalte psychologische Spannungsroman »Des Hauses Hüterin« von Morag Joss - für alle Fans des Nervenkitzels der TV-Serie »Bates Motel« und dem schwarzen Humor von Spannungskünstlerin Gillian White. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Morag Joss wuchs an der Westküste Schottlands auf und studierte an der Londoner Guildhall School of Music. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter als freie Schriftstellerin in der Nähe von Bath im Süden Englands. Dieser mondäne Kurort ist auch Schauplatz ihrer »Sara Selkirk«-Kriminalromane. Für ihren brillanten Spannungsroman »Des Hauses Hüterin« erhielt sie den Silver Dagger Award der Crime Writers' Association. Morag Joss veröffentlichte bei dotbooks ihren preisgekrönten psychologischen Spannungsroman »Des Hauses Hüterin«. Außerdem erscheint bei dotbooks in der »Sara Selkirk«-Reihe: »Der Klage dunkles Lied« »Des Todes heller Klang« »Des Grabes stumme Melodie«

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 396
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783961487790
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 1656 kBytes
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Des Hauses Hüterin

FEBRUAR

Ein paar Wochen später erfasste Michael ein schales Gefühl der Vertrautheit angesichts seiner Verfassung. Schon vorher hatte er solche Zeiten erlebt, Zeiten, in denen Hell und Dunkel ineinander übergingen und ein Teil seines Wesens sich von der Welt, in der sein Körper lebte, zu entfernen schien und in einer eigenen Nische wohnte. So etwas überfiel ihn unvermittelt, aber gewöhnlich folgten diese Phasen auf irgendwelche Schwierigkeiten, wie zum Beispiel sein Erscheinen vor Gericht. Und im Winter war es noch viel schlimmer, weil er gegen Ende der zweiten Woche, wenn er glaubte, wieder aufstehen und sich waschen zu können, erst einmal die Kälte überwinden musste, und dieser spezielle Kampf konnte ihn, wie es dieses Mal der Fall war, noch ein paar Tage länger festhalten.

Er war noch dünner geworden, denn Essen und Waschen erforderten unvorstellbare Anstrengungen. Wenn es gar nicht mehr anders ging, schleppte er sich zum Lebensmittelgeschäft und kaufte einige Dosen Suppe und Brot. Wenn er in den nächsten Tagen das Gefühl hatte, er müsse etwas im Magen haben, löffelte er die Suppe kalt aus der Dose. Weder der süßliche, halb faule Gemüsegeschmack, das klebrige Gefühl der weichen Klumpen in seinem Mund noch die Botschaft, die sein Magen danach aussandte und die eher Übelkeit signalisierte, als dass sein Hunger gestillt war, schienen ihn zu berühren. Auch nicht der immer größer werdende Stapel geöffneter und nicht leer gegessener Dosen neben seinem Bett, deren Metallgeruch dem Zimmer einen säuerlichen Gestank verlieh.

Tagelang lag er da, als habe er eine mehr oder weniger halbherzige Affäre mit dem Tod, und wartete, ob dieser sich einstellen werde. In seiner Apathie würde er keinen Widerstand leisten, aber er würde ihm auch nicht entgegeneilen. Er würde also sterben, ohne Selbstmord zu begehen, was ja immerhin einen gewissen Einfallsreichtum von ihm erfordert hätte, und dazu war er nicht fähig. Er besaß nicht die Kraft, sich lange genug mit dem Problem seines Körpers zu beschäftigen, um seinen Herzschlag, seinen Atem und seine Verdauung zum Stillstand zu bringen. Selbst die kleinste Abweichung von der Gewohnheit erforderte fast unmögliches schöpferisches Denken. Und genau das bewog ihn, mehr als Stolz oder ein verkümmerter Begriff von Anstand, aufzustehen, wenn er pinkeln musste. Wie durch einen Nebel überlegte er, dass eine feuchte Matratze ihn schließlich zwingen würde, aufzustehen und aufzubleiben, aber seine Benommenheit war so stark, dass er den Moment hinauszögerte, bis er dann kaum mehr aufrecht gehen konnte und mit Überdruck auf der Blase zur Toilette stolperte.

Dieses Mal nahm er einmal pro Tag seine Suppe zu sich und schlief stundenlang. Dazwischen starrte er über die Bettdecke hinweg auf den Fernseher, den Ton abgeschaltet. Da er seinen Fernseher nicht angemeldet hatte und vermutete - da er keine Ahnung hatte, wie so etwas funktionierte -, dass ein Detektor-Van irgendwie die Geräusche registrierte, hatte er sich angewöhnt, ohne Ton fernzusehen. Und da er sowieso nicht aufnahm, was er sah, bildete die Stille auch einen Schutz gegen das Unverständnis gegenüber dem, was sich auf der Leinwand abspielte. Er beobachtete Gesichter, die zuhörten, redeten, lachten, schrien, weinten, sah darin nicht nur die Gesichter von Fremden, sondern von Menschen, die er beobachtete, um herauszufinden, wie sie funktionierten, konnte dies aber weder verstehen noch sich vorstellen, dass er es genauso machte. Er starrte auf den Bildschirm und überlegte leicht verwundert, warum er so vollkommen anders war, denn es war offensichtlich, dass ihm ein grundlegendes Verständnis fehlte, das all diese Menschen miteinander verband und ihn ausschloss. Während sie Meinungen, Hoffnungen, Ideen, Eigenheiten, Marotten und Überspanntheiten an den Tag legten, entdeckte er nichts davon bei sich. Er war unerträglich langweilig und unwichtig. Manchmal träumte er, er sei kein Mensch, wusste aber nicht, was er stattdessen

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