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Die Behandlung Der 2. Fall für Jack Caffery - Roman von Hayder, Mo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.07.2002
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Behandlung

Ein schockierendes Verbrechen stellt die Londoner Polizei vor ein Rätsel: Ein Fremder hat die Familie Peach in ihrem eigenen Haus überfallen. Unaussprechliches muss sich zugetragen haben, bevor er wieder verschwand, nicht ohne den kleinen Sohn der Peaches mit sich genommen zu haben. Doch die schwer verletzten Eltern können der Polizei keine Angaben zu den Geschehnissen machen. Oder wollen es nicht. Und schon bald macht in der Gegend das Wort von einem unheimlichen 'Troll' die Runde, der kleine Kinder töten soll. Bei Detective Inspector Jack Caffery ruft der Fall Erinnerungen an das Verschwinden seines eigenen Bruders wach, der als Kind möglicherweise ebenfalls einem Verbrechen zum Opfer fiel. Nie vernarbte Wunden reißen wieder auf, als immer mehr Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart sichtbar werden. Die Ermittlungen werden für Caffery zunehmend zu einem emotionalen Kraftakt - und dabei hat der Albtraum gerade erst begonnen... Mo Hayder avancierte mit ihrem Debüt, dem Psychothriller "Der Vogelmann", über Nacht zur international gefeierten Bestsellerautorin. Der Nachfolger "Die Behandlung" wurde von der Times zu einem der zehn spannendsten Thriller aller Zeiten gewählt. 2011 bekam Mo Hayder den "CWA Dagger in the Library" für ihr bisheriges Gesamtwerk, im Jahr darauf wurde "Verderbnis" mit dem renommierten Edgar Award für das beste Buch des Jahres ausgezeichnet. Die Autorin lebt mit ihrem Lebensgefährten und ihrer Tochter in Bath, England.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 09.07.2002
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783894805807
    Verlag: Goldmann
    Serie: Jack Caffery Bd.2
    Originaltitel: The Treatment
    Größe: 1884 kBytes
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Die Behandlung

Als alles vorbei war, musste sich Detective Inspector Jack Caffery
von der Mordkommission Südlondon eingestehen, dass ihn an jenem wolkenverhangenen
Juliabend in Brixton am meisten die Krähen aus der Fassung gebracht
hatten.

Sie waren schon da, als er aus dem Haus der Familie Peach trat - gut
zwanzig Vögel, die ihn vom Rasen des Nachbargartens aus zu beobachten
schienen und sich weder um die Polizeiabsperrung scherten noch um
die Neugierigen oder die Beamten von der Spurensicherung. Einige der
Krähen hatten den Schnabel geöffnet, während andere nach Luft zu schnappen
schienen. Sie starrten ihn an, als wüssten sie, was in dem Haus passiert
war. Als machten sie sich insgeheim darüber lustig, wie sehr ihn der
Anblick schockiert hatte, der sich ihm am Tatort geboten hatte, und
als spotteten sie über seine unprofessionelle Reaktion, darüber, dass
er die ganze Geschichte viel zu persönlich nahm.

Erst später gestand er sich ein, dass das Verhalten der Krähen völlig
normal gewesen war, dass sie keinesfalls seine Gedanken gelesen oder
gewusst haben konnten, was der Familie Peach Schreckliches zugestoßen
war. Doch in diesem Moment ließ ihn bereits der Anblick der schwarzen
Vögel erschaudern. Am Ende des Gartenweges blieb er stehen, streifte
den Schutzanzug ab und reichte ihn einem Kriminaltechniker. Dann schlüpfte
er in die Schuhe, die er jenseits des Absperrbands aus Plastik hatte
stehen lassen, und ging auf die Vögel zu. Sie schlugen mit ihren blauschwarzen
Flügeln, flatterten hoch und setzten sich ein Stück entfernt in einen
Baum.

Der Brockwell Park im Süden Londons ist ein aus Baumgruppen und Wiesenflächen
bestehendes, riesiges Dreieck, dessen Spitze bis zum Bahnhof Herne
Hill reicht. Wie ein Riegel schiebt sich die knapp zwei Kilometer
lange Grünfläche durch die Stadtlandschaft. Westlich des Parks liegt
Brixton, wo die Gemeindearbeiter am frühen Morgen manchmal Sand auf
die Straße streuen, um das nachts vergossene Blut zu bedecken. Im
Osten grenzt der Park an den Stadtteil Dulwich mit seinen blumengeschmückten
Altenresidenzen und neoklassizistischen gläsernen Kuppeldächern. Donegal
Crescent, wie die Adresse des Tatorts lautete, lag umittelbar am Rand
dieses Parks. Am Anfang der ruhigen, kleinen Straße lag eine mit Brettern
vernagelte Kneipe, an ihrem Ende ein indischer Lebensmittelladen.
Ansonsten war sie von Reihenhäusern des sozialen Wohnungsbaus aus
den Fünfzigerjahren gesäumt. In den Vorgärten wuchsen weder Bäume
noch Blumen, und die Fenster und Türen waren braun gestrichen. Nach
vorne gingen die Häuser auf eine ungepflegte, hufeisenförmige Grasfläche
hinaus, wo sich gegen Abend Kinder auf ihren Fahrrädern austobten.
Caffery konnte sich gut vorstellen, dass sich die Peaches hier ziemlich
sicher gefühlt hatten.

Er stand mit hochgekrempelten Ärmeln vor dem Haus und war froh, endlich
wieder an der frischen Luft zu sein. Er drehte sich eine Zigarette
und schlenderte dann zu einigen Beamten hinüber, die neben dem Einsatzwagen
der Spurensicherung standen. Als er näher kam, brachen die Männer
ihr Gespräch ab. Er wusste genau, was sie dachten. Obwohl Caffery
erst Mitte dreißig und durchaus kein hohes Tier war, eilte ihm in
Südlondon ein gewisser Ruf voraus. Ja, die Police Review hatte ihn
sogar einmal als einen "unserer jung-dynamischen Aufsteiger" bezeichnet.
Er wusste also, dass er in Polizeikreisen hohes Ansehen genoss, und
fand diese Vorstellung eher komisch. Wenn die wüssten, dachte er nur
und hoffte, dass keiner der Beamten seine zitternden Hände bemerken
würde.

"Und?" Er zündete die Zigarette an und starrte auf eine versiegelte
Plastiktüte, die ein junger Kriminaltechniker in der Hand hielt. "Was
gefunden?"

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