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Die Beobachterin Thriller von Eriksson, Caroline (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.11.2018
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
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Die Beobachterin

Der neue fesselnde Psychothriller der schwedischen Starautorin Elena mietet ein Häuschen in einer schwedischen Kleinstadt, um nach der Trennung von ihrem Mann von vorn anzufangen. Ihre Tage sind leer, die Wohnung verlässt sie kaum. Ablenkung findet sie einzig darin, vom Küchenfenster aus die Menschen im Haus gegenüber zu beobachten: eine ganz normale, glückliche Familie. Doch als im Nachbargebäude plötzlich seltsame Dinge geschehen, ist Elena überzeugt davon, dass hinter den verschlossenen Türen ein Geheimnis lauert. Je besessener sie ihre Nachbarn beobachtet, desto mehr fürchtet sie, dass bald etwas Schreckliches passieren wird - und trifft eine Entscheidung, die sie selbst in tödliche Gefahr bringt ... Caroline Eriksson, 1976 geboren, hat Sozialpsychologie studiert und als Personalberaterin gearbeitet. Der Thriller 'Die Vermissten' hat ihr den internationalen Durchbruch eingebracht. Er erscheint weltweit in über 25 Ländern und wurde in Schweden zum Überraschungsbestseller des Jahres. Caroline Eriksson lebt mit ihrer Familie in Stockholm.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 12.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641199470
    Verlag: Penguin Verlag
    Serie: Penguin Taschenbuch 10043
    Originaltitel: Hon som vakar
    Größe: 1211 kBytes
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Die Beobachterin

2

Meine Schwester kauert vor dem Backofen und späht durch die schmutzige Glasscheibe.

"Jetzt ist sie fertig", beschließt sie, zupft die Ofenhandschuhe zurecht und öffnet die Ofentür.

Eine Form mit Lasagne landet vor mir auf dem Tisch. Ein schlichter Kopfsalat und Rotwein aus dem Tetra Pak. Genau wie an den vergangenen Freitagen. Sie scheint Lasagne zu mögen, oder sie denkt, dass ich Lasagne mag. Meine Schwester nimmt den Wein und schenkt erst ihr eigenes und anschließend mein Glas voll. Dann nimmt sie mir gegenüber Platz und hält mir das Vorlegebesteck hin.

"Tu dir keinen Zwang an", sagt sie.

Bald liegen zwei dampfende Portionen vor uns auf den Tellern. Meine Schwester isst mit Appetit. Sie redet über das Wetter, dass es eine Ungeheuerlichkeit sei, wie lange die Frühlingssonne auf sich warten lasse. Nach ihrem Versuch, eine Unterhaltung über eine neue Fernsehserie anzustoßen, von der ich noch nie gehört habe, erkundigt sie sich, wie es mir in dem Reihenhaus gefalle. Ich antworte, dass ich mich noch nicht so richtig eingelebt hätte, aber dass sich das schon finden werde.

Die Worte klingen plump und aufgesetzt. Ich fühle mich wieder so komisch, genau wie vor einer Stunde, als ich zu Hause in der Diele stand, direkt an der Haustür. Ich war schon fertig angezogen, als mich dieses Unwirklichkeitsgefühl überfiel. Das geht nicht, ich kann nicht. Mir wurde klar, dass ich anrufen und absagen musste, dass ich nicht zu dem freitäglichen Abendessen bei meiner Schwester fahren konnte, das sich inzwischen eingebürgert hatte. Dasitzen, essen, Konversation machen und so tun, als wäre alles, wie es sein sollte. Nein. Nicht schon wieder. Nie wieder. Trotzdem bin ich am Ende hingefahren.

"Ja, ja", sagt meine Schwester. "Du musst dich nicht verpflichtet fühlen. Nur weil ich die Vermieterin kenne."

Meine Vermieterin ist eine der zahlreichen Freundinnen meiner Schwester. Zurzeit bereist sie die Welt. Das machen die Freunde meiner Schwester so, sie fliegen und fahren herum und leben ihr Leben. Sie und ihr Mann sind auch viel gereist, mal allein und mal mit anderen Paaren. Aber das ist lange her.

"Es ist ja sowieso nur für ein paar Monate", sagt sie, und ich begreife, dass sie noch immer vom Reihenhaus spricht. Von meinem Leben.

Meine Schwester dreht das Weinglas zwischen zwei Fingern und wirft mir einen nachdenklichen Blick zu. Sie hat mir schon mal angeboten, hier zu wohnen, bei sich und ihrem Mann, und ich glaube, dass sie drauf und dran ist, ihren Vorschlag zu wiederholen.

"Das wird schon", sage ich als Antwort auf die Frage, die sie nicht gestellt hat.

Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie sie verstohlen auf meinen Teller schaut, auf das Essen, das mehr oder weniger unberührt daliegt. Pflichtschuldig schiebe ich einen Bissen Lasagne in den Mund und spüle ihn mit Wein hinunter, ohne den Geschmack wahrzunehmen. Dann befrage ich meine Schwester zu ihrem Job und gebe mir Mühe beim Zuhören, als sie antwortet. Es geht besser, wenn der Fokus auf ihr liegt anstatt auf mir.

Ich trinke mein Glas aus, und meine Schwester schenkt nach. Der Alkohol tut seine Wirkung, er stumpft scharfe Kanten ab, dimmt und lullt ein. Fast fühle ich mich real.

"Und selbst?", fragt meine Schwester nach einer Weile.

"Was?"

"Hast du mal über die Zukunft nachgedacht?"

Ich richte den Blick wieder auf meinen Teller, stochere in den Salatblättern herum. Die Zukunft? Die Zukunft liegt bereits hinter mir, denke ich, hüte mich aber, den Gedanken laut auszusprechen. Ich begnüge mich mit einem Schulterzucken, aber meine Schwester lässt nicht locker. Wie es mit der Schreiberei laufe, ob ich ein neues Projekt am Laufen habe? Ich benetze die Lippen und sage, wie es ist. Nein, ich sitze an keinem neuen Projekt.

Meine Schwester beugt sich zu mir vor.

"Du musst wieder an den Schreibtisch", sagt sie mit Nachdruck. "Arbeit ist d

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