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Die Dreizehnte Thriller von Everson, John (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.10.2015
  • Verlag: Festa Verlag
eBook (ePUB)
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Die Dreizehnte

Blutige Ritualmorde in den Kellergewölben hatten das Hotel Castle House einst in Verruf gebracht. Doch Jahrzehnte später, als man dort ein Sanatorium für Schwangere eröffnet, scheint der Fluch der Vergangenheit endlich besiegt zu sein. Aber dann verschwinden immer mehr junge Frauen aus den benachbarten Orten. Die Suche nach seiner vermissten Freundin führt David Shale nach Castle House. Dort entdeckt er eine verwitterte Holztür, gekennzeichnet mit einem roten X. Als er sie öffnet, betritt David ein okkultes Reich voller sadistischem Sex und qualvollem Sterben. Eversons neuer Schocker. So brutal und düster wie sein Bestseller NightWhere. Edward Lee: 'Eine volle Breitseite makabrer Unterhaltung. Die Dreizehnte ist eine gekonnte Verschmelzung von Groteske, Erotik, Mystik und rabenschwarzem Okkult-Horror, die sich kein Fan des Genres entgehen lassen sollte.' J. A. Konrath: 'Die Dreizehnte führt einen direkt in die Hölle. Ein erschreckend bösartiger Trip.' Horrornews.net: 'John Everson schreibt unverwechselbar. Er ist einer der vielversprechendsten Newcomer des modernen Horrors. Sie tun sich keinen Gefallen, wenn Sie seine Romane ignorieren.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 30.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783865524126
    Verlag: Festa Verlag
    Größe: 673 kBytes
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Die Dreizehnte

1

Mit einem hörbaren Keuchen stieß David Shale den linken Fuß Richtung Boden. Dann wiederholte er den Vorgang mit dem rechten. "Scheiiiße!", brüllte er und strampelte weiter, bemühte sich verbissen, die Pedale in gleichmäßigem Rhythmus zu bewegen. Er wurde immer langsamer, während er mit seinem Triomphe-Bike eine Anhöhe des Crossback Ridge erklomm.

Die Bäume entlang der schmalen, schlangengleich gewundenen Straße reagierten nicht auf seinen Fluch, aber eine schwüle Brise wehte ihm über das Genick wie ein vertrauter Luftzug. Beim Verlassen des verschlafenen Kaffs namens Castle Point hatte David noch einer gut geölten Maschine geglichen. Die Füße hatten sich mit der Präzision von Kolben gehoben und gesenkt und seiner Fahrt Geschwindigkeit und Entfernung verliehen. Mittlerweile jedoch, 20 Minuten später, tropfte ihm der Schweiß von der Stirn, als klaffe ein übles Leck im Kopf, und die Beine brannten vor Erschöpfung.

Man radelte nicht einfach mit hoher Umdrehungszahl über diesen Höhenzug. Zumindest nicht als normaler Mensch. Aber 'normal' interessierte David nicht. David interessierte nur das olympische Radsportteam. Und nachdem er zwei Jahre in Folge die Mannschaft der Boston University angeführt hatte, nur um ausgerechnet an der Olympiaqualifikation zu scheitern, scherte sich David einen Dreck um normale Trainingspläne. 'Normal' zu trainieren, reichte fürs College. Aber nicht für das, wo er hinwollte.

Für diese Sommerferien, die er bei seiner Tante verbrachte, hatte er deshalb beschlossen, die bergige Gegend vor ihrer Haustür als Trainingsgelände zu benutzen. Niemand fuhr mit dem Rad auf den Crossback Ridge. Die meisten Menschen stiegen da nicht mal zu Fuß hoch.

" Verfluchte Scheiße!", brüllte er gegen die Erschöpfung an und rammte das Pedal gegen unmöglich erscheinenden Widerstand der mit Schlaglöchern übersäten, fleißig geflickten Asphaltfläche entgegen, die in dieser hinterwäldlerischen Provinz als Straße durchging.

Etwas, das einer Träne ähnelte, bahnte sich den Weg aus seinem linken Augenwinkel, während er den anderen Fuß stöhnend nach unten presste. Bei einer echten Träne hätte David sich direkt selbst eine Ohrfeige verpasst und erst hinterher nach den Gründen gesucht. David Shale war kein Weichei. Es musste etwas anderes sein, definitiv keine Träne. "Scheißeeeee!", fluchte er so laut, dass es wie der Paarungsruf eines Elchs über den Höhenzug hallte. "Verdammt, verdammt, verdammt", schnaufte er vor sich hin und legte langsam wieder an Geschwindigkeit zu.

Das versprach ein langer Sommer zu werden.

Der Anstieg endete ohne Vorwarnung. In der einen Minute hatte David größte Mühe, die Räder überhaupt zu einer Umdrehung zu bewegen und musste sich für jeden erkämpften Zentimeter verbissen gegen die Pedale stemmen. In der nächsten hatte er den Bergkamm bewältigt, erreichte ein hohes Plateau und überblickte einen unermesslich tiefen, smaragdgrünen Abhang. Die Fahrbahn hinter ihm hatte man in eine Kalksteinwand gefräst und am Gipfel hing ein einsamer Baum wie ein schräg wachsender Bonsai über den Vorsprung. Im weiteren Verlauf verschwand die Straße hinter einer Biegung des Höhenzugs und kurvte einen halsbrecherischen Hang hinunter. Hier befand sich für einige Meter der einzige ebene Streckenteil, dem David in der vergangenen Stunde begegnet war.

Er stieg vom Rad und legte es behutsam auf den Schotter. Dann trat er an den Rand des Abgrunds, holte tief Luft und kauerte sich hin, um die Anspannung in den Beinen zu lindern, die sich gerade ein wenig wie unverbiegbare Eisenstäbe anfühlten. Die saubere Luft strotzte vom üppigen Aroma von ... Leben. Meilenweit war die umgebende Landschaft von Wäldern bedeckt, von verborgenen Bachbetten durchzogen und von mit Wildblumen überwachsenen Lichtungen unterbrochen. Unberührte Wildnis. Das Land Gottes.

Da

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