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Die dritte Stimme Kriminalroman von Börjlind, Rolf (eBook)

  • Verlag: btb
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Die dritte Stimme

Der zweite Fall für Olivia Rönning und Tom Stilton
Marseille: In einem Naherholungsgebiet wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Sie wurde brutal ermordet. Man weiß nicht viel über sie - nur dass sie in einem Zirkus ganz in der Nähe gearbeitet hat. Zur selben Zeit in Stockholm: In seinem Haus in Rotebro erhängt sich der Zollbeamte Bengt Sahlmann. Schnell findet die Polizei heraus, dass es sich nicht um einen Selbstmord gehandelt hat - obwohl alles darauf hindeutete.
Zwei Fälle, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Zwei Morde, an deren Aufklärung Polizeianwärterin Olivia Rönning und der ehemalige Kriminalkommissar Tom Stilton ein jeweils ganz privates Interesse haben ...

Cilla und Rolf Börjlind gelten als Schwedens wichtigste und bekannteste Drehbuchschreiber für Kino und Fernsehen. Sie sind unter anderem verantwortlich für zahlreiche Martin-Beck-Folgen sowie für die viel gepriesene Arne-Dahl-Serie. Ihr Markenzeichen sind starke Charaktere und eine stringente Handlung. 'Die Springflut' ist der Start einer Serie um die angehende Polizistin Olivia Rönning.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641123185
    Verlag: btb
    Originaltitel: Den tredje rösten
    Größe: 1706kBytes
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Die dritte Stimme

A us dem Bauch meiner ermordeten Mutter geschnitten."

Olivia quälte sich selbst, Tag und Nacht, schwarze, eklige Gedanken beherrschten ihre Nächte, tagsüber blieb sie für sich.

Das ging eine ganze Weile so.

Das ging so, bis sie mehr oder weniger apathisch wurde.

Bis es nicht mehr ging.

Eines Morgens schlug der Überlebensinstinkt zu und zerrte sie zurück in die Welt.

Da fasste sie einen Entschluss.

Sie wollte das letzte Semester auf der Polizeihochschule beenden, ihren Anwärterdienst ableisten und die Ausbildung zur Polizistin beenden. Anschließend würde sie ins Ausland reisen. Sie würde sich nicht um eine feste Stelle bewerben. Sie würde verschwinden, weit weg, und versuchen, in Kontakt mit der Person zu kommen, die sie gewesen war, bevor sie zur Tochter zweier ermordeter Elternteile geworden war.

Wenn das möglich war.

Sie führte ihre Pläne aus, lieh sich Geld von einem Verwandten und fuhr im Juli los.

Allein.

Zuerst nach Mexiko, ins Heimatland ihrer ermordeten Mutter, an unbekannte Plätze mit unbekannten Menschen und einer fremden Sprache. Sie reiste mit leichtem Gepäck, einem braunen Rucksack und einer Karte, sie hatte keinen Plan und kein Ziel. Alle Orte waren neu, und sie war ein Niemand. So konnte sie sich selbst in ihrem eigenen Takt begegnen. Niemand sah, wenn sie weinte, niemand wusste, warum sie plötzlich an einem Flusslauf niedersank und das lange schwarze Haar eine Weile in der Strömung mitschwimmen ließ.

Sie lebte in ihrem eigenen Universum.

Vor der Reise hatte sie vage daran gedacht, ob sie nicht versuchen sollte, die Herkunft ihrer Mutter herauszufinden, vielleicht irgendwelche Verwandten aufspüren, doch bald sah sie ein, dass sie viel zu wenig wusste, um überhaupt irgendwo anzufangen.

Also stieg sie in einem kleinen Ort in den Bus und stieg in einem noch kleineren Ort wieder aus.

Nach gut drei Monaten landete sie in Cuatro Cienegas.

Sie nahm ein Zimmer im Xipe Totec, dem Hotel des gehäuteten Gottes, am Rande der kleinen Stadt. In der Dämmerung ging sie barfuß auf den schönen Markt im Zentrum, es war ihr fünfundzwanzigster Geburtstag, und sie wollte unter Leute. Bunte Lampions hingen in den Platanen, um jeden Baum scharten sich kleine Gruppen von Jugendlichen, junge Mädchen in bunten Kleidern und junge Männer, den Schritt mit Taschentüchern ausgepolstert. Sie lachten. Die Musik aus den Bars vermischte sich mit den Geräuschen des Marktes, die Esel standen ruhig am Springbrunnen, viele sonderbare Düfte zogen durch die Luft.

Sie saß wie eine Fremde auf der Bank und fühlte sich vollkommen sicher.

Nach einer Stunde ging sie zurück ins Hotel.

Der Abend war immer noch warm, als sie sich auf eine Holzveranda setzte, mit Blick auf die weitgestreckte Chihuahuawüste, der schrille Gesang der Zikaden vermengte sich mit klappernden Pferdehufen in der Ferne. Sie hatte sich gerade mit einem kalten Bier selbst zugeprostet und überlegte, ob sie noch eines trinken sollte. Da passierte es. Zum ersten Mal. Sie spürte etwas festen Boden unter den Füßen.

Ich sollte meinen Nachnamen ändern, dachte sie.

Schließlich bin ich Halbmexikanerin. Ich sollte den Namen meiner Mutter annehmen. Sie hieß Adelita Rivera. Ich werde meinen Nachnamen von Rönning in Rivera ändern.

Olivia Rivera.

Sie schaute auf die Wüste hinaus. Natürlich, dachte sie, damit muss ich anfangen. Ganz einfach. Dann drehte sie sich um, hielt ihre leere Bierflasche hoch und warf einen Blick in die Bar. Gleich würde sie eine neue bekommen.

Die sie dann als Olivia Rivera trinken würde.

Wieder schaute sie über die Wüste, sah, wie der leichte Wind ein paar trockene Büsche über den heiß flimmernden Boden rollte, sie sah eine grünschwarze Eidechse auf einen dreiarmigen gezackten Saguarokaktus klettern, sie sah, wie ein paar lautlose Raubvögel dem glühen

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