text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Dunkelheit zwischen uns Thriller von Börjlind, Molly (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2020
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
4,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Dunkelheit zwischen uns

Der erste Thriller von Bestsellerautor Rolf Börjlind und seiner Tochter Molly jetzt für kurze Zeit zum Einführungspreis! (befristete Preisaktion des Verlages)
Ein windiger Tag in den Stockholmer Schären. Die 25-jährige Emmie taucht überraschend in der Ferienvilla ihrer Eltern auf. Das alte verwinkelte Haus hat ihr schon als Kind Angst eingejagt. Sie will herausfinden, was mit ihrem kleinen Bruder Robin geschah, der verschwand, als sie noch Kinder waren. Angeblich ist er ertrunken, aber sein Körper wurde nie gefunden. Emmi möchte endlich ihr eigenes Leben anfangen, sie sucht nach Antworten. Ihre Eltern bleiben stumm. Die Mutter ist seltsam kalt, der Vater wirkt überfordert. Dann entdeckt Emmie ein Bild von zwei spielenden Kindern. Es zeigt sie und ihren Bruder, an dem Tag, an dem er für immer verschwand ...


Molly und Rolf Börjlind sind ein Tochter-Vater-Duo. 'Die Dunkelheit zwischen uns' ist ihr erstes gemeinsames Projekt. Molly studierte an der Stockholmer Filmhochschule und arbeitete für diverse Filmproduktionen. Sie lebt in Kopenhagen. Ihre Eltern Cilla und Rolf Börjlind gelten als Schwedens wichtigste und bekannteste Drehbuchschreiber für Kino und Fernsehen. Ihre mittlerweile sechsbändige Serie um Polizistin Olivia Rönning und Kommissar Tom Stilton wurde sehr erfolgreich für das ZDF verfilmt. Die Kriminalromane sind internationale Bestseller und erscheinen in 30 Ländern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 01.10.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641269456
    Verlag: btb
    Größe: 1957 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Dunkelheit zwischen uns

1

Der Mann, der mich bittet zu erzählen, hat ein Schiff in einer Flasche hinter sich auf dem Regal. Es fällt mir schwer, den Blick von der Flasche abzuwenden, von dem Schiff, das dort eingesperrt ist. Alles Licht kommt von einer großen Stehlampe aus Metall. Vor allem ich werde beleuchtet, der Mann gegenüber sitzt im Dunkeln. Er merkt, dass das Schiff mich fasziniert. Das scheint ihn zu stören.

»Könnten Sie sich bitte konzentrieren«, fordert er mich auf. »Es hat auf einer Autofähre angefangen, sagten Sie.«

Er lispelt leicht und öffnet beim Sprechen kaum den Mund. Als er ins Zimmer kam, nickte er mir nur kurz zu und setzte sich. Jetzt will er wissen, wie es begann. Als gäbe es einen Anfang, denke ich und wende den Blick von dem Schiff ab. Es gibt keinen. Der Anfang ist das Ende, so wie in allen Teufelskreisen. Aber er ist meinetwegen hier, und ich sehe in seinen Augen, dass er es wirklich wissen will. Warum also nicht? Ich habe nichts vor ihm zu verbergen. Er ist nur ein Mann mit einem Flaschenschiff.

»Sie dürfen mich gerne unterbrechen, wenn Sie etwas nicht verstehen«, sage ich.

»Was sollte ich nicht verstehen?«

»Das Ende.«

Es ist kurz nach zwölf Uhr. Der Nordwind, der über die Bucht hinwegfegt, lässt die Autofähre schwanken. Die Wellen schlagen über das glänzende Deck herein. Wir sind auf halbem Weg zur Insel Mytten. Die Sonne leuchtet über dem Meer wie eine starke, kugelrunde Lampe. Ihre blitzenden Strahlen brechen sich im Wasser und blenden mich. Ich stehe allein vorn an dem rot-weißen Geländer und ärgere mich, dass ich keine Sonnenbrille dabeihabe. Von dem peitschenden Wind bekomme ich eine Gänsehaut an den Armen. Ich ziehe meinen roten, grob gestrickten Pulli dichter um meinen Körper. Zu meinen Füßen steht ein schwarzer Rucksack. Darin liegt eine warme Jacke. Ich könnte sie herausziehen und mir über die Schultern hängen, aber jetzt ist es nicht mehr weit. Ich lege eine Hand an die Augenbrauen und blinzle über das Wasser. Langsam wachsen die Konturen der Insel. Bald kann ich das Haus sehen. Ein großes, vornehmes Sommerhaus aus weiß gestrichenem Holz mit ockergelben Schnitzereien und rotem Ziegeldach. Ein Stück unterhalb des Hauses trifft das Meer auf einen Strand. Unseren Strand. Er sieht ziemlich schmal aus, nicht so breit, wie ich ihn in Erinnerung habe. Vielleicht liegt das am Hochwasser, oder an meinem Gedächtnis, das sich irrt. Ich nehme meinen Rucksack. Es ist noch ein Stück bis zum Kai. Ich kann es mir immer noch anders überlegen, ich muss nicht an Land gehen. Niemand weiß, dass ich komme. Ich schließe die Augen, atme die kühle Luft durch die Nase ein und halte den Atem an. Für ein paar Sekunden ist es ganz still. Die Wellen hören auf zu gluckern, und das Heulen des Windes verstummt. Ich atme aus, und die Geräusche sind wieder da. Als ich die Augen öffne, sehe ich ihn aus den Augenwinkeln. Er steht auf der anderen Seite des Decks in einer zerschlissenen braunen Wildlederjacke. Sein Haar ist kurz geschnitten, geschoren. Auf der Nase sitzt eine dunkle Sonnenbrille. Seine Hände umklammern krampfhaft den Lenker eines marineblauen Fahrrads. Obwohl ich seine Augen nicht sehen kann, spüre ich, dass er mich beobachtet. Als ich mich umdrehe, senkt er den Blick.

Als hätte ich ihn ertappt.

Ich richte meinen Blick wieder nach vorne zu der weißen Villa, aber die Fähre ist schon zu nah am Land, und das Haus ist von dort, wo ich stehe, nicht mehr zu sehen. Aber es ist da. Nur ein kleines Stück von dem Punkt entfernt, wo die Fähre gleich anlegen wird. Es ist das Sommerhaus meiner Familie. Wir waren jedes Jahr dort, als ich klein war. Wir rannten auf dem großen Grundstück herum und spielten und ließen unten am Strand Drachen steigen. Wenn es zu heiß wurde, badeten wir im Meer, und ich lernte schließlich schwimmen. Aber es war auch ein Ort, der mir A

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen