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Die dunklen Wasser von London Historischer Kriminalroman - William Monk 24 von Perry, Anne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.01.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die dunklen Wasser von London

London 1871: Die Gattin des Geschäftsmanns Harry Exeter wurde entführt. Inspector Monk soll auf Bitte des Unternehmers die Lösegeldübergabe auf Jacob's Island überwachen, einer verwilderten Halbinsel. Unter Monks Führung ziehen mehrere Mitglieder der Wasserschutzpolizei mit Exeter los und verteilen sich strategisch. Doch als sie überraschend angegriffen werden, bricht Chaos aus: Exeter wird schwer verletzt, das Geld ist weg. Kurz darauf wird seine Frau tot aufgefunden. Schnell wird klar: Einer aus Monks eigenen Reihen muss mit den Entführern unter einer Decke stecken ... Die Engländerin Anne Perry, 1938 in London geboren, verbrachte einen Teil ihrer Jugend in Neuseeland und auf den Bahamas. Schon früh begann sie zu schreiben. Ihre historischen Kriminalromane zeichnen ein lebendiges Bild des spätviktorianischen Englands und begeistern ein Millionenpublikum. Anne Perry lebt und schreibt in Schottland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 21.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641236298
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: Dark Tide Rising / 24 Monk
    Größe: 1191 kBytes
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Die dunklen Wasser von London

1

Monk saß am Kamin und spürte, wie die Wärme durch seinen Körper strömte. Draußen herrschte jene Art von Stille, die nur der Nebel mit sich brachte. Der Fluss verschwand in den Schwaden; die Abenddämmerung war für die Jahreszeit recht früh hereingebrochen. In diesem Moment und vor diesem Hintergrund fühlte sich Monk nachdrücklich darin bestätigt, dass er wunschlos glücklich war. Und er wusste: Sein Frieden mit sich und der Welt hatte sich nicht zufällig ergeben. Er blickte zu Hester hinüber, die auf dem Stuhl ihm gegenüber saß, und lächelte unwillkürlich.

Dass draußen an die Haustür geklopft wurde, nahm er zunächst gar nicht wahr. Erst als Hester aufstand, dämmerte ihm, was das für ein Geräusch gewesen war. Er erhob sich rasch. "Nein, lass mich hingehen." Lustlos durchquerte er den Flur und öffnete.

Auf der Veranda stand Sir Oliver Rathbone. Im Licht der Gaslampe glitzerten die Nebeltröpfchen auf seinem grauen Hut und seinem Mantel. Sein hageres Gesicht verriet keine Spur von dem Humor, der ihn normalerweise auszeichnete.

Kein Lüftchen rührte sich, und doch schien ihn ein eisiger Hauch zu umwehen.

"Kommen Sie rein", sagte Monk eilig und wich einen Schritt zurück, um Platz zu machen.

Rathbone leistete der Aufforderung Folge und zog die Tür hinter sich zu. Jetzt erst schien er zu bemerken, wie kalt ihm war. Mit einem Schaudern legte er Hut und Mantel ab und hängte beides am Kleiderständer auf. Seine Handschuhe verstaute er in den Manteltaschen.

"Bei diesem Wetter und um diese Zeit?" Monk seufzte. "Da muss es sich um etwas Schlimmes handeln." Sie kannten sich seit beinahe fünfzehn Jahren - seit der Krimkrieg 1865 zu Ende gegangen war. Nach einer derart langen Zeit waren die üblichen Höflichkeitsfloskeln nicht mehr nötig.

"Allerdings", bestätigte Rathbone, der in der Tat einen weiten Weg hinter sich hatte. Er lebte und arbeitete nördlich der Themse, und wenn er unter so widrigen Umständen wie heute den Fluss überquert und nicht bis morgen gewartet hatte, ließ das wahrhaft Übles befürchten.

Monk führte ihn in das behaglich warme Wohnzimmer.

"Es tut mir leid", entschuldigte sich Rathbone bei Hester, mit der er schon seit Langem gut befreundet war. Als sie sich kennengelernt hatten, war sie gerade erst vom Krimkrieg zurückgekehrt und hatte noch geglaubt, sie könne im Gesundheitswesen etwas bewegen und insbesondere für die Frauen in der Gesellschaft Änderungen herbeiführen. Einerseits schien das alles lange zurückzuliegen, und dennoch kam es ihr so vor, als hätte sie gerade erst begonnen, sich für diese Anliegen einzusetzen.

"Sie sehen ja ganz durchfroren aus!", rief sie. "Tee?" Sie überlegte. "Oder besser Whiskey?"

Rathbone lächelte matt. "Nein, danke, ich brauche einen klaren Kopf." Er wandte sich an Monk. "Ich weiß, dass ich störe, aber diese Sache kann nicht warten ..." Er ließ sich auf einen der Stühle neben den Kamin sinken.

Hester schwieg. Sie wollte aufmerksam zuhören.

Monk nickte nur knapp und nahm Rathbone gegenüber Platz.

Dieser seufzte, dann begann er. "Vor ein, zwei Stunden hat sich ein Mann bei mir in der Kanzlei eingefunden. Er war in heller Aufregung." Rathbones betroffene Miene spiegelte seine Anteilnahme wider. "Seine Frau ist entführt worden. Wenn er das Lösegeld nicht zahlt - und dabei handelt es sich um ein wahres Vermögen -, bedeutet das ihren Tod. Er ist ein wohlhabender Mann und hat den Betrag aufgebra..."

"Wann wurde sie verschleppt?", unterbrach Monk ihn.

"Ich weiß, was Sie jetzt denken", sagte Rathbone mit einem düsteren Lächeln. "Wie konnte er das Geld so schnell auftreiben? Wenn er es nicht irgendwo in einem Safe aufbewahrte, wäre das völlig unmöglich gewesen. Nun, sie wurde vorgestern entführt. Wie Sie sich erinnern werden, war das ein für die Jahreszeit herrlicher Tag. Ihm wurde eine Frist bis morgen um ungefähr diese Zeit gesetzt. Die Übe

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