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Die edle Kunst des Mordens Clara Annerson ermittelt. Kriminalroman von Wagner, Alex (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.06.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Die edle Kunst des Mordens

Wie begeht man den perfekten Mord? Clara Annerson braucht dringend Inspiration für ihren neuen Roman. Deswegen greift sie sofort zu, als sie die Einladung bekommt, ein paar Tage auf einem Landschloss in der Nähe von Wien zu verbringen - schließlich lässt es sich wohl kaum stimmungsvoller morden als inmitten von Kunstschätzen. Dumm nur, dass einer der anwesenden Gäste das offenbar genauso sieht wie Clara: Kaum angekommen, stolpert die Autorin über eine Leiche in der Bibliothek ...

Alex Wagner, geb. 1972, lebt in Wien. Ursprünglich Betriebswirtin, experimentierte sie sich durch die Jobwelt - von Private Banking und Versicherungsvertrieb über Coaching und Hypnose bis zu Weltretten bei Greenpeace. Derzeit schreibt sie an der Fortsetzung von Die edle Kunst des Mordens.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 335
    Erscheinungsdatum: 29.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732555772
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Clara Annerson .1
    Originaltitel: Fürstenmord
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Die edle Kunst des Mordens

2

Er ging langsam, ließ Lohenstein und Bischoff auf der Treppe den Vortritt. Ich blickte mich um, erwartete den Jungen mit der Adlerfeder hinter uns, der offensichtlich Arcimboldos Assistent war, doch er war uns nicht gefolgt.

Als Lohenstein und Bischoff bereits einen deutlichen Vorsprung gewonnen hatten, lächelte mein Begleiter mich an und blieb stehen. "Sie können meinen Arm jetzt loslassen, Frau Annerson", sagte er mit seiner Samtstimme.

"Woher kennen Sie meinen Namen? Was für ein Spiel spielen Sie hier, zum Teufel? Und wieso nennt man Sie Arcimboldo?", sprudelte es aus mir heraus.

Er lächelte nur. Und sprach - im deutlichen Gegensatz zu mir - langsam und völlig unaufgeregt. "Ich hätte mich Ihnen ja vorhin schon vorgestellt", sagte er. "Das hätte allerdings ein wenig eigenartig anmuten können, wo Sie doch meine Freundin sind, nicht wahr?" Sein Lächeln wurde breiter, und seine blauen Augen funkelten.

"Aber jetzt, wo wir unter uns sind: Mein Name ist Raffael Lamarck. Nennen Sie mich Raffael. Ich freue mich sehr, dass wir uns persönlich kennenlernen. Ich bin ein Fan, kann man sagen."

"Ein Fan?"

"Ihrer Bücher."

Verdutzt starrte ich ihn an. "Meiner ... Bücher? Sie lesen Liebesromane?"

"Gelegentlich", sagte er, und seine Stimme war jetzt süß wie Honig. Noch immer hielten mich seine Augen fixiert, und noch immer funkelte darin etwas Schalkhaftes.

"Ich war bei einer Lesung von Ihnen", sagte er. "Erst kürzlich."

Ich glaube, daraufhin wurde meine Kinnlade ein Opfer der Schwerkraft.

"Ich fand den Titel Ihres letzten Buches ungewöhnlich", fuhr er fort und war mit einem Mal wieder ernst. " Merlins Rabe. Wie sind Sie darauf gekommen? Eigentlich wollte ich Sie das schon bei der Lesung fragen." Seine Augen bohrten sich jetzt fast in meine. In meinem Nacken kribbelte es.

"Das ist eine lange Geschichte", sagte ich ausweichend. Ich hatte jetzt wirklich keine Lust, meine Bücher zu diskutieren. Die Art Bücher, die ich nicht mehr schrieb. Zu viele eigene Fragen brannten mir auf der Zunge.

"Diese Männer ... aus dem Rudolfsbund, wieso nennen die Sie Arcimboldo? Und was für ein Spiel haben Sie inszeniert?"

Raffaels Lippen kräuselten sich zu einem Lächeln, bevor er antwortete. Der Themenwechsel schien ihn nicht zu überraschen. "Kaiser Rudolf II . hatte einen Hofkünstler namens Arcimboldo. Sein bevorzugter Zeremonienmeister. Eventmanager, würde man heute sagen. Aber Sie kennen wahrscheinlich am ehesten seine Naturalienporträts? Einige hängen hier im Kunsthistorischen Museum." Er sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an.

Naturalienporträts? Ja ... die hatte ich gesehen. Erst heute Nachmittag. In der italienischen Gemäldegalerie des Museums. Groteske Köpfe, die ganz aus Obst, Gemüse, Fischen oder allem möglichen Gerät bestanden, von Zündhölzern bis Kanonen - je nach der Thematik des Gemäldes. Groteske Bilder, aber dennoch faszinierend. Genau wie dieser Mann.

"Und was das Spiel des heutigen Abends anbelangt", fuhr Raffael fort, "das war eine von mir inszenierte Schnitzeljagd rund um die Liebschaften des Göttervaters Zeus. Die Rudolfsbündler lieben derartige Zerstreuungen." Er strich sich eine dunkle Haarsträhne hinters Ohr.

"Mein Assistent Andreas, dem Sie auf so bühnenreife Art die Adlerfeder entrissen haben, spielte Ganymed, jenen Hirtenknaben, den Zeus in Gestalt eines Adlers auf den Olymp entführte. Und die junge Frau mit der Goldmünze im Mosaiksaal war Danaë, die Königstochter, der sich Zeus als Goldregen näherte."

Ich nickte stumm. Raffael hatte mich also bereits im Mosaiksaal entdeckt, während ich geglaubt hatte, ihn unbemerkt zu beobachten.

"Und das Museum hat nichts gegen diese Nutzung der Sammlungen als Spielwiese für Ihren Bund?", fragte ich. Raffael hatte sich wieder in Bewegung gesetzt, und ich schritt an seiner Se

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