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Die Ehre der Prätorianer Historischer Roman von Klausner, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.07.2018
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Die Ehre der Prätorianer

Das sp"tantike Trier, 313 n. Chr.: In unmittelbarer N"he der Porta Nigra wird der Leichnam einer Halbweltgr"áe entdeckt. Als Tatverd"chtiger wird ein junger Mann verhaftet, der sein Geld mit der ¯Begleitung® der gut betuchten Badeg"ste verdient. Per Zufall Zeuge der Verhaftung, nimmt sich Gaius Aurelius Varro des Falles an. Bald stellt sich heraus, dass der Fl"tenspieler, so der Spitzname des ¯Trostknaben®, bei seiner Verhaftung misshandelt wurde. Grund genug, Zweifel an seiner T"terschaft zu hegen. Uwe Klausner, Jahrgang 1956, geboren und aufgewachsen in Heidelberg, hat in Mannheim und Heidelberg Geschichte und Anglistik studiert und lebt heute mit seiner Familie in Bad Mergentheim. Neben seiner T"tigkeit als Autor hat er bereits mehrere Theaterst cke verfasst.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 279
    Erscheinungsdatum: 04.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839257722
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 3429 kBytes
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Die Ehre der Prätorianer

2

Prätorianerkaserne in Rom, am frühen Abend 16:10 h

"Was ist dein Begehr , Tribun ?", rief ihm der greise Fährmann zu, die Ruderstange in der Hand, mit der er den Nachen durch die nebelverhangenen Fluten steuerte. "Du kommst früher als erwartet."

Allein, er hüllte sich in Schweigen. Der Weg war weit und beschwerlich gewesen, wie weit genau, vermochte er nicht zu sagen. Alles, was ihn an sein früheres Leben erinnerte, war aus dem Gedächtnis getilgt worden, unwiderruflich, für alle Zeiten. Vergangenheit und Gegenwart waren eins, Erwachsenenalter und Kindheit nicht viel mehr als ein ferner Traum, den zu erhaschen die Mühe nicht lohnte. Es war ein Pfad ohne Wiederkehr, auf dem er wandelte, kein Grund zur Trauer, sondern zum Wohlbehagen. Einmal unterwegs, hatte er es verschmäht, einen Blick über die Schulter zu werfen, nichts anderes im Sinn als das Ende seiner Reise.

Und so, wie befreit von einer schweren Bürde, war er dem Verlauf des unwegsamen Pfades gefolgt, vorbei an hoch aufragenden Felsen, an deren Wänden sich das fahle Mondlicht brach. Kein Baum oder Strauch, keine Geräusche, kein Anzeichen von Leben, wohin er auch blickte oder die schwerfälligen Schritte lenkte. Je weiter er sich von Zuhause entfernt hatte, desto unwirtlicher die Gegend und desto bedrückender das Schweigen, welches sich tonnenschwer auf seine Seele legte.

Doch was auch geschah, er würde nicht umkehren, schon gar nicht jetzt, da das Ziel seiner Wanderschaft zum Greifen nah schien. Nur noch wenige Schritte und er war am Ziel, befreit von dem Schmerz, der ihn jäh aufstöhnen und die Hand vor das linke Auge pressen ließ. "Bist du der, den ich suche?", fragte er, während sich der Bug des Nachens der Stelle näherte, wo der Pfad auf die anthrazitfarbenen Fluten stieß. "Sprich, alter Mann, weshalb zögerst du?"

Der Greis setzte ein vielsagendes Lächeln auf. "Wozu die Eile, Tribun?", nuschelte er, die Ruderstange in der Rechten, während er ihm die Fläche seiner linken Hand darbot. "Und überhaupt: Wo bleibt mein Obolus?"

"Daran wird es nicht fehlen, keine Sorge." Um keine Zeit zu verlieren, griff Rufius in seine Börse, kramte einen Solidus hervor und drückte ihn dem Fährmann in die Hand. "Hier, nimm - ich hoffe, du bist zufrieden."

"Du weißt, wer ich bin?"

Rufius nickte, die Handfläche auf der Wunde, welche sein Gesicht entstellte. Natürlich wusste er, um wen es sich bei dem ausgemergelten Greis handelte. Dort drüben, in Sichtweite des Ufers, lag das Totenreich, regiert von Hades, Herr über die Gefilde der Schatten. In Kürze würde er seinen Fuß auf das von Dunstschwaden verhüllte Ufer setzen, Charon für seine Dienste Dank sagen und sich auf den Weg zu dem Schlund machen, in dem die Seelen der Dahingeschiedenen hausten. Anders als befürchtet, war ihm davor jedoch nicht bange. Er würde die gefallenen Kameraden treffen, das war Ansporn genug. Und er würde Drusilla wiedersehen, ihr Antlitz schauen und sich vom Klang ihrer sirenenhaften Stimme betören lassen. Alles würde wieder so sein wie früher, wie vor drei Jahren, als die Welt des Quintus Aurelius Rufius noch in Ordnung gewesen war. "Natürlich weiß ich, wer du bist."

"Wenn du den Nachen besteigst, gibt es kein Zurück mehr für dich." Die Münze in der knochigen Hand, verharrte der Fährmann auf der Stelle. "Ich hoffe, du bist dir darüber im Klaren."

"Voll und ganz." Rufius atmete befreit auf. "Wieso fragst du?"

Anstatt zu antworten, stieß der Alte die Ruderstange in den Morast, welcher die Gestade des Flusses Styx säumte, kletterte aus dem Kahn und schleifte das Tau hinter sich her, um den Nachen zu vertäuen. Dann wies er mit dem Daumen über die linke Schulter. "Deshalb."

Auf Anhieb ratlos, folgte Rufius der Richtung, in die der Daumen zeigte.

Und erstarrte.

Die Szenerie jenseits des Styx hatte sich jäh verändert. Verschwunden waren die D

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