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Die Ehre der Zwölf Konrads dritter Fall von Schulte, Andreas J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.06.2015
  • Verlag: Ammianus-Verlag
eBook (ePUB)
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Die Ehre der Zwölf

Sechs Tage, um den Feind zu stellen und das Reich zu retten. Was aber, wenn dich dieser Feind besser kennt als jeder Freund? Andernach, im Frühjahr 1477. Der Bund zwischen Habsburg und Burgund droht zu scheitern. Der Einzige, der das verhindern könnte, ist im Kerker gefangen. Die Anklage lautet: Mord. Das Urteil: Tod durch Enthauptung. Konrad von Hohenstade, Bevollmächtigter des Kaisers, ist das Opfer einer mörderischen Intrige geworden. Zusammen mit seinen beiden Freunden Jupp Schmittges und Pastor Heinrich bleiben Konrad nur wenige Tage, um den wahren Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen. Dann aber müssen die Freunde erkennen, dass dies alles nur der Beginn einer viel größeren Bedrohung ist. Und um die abzuwenden, müssen sie alles aufs Spiel setzen - auch ihr Leben. Für alle, die wissen wollen, wie die Geschichte um Konrad von Hohenstade, Jupp Schmittges und Pastor Heinrich nach 'Der Spur des Schnitters' weitergeht, hat Andreas J. Schulte mit dem Mittelalter-Thriller 'Die Ehre der Zwölf ' einen fulminanten Abschluss geschrieben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 298
    Erscheinungsdatum: 02.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783945025284
    Verlag: Ammianus-Verlag
    Serie: Konrad Bd.3
    Größe: 8359 kBytes
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Die Ehre der Zwölf

Der erste Tag

Im Keller des alten Lagerhauses

Andernach am Rhein

"Oh, mein lieber, guter Jupp ..." Zwei, drei schmatzende Küsse unterbrachen das Freudenschluchzen. "Du lebst, ach, Jupp."

"Sack, Pest und Teufelsbart. Natürlich lebt er, Hildegard. Dafür habe ich ..."

"Heinrich Balthasar Erzer, zu dir komme ich gleich noch, mein Lieber. Du kannst jeden Heiligen, der dir einfällt, lobpreisen, dass du unser Pastor bist, sonst hättest du längst den gerechten Zorn einer ehrbaren Frau zu spüren bekommen. Von wegen 'natürlich lebt er, Hildegard' - mir so einen Schrecken einzujagen. Und diese schreckliche Flucherei hört jetzt auch auf. Ich habe doch wirklich gedacht, dass mein Jupp hier ... Oh, Jupp, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll ..."

Ich lauschte mit geschlossenen Augen. Heinrich Balthasar Erzer? Es gab doch nichts, was Hildegard nicht wusste. Heinrich tat mir ehrlich leid, den Wutausbruch eben hatte er nicht verdient. Es würde die Stunde kommen, in der Hildegard klar werden würde, wie tief wir in Heinrichs Schuld standen. Zum Glück schien er zu wissen, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt war, um mit Hildegard zu streiten, denn ich hörte keine Antwort von ihm.

Genug gelauscht, dachte ich, Zeit wieder unter die Lebenden zu gehen. Mein Kopf pochte dumpf, meine Rippen und der Arm schmerzten höllisch, die Stelle zwischen den Schultern fühlte sich wund an, ich hatte Hunger und Durst ... und trotzdem lag ich da und genoss den Augenblick. Mir tat zwar der Kopf weh, aber immerhin saß er noch fest auf meinem Hals und darauf kam es schließlich an.

Ich öffnete die Augen, blinzelte ins Licht mehrerer Laternen und sah in die blauesten Augen, die mir je bei einer Frau begegnet waren. Diese Augen schimmerten noch nass von Tränen, aber das Gesicht lächelte.

"Du bist ja wieder wach." Zärtlich strich mir Johanna mit den Fingern die Haare aus der Stirn. Es war nur eine kleine Berührung, doch ich hatte schon die Hoffnung aufgegeben, sie noch einmal zu spüren. Johanna beugte sich vor und küsste mich vorsichtig auf die Lippen, so als wolle sie sich selber vergewissern, dass ich hier wirklich vor ihr lag. Ich erwiderte ihren Kuss, begehrte sie und ihren Körper. Doch dafür war hier nicht der richtige Ort, und jetzt nicht die richtige Zeit. Ich ahnte, wo ich war, was ich nicht wusste, war, wie lange ich hier schon lag.

"Den Keller kenne ich, aber liege ich schon lange hier?", fragte ich, nachdem wir uns voneinander gelöst hatten.

"Ich hatte vergessen, dass du schon mal hier unten warst", erwiderte Johanna und streichelte meine Wange, "du liegst seit ein paar Stunden hier, du warst einfach zu erschöpft. Du bist nicht einmal aufgewacht, als ich dich gewaschen und dir ein neues Hemd übergezogen habe."

Ich setzte mich auf, jemand hatte mehrere alte Kisten zusammengeschoben und Decken darauf ausgebreitet. Im Vergleich zu dem matschigen Kerkerboden der letzten Wochen waren diese Kisten ein fürstliches Prunkbett.

Noch im Aufsetzen wurde mir kurz schwarz vor Augen. Johanna stützte mich, als sie mein Schwanken bemerkte. "Langsam, Konrad, sei vorsichtig."

"Es geht schon", beruhigte ich sie.

"Wie dünn du geworden bist, ganz ausgezehrt."

Ich nahm ihre Hand und schaute sie an. "Komm schon, lass mich nicht vor Neugierde sterben. Ist Heinrichs und Gernots Plan gelungen?"

Johanna nickte. "Wir alle waren wie vor den Kopf gestoßen, überall das Blut. Ich muss wohl bei diesem Anblick kurz ohnmächtig geworden sein. Jedenfalls stand plötzlich Gernot über mir und hat mir hochgeholfen. Während die beiden Ritter mit den Armbrüsten ..."

"Wendel und Erkenbald", ergänzte ich.

"Ja, genau, währen

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