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Die einzige Zeugin Kriminalroman von Alsterdal, Tove (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Die einzige Zeugin

Beckomberga, Stockholm: Hier lag einst eine der größten Psychiatrischen Anstalten Europas. Inzwischen ist auf dem Gelände eine exklusive Wohngegend entstanden. Hierhin zieht auch Svante Levander mit seiner neuen Liebe. Als er auf dem Heimweg hinterrücks ermordet wird, fällt der Verdacht auf seine Ex-Frau, die ihm heimlich gefolgt ist. Sie kommt in Haft. Aber ist sie schuldig? Nur eine Person könnte bezeugen, was wirklich vorgefallen ist: eine Frau, die in unmittelbarer Nähe saß und bettelte. Doch die ist spurlos verschwunden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 507
    Erscheinungsdatum: 28.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732556755
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Vänd dig inte om
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Die einzige Zeugin

Eva Levander-Olofsson war sich gar nicht bewusst gewesen, wie sehr sich die Grenzen in ihrem Innern verschoben hatten, bis sie eines Abends spät im August von einem der asphaltierten Fußwege in das Wäldchen hinter seinem Haus abbog.

Es brannte Licht, im vierten Reihenhaus.

Im Schutze eines Felsblocks blieb sie stehen. Noch waren die frisch gepflanzten Bäume dicht belaubt, sodass sie sie vollständig verbargen. Der Abend war rasch hereingebrochen, wie so oft im Spätsommer, doch die Wärme hielt sich noch. Sie sah rosa Löwenmäulchen und Stockrosen in den Beeten, die letzten Blüten, ehe der Herbst hereinbrach.

Im Haus war keine Menschenseele zu sehen, doch in einem der Schlafzimmer im oberen Stockwerk brannte Licht, es war das einzige Zimmer, in dem schon Vorhänge angebracht waren. Von der Küche her huschte ein Schatten an der Wohnzimmerwand entlang. Sie waren also zu Hause. Von Bauzeichnungen wusste Eva, wie die Zimmer angeordnet waren. Diese Reihenhäuser gehörten zu den exklusivsten, die in der Gegend errichtet worden waren, aus grauem Ziegel, leicht britischer Stil, mit gebrochenem Dach und großen Fenstern, die mehr preisgaben, als man im Grunde genommen wissen wollte.

Ein weißes Ecksofa sowie ein Tisch aus Marmor und Eiche, eine riesige Deckenlampe, die frei in dem beinahe sieben Meter hohen Raum zu schweben schien. Auf dem Fensterbrett standen weiße Orchideen, aufgestellt in etwas steifer Eleganz, seht her, hier wohnen wir! Ihr erschien das Ganze entweder sehr schick oder sehr gewollt, und ihr wurde ein wenig schwindlig, als sie begriff, dass sie tatsächlich hier stand und es betrachtete.

In den Nachbarhäusern sah sie ähnliche Pflanzen, als gäbe es eine Vereinbarung, ausgerechnet Orchideen ins Fenster zu stellen. Lichtflimmern, Farben und laute Musik strömten über die Wiese, im Nachbarhaus saß ein Junge vor dem Fernseher, in einem anderen trat eine junge Frau ans Fenster. Eva zog sich wieder hinter den Stein zurück. Ob man von drinnen sehen konnte, wer sich in dem Wäldchen verbarg? Eine Gestalt in Sportkleidung, die nicht hierhergehörte, ein Gesicht, ein Albtraum? Vermutlich sah die Frau nur ihr eigenes Spiegelbild in der Scheibe, zumindest schien sie nicht zu reagieren. Es war so hell dort drinnen, so verdammt weiß gestrichen, alles von Spots und Lämpchen erleuchtet, dass keiner merken würde, wenn die Welt draußen unterginge, dort, wo Eva zwischen Baumstämmen und uralten Felsblöcken stand, versteckt in einem Wäldchen aus jungen Pflanzentrieben.

Sie lehnte sich gegen den rauen Stein und roch Moos und Verwesung. Zu ihren Füßen lagen, halb im Boden versunken, Bierdosen und Plastikmüll. Von einer der Terrassen wehte Grillgeruch herüber, dort gab man sich noch immer sommerlichen Vergnügungen hin.

Geh nach Hause, sagte sie zu sich selbst, lass es hinter dir, verarbeite es , tu, was die anderen dir sagen, auch wenn du weißt, dass sie unrecht haben, dass niemand mit Sicherheit sagen kann, was genau in einem anderen Menschen vorgeht. Und vielleicht muss man Liebe ja auch nicht immer verstehen , sondern einfach versuchen, in ihr zu verweilen.

Das war ein Wort, das ständig wiederkehrte, verweilen .

Der Mond verschwand hinter den Wolken. Dann nahm sie auf der Treppe eine Bewegung wahr.

Svante trug seine Zimmermannshose, das war das Erste, was sie sah. Dieselbe, die er immer anhatte, mit Farbflecken aus einer anderen Zeit, Flecken, die beim Waschen niemals herausgegangen waren. Sie hatten die Wände im Schlafzimmer damals zartgrün gestrichen.

Seine Hände auf dem geschwungenen Geländer, die Schultern verspannt. Er müsste Sport machen, dachte Eva, oder zur Massage gehen. Es war eher ein Gefühl als eine Wahrnehmung, etwas, das man sieht, wenn der Körper eines anderen Menschen als physische Erinnerung im eigenen fortlebt.

Sie spürte noch immer, wie sich seine Haut unter ihren Händen anfühlte. Die ein wenig raue

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