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Die Fährte des Mädchens Ein Peter-Diamond-Krimi von Lovesey, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.06.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Die Fährte des Mädchens

Ein spannender Roman des vielfach preisgekrönten Krimiautors Peter Lovesey! Der liebenswerte Peter Diamond, brummiger Ex-Polizist, übergewichtig und übersensibel, macht sich auf, um auf eigene Faust gegen die Mafia und die korrupte und skrupellose Pharmaindustrie zu ermitteln... Zweiter Band der Peter-Diamond-Reihe

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 367
    Erscheinungsdatum: 20.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955304577
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1516 kBytes
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Die Fährte des Mädchens

Kapitel drei

Der Pater blickte in die vertrauensvollen Augen der Witwe und erklärte hastig: "Das ist doch nicht das Ende der Welt."

Die tröstenden Worte wurden an einem schönen Sommerabend im Wohnzimmer eines Landhauses in der Lombardei, zwischen Mailand und Cremona, gesprochen. Seelsorge nannte Pater Faustini das. Fürsorge für die Trauernden, die heilige Pflicht eines Geistlichen. Zugegeben, in diesem Fall dauerte die Fürsorge länger als üblich, bereits zwei Jahre, um genau zu sein. Aber Claudia Coppi, durch ein grausames Schicksal mit achtundzwanzig Jahren Witwe geworden, war ein ungewöhnlicher Fall.

Giovanni, ihr Gatte, war durch einen absurden Unglücksfall getötet worden, auf dem Fußballplatz vom Blitz erschlagen. "Wieso mußte es denn ausgerechnet mein Mann sein, wo doch noch einundzwanzig andere Spieler, ein Schiedsrichter und zwei Linienrichter dabei waren?" wollte Claudia jedesmal vom Pater wissen, wenn er sie besuchen kam. "Ist das der Wille des Herrn? Von all diesen Männern, warum ausgerechnet mein Giovanni?"

Pater Faustini erinnerte Claudia stets daran, daß die Wege des Herrn unergründlich sind. Sie blickte ihn stets vertrauensvoll aus ihren großen, dunklen, ausdrucksvollen Augen an (sie hatte als Mannequin gearbeitet), und er mahnte sie stets, daß es ein Fehler sei, über die Vergangenheit nachzugrübeln.

Der Geistliche und die junge Witwe saßen auf einem Polsterkissen auf dem Fußboden. Wie üblich hatte Claudia gastfreundlich eine Flasche Barolo entkorkt, einen vollmundigen Jahrgang aus Mascarello, und es gab Käsecracker zu knabbern. Die Sonne war gerade eben untergegangen, aber es wäre jammerschade gewesen, an einem solchen Abend das Licht einzuschalten. Durch die offenen Terrassentüren trug die kühler werdende Luft schweren Levkojenduft herein. Die Villa hatte einen schönen, durch ein Sprinklersystem bewässerten Garten. Giovanni, gut bei Kasse – er war als Modefotograf überaus erfolgreich gewesen –, hatte eigens einen Landschaftsarchitekten engagiert. Für Pater Faustini bedeutete die einsame Lage der Villa eine Fahrt von fast fünf Kilometern auf seinem Moped, aber er beklagte sich nie. Er war vierzig und bei bester Gesundheit. Ein robuster Mann mit dichten, schwarzen Locken und prächtigem Schnurrbart.

"Es scheint Ihnen schon sehr viel besser zu gehen", bemerkte er zur Witwe Coppi.

"Alles nur Fassade, Pater. Innerlich bin ich noch immer sehr angespannt."

"Wirklich?" Er runzelte die Stirn, aber nur zum Teil aus Sorge, daß sie unter Anspannung stand. Gut, daß der Raum inzwischen so dämmrig geworden war, daß seine Beunruhigung ihr nicht gleich ins Auge springen konnte.

"Das übliche Problem", sagte sie. "Streß. Der sich auf die Muskulatur schlägt. Ich spüre es in den Schultern, genau hier oben."

"Wie neulich?"

"Wie neulich."

Sie schwiegen beide. Auch Pater Faustini empfand jetzt eine gewisse Anspannung.

Claudia sagte: "Letzte Woche haben Sie meine Muskeln wirklich schön lockern können."

"Wirklich?" sagte er geistesabwesend.

"Es war wie ein Wunder."

Er räusperte sich, unglücklich über ihre Wortwahl.

Sie korrigierte sich: "Ich meine, es war herrlich. Ach, was für eine Wohltat! Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wieviel besser es mir danach ging."

"Hat es angehalten?"

"Ein paar Tage, Pater." Während er darüber nachdachte, fügte sie kläglich hinzu: "Es gibt doch sonst niemanden, den ich darum bitt

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