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Die fünf Leben des Dr. Gundlach Roman von Schreyer, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.12.2011
  • Verlag: EDITION digital
eBook (PDF)
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Die fünf Leben des Dr. Gundlach

Köln, Herbst 1980. Hans Gundlach, Werbemann der Rheinischen Industriebau AG, fliegt nach El Salvador, um die Auslösung des dort entführten Filialleiters zu überwachen. Ein Detektivbüro soll ihn für 1,5 Millionen Dollar freikaufen. Gundlach kümmern nicht die politischen und sozialen Kämpfe in dem kleinen Land, er sieht nur seinen Auftrag; erledigt er den, steigt er auf der Leiter des Erfolgs noch höher. Also schaltet er aus, was ihn stört, handelt ganz auf eigene Faust. Im Dschungel des Machtkamps setzt er alles aufs Spiel und verliert die Existenz. Doch Hans Gundlach steht immer wieder auf. Zwei Anläufe hat er schon hinter sich: als Teilnehmer der Studentenunruhen 1968 und als linker Journalist; später als junger Mann der Konzernführung. Nun wagt er von neuem den Sprung in die Politik. Ihm ist als habe er fünf Leben. Nichts scheint unmöglich. Er kann sich eine Geheimdienst-Laufbahn ebenso vorstellen wie ein Wirken für die Befreiungsbewegung. Ist ihm jeder Start recht? Sind Taktik, Karriere und Träume vom Erfolg die Leitlinien seines Handelns?

Wolfgang Schreyer, geboren 1927 in Magdeburg. Oberschule, Flakhelfer, Soldat, US-Kriegsgefangenschaft bis 1946. Debütierte mit dem Kriminalroman "Großgarage Südwest" (1952), seitdem freischaffend, lebt in Ahrenshoop. 1956 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis für den Kriegsroman "Unternehmen Thunderstorm". Schreyer zählt zu den produktivsten und erfolgreichsten Autoren spannender Unterhaltungsliteratur in der DDR, schrieb Sachbücher, Szenarien für Funk und mehr als zwanzig Romane mit einer Gesamtauflage von 6 Millionen Exemplaren.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 455
    Erscheinungsdatum: 21.12.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863942694
    Verlag: EDITION digital
    Größe: 1597kBytes
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Die fünf Leben des Dr. Gundlach

Gundlach sah so gut wie nichts mehr von der Umwelt, heftig umflackert von der Idee, man habe sie durchschaut. Die bloße Möglichkeit beengte sein Herz und dörrte ihm die Kehle aus. Er griff unter den Sitz, wo noch mehr Flaschen lagen, und stieß mit dem Finger in etwas Klebriges. Es war ein pfundschwerer Klumpen, den er zutage förderte - von der gleichen grauen Plastikmasse, die neulich im Kofferraum gelegen hatte. Ein kurzes Stück Draht hing heraus. Er grub nach bis zu einer zylindrischen Kapsel, groß wie ein Fingerhut: der Zünder! Das war keine Warnung mehr. Pinero wusste Bescheid, hatte Mord im Sinn... Das Spiel war aus. "Halt an", schrie er. "Sprengstoff!" "Wirf ihn raus", sagte Hertel, der den Zünder übersah, da er auf den Weg achtete. Sie rollten auf eine Brücke zu, und ehe sie die erreichten, zog ein Chevrolet an ihnen vorbei, mit fünf Mann besetzt. Gundlach schleuderte seinen Fund in den Fluss. "Stopp, stopp - da ist vielleicht noch mehr!" Vorgestern waren es auch zwei Klumpen gewesen, und der Draht ließ an Fernzündung denken. Aber Hertel zögerte, auf der Brücke zu halten, blind für die Gefahr. Gundlach griff hinüber, er drehte den Zündschlüssel um, zog die. Handbremse; der Wagen blieb am anderen Ufer stehen. "Immer ruhig bleiben", sagte Hertel. "Das ist doch wieder bloß Bluff." Hinter ihnen bremste ein hochbeiniger Range-Rover von British Leyland, ein Salvadoreño schaute heraus. "Habt ihr Panne?" rief er. "Können wir helfen?" Gundlach stieg aus, bemüht zu erfassen, was vorging. Hertel hatte die Hilfsbereitschaft der Fahrer hier erwähnt, aber das rasche Angebot verunsicherte Gundlach noch mehr. Der Range-Rover war gleichfalls voll besetzt - nur Männer, Sportfischer scheinbar, die Angeln aufs Dach geschnallt. Zu welcher Partei gehörten sie? "Der Öldruck bleibt weg", sagte er, um Zeit zu gewinnen. "Die Lampe leuchtet auf. Haben Sie zufällig Öl dabei?" "Nein, aber ich kann euch schleppen. Die Tankstelle ist nicht weit." Schleppen! Kein Mensch brachte Gundlach wieder in den Wagen, wie holte er Hertel heraus, der überhaupt nichts begriff? Ihm fiel nun noch etwas auf: Seit einiger Zeit blieb der Gegenverkehr aus, als wäre vorn die Straße gesperrt;

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