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Die falsche Spur Roman von Wahlberg, Karin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.04.2015
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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Die falsche Spur

Als die Ärztin Veronika Lundborg-Westman an diesem Morgen ihren Dienst antritt, ahnt sie nichts von den Turbulenzen, die sie erwarten. In der Personaldusche liegt ihre Kollegin Maria Kaahn - ermordet. Kommissar Claes Claesson stößt schnell auf eine Fülle von Motiven. Das Opfer galt als Intrigantin mit einer Vorliebe für Affären. Bei den Frauen war sie unbeliebt, bei den Männern umso geschätzter, insbesondere bei dem verheirateten Oberarzt Ulf Nilsson. Als sich herausstellt, dass Maria schwanger war, entschließt sich Veronika, dem ratlosen Kommissar von einem seltsamen Vorfall zu berichten ...

Karin Wahlberg arbeitet als Ärztin an der Universitätsklinik von Lund. 'Die falsche Spur' war ihr erster Kriminalroman, der auf Deutsch erschien. In Schweden stehen ihre Romane regelmäßig auf den ersten Plätzen der Bestsellerliste. Und auch in Deutschland erfreuen sich Karin Wahlbergs Krimis um die Chirurgin Veronika Lundborg-Westman und Kommissar Claes Claesson großer Beliebtheit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 30.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641174323
    Verlag: btb
    Größe: 1134 kBytes
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Die falsche Spur

KAPITEL 1

D er Winter wollte dieses Jahr nicht weichen. Unablässig drangen eisige Winde vom Meer durch die dicken Mäntel, durch Mark und Bein, und die Dunkelheit lag wie eine schalldämmende Decke über den Bewohnern der mittelgroßen Stadt. Glücklicherweise hatte es Heiligabend geschneit, so dass der frische Schnee kurzzeitig zur Aufhellung des Stadtbildes beigetragen hatte. Sonst waren die Tage seit Wochen überwiegend matschig und schmutzig nassgrau und verbreiteten schier endlosen Trübsinn. Die Frage, ob eine neue Eiszeit im Anzug sei oder nicht, war in aller Munde und stand als unverfängliches Gesprächsthema an erster Stelle. Viele hatten sich nicht anders zu helfen gewusst, als ihr Sparschwein zu Gunsten einer Reise in den Süden zu plündern. Nach ein, zwei Wochen kamen sie dann mit einer knackigen Bräune zurück, die in grellem Kontrast zur graubleichen Hautfarbe der Zurückgebliebenen stand.

Selbst Veronika hatte sich zum ersten Mal in ihrem Leben ernsthaft nach einem richtigen Badeurlaub gesehnt, Mallorca, Kanarische Inseln, Costa del Sol, Licht und Wärme und eine ausreichende Dosis Müßiggang, um aufzutauen. Aber sie wollte noch bis April warten, um ihre gerade erst ausgeflogene Tochter Cecilia zu besuchen, die in Spanien studierte. So blieb ihr zumindest die Vorfreude.

Eine nagende Schwermut ergriff langsam aber sicher von ihr Besitz. Sie hatte vor dieser depressiven Stimmung so lange wie möglich die Augen verschlossen, aber jetzt ließ es sich nicht länger leugnen, dass ihr Leben immer eintöniger wurde. Seit Cissis Umzug nach Spanien war das noch deutlicher zu erkennen.

Ein Tag nach dem anderen verging, und sie verlebte diese Tage mit der mechanischen Präzision eines gut geölten Uhrwerks. Im Großen und Ganzen tat sie, was von ihr erwartet wurde, und manchmal auch mehr. Unbestreitbar gab es in ihrem Leben so gut wie keine Überraschungen mehr, und in Momenten der Selbstanalyse, die sie in letzter Zeit immer häufiger heimsuchten, fragte sie sich, wie es dazu hatte kommen können. War das der unabänderliche Gang des Lebens? Wurde alles immer lauer, langweiliger und vorhersehbarer? Oder fehlte ihr etwas? Sie fragte sich auch, ob es nicht schon immer so gewesen war, aber früher war sie immer so beschäftigt gewesen und hatte keine Zeit zum Nachdenken gehabt, auch nicht über ihre Gefühle.

Also sah Tyra Blomstrand durch ihr Küchenfenster, wie Veronika auch an diesem Donnerstag, dem 11. März, um Viertel vor sieben wie jeden Morgen ihr Fahrrad aus der Garage schob. Sie war passend gekleidet, dunkelblauer Trainingsanzug, der Wind und Nässe abhielt. Auf dem Kopf trug sie einen optimistisch zitronengelben Helm, auf dem schwarz der Markenname Crescent stand.

Tyra goss ihrem Mann Karl-Henrik Kaffee ein.

"Pünktlich", meinte sie ungerührt.

Karl-Henrik schaute von der Zeitung auf. Durchs Küchenfenster verfolgte er, wie Veronika das Garagentor mit einem kräftigen Tritt schloss. Dann schwang sie sich aufs Rad und fuhr energisch wie immer in der Morgenkälte die menschenleere Straße entlang, bis ihr gelber Helm aus seinem Blickfeld verschwand.

Veronika kreuzte die stark befahrene Nord-Süd-Umgehung und kam am Industriegebiet vorbei. Der langweilige Teil der Strecke. Vor dem langen Hang zum Wohnviertel Kastanie schaltete sie runter. Am Himmel breitete sich plötzlich ein zartes, eisblaues Licht aus, das sich über den sauber gewaschenen Asphalt und die Gärten mit dem Raureif legte. Dieses alles überwältigende Morgenlicht bringt doch jeden, der im Winterdunkel gelebt hat, dazu, über den Sinn des Lebens nachzudenken, dachte sie verzückt und gleichzeitig wehmütig.

Sie beugte sich über den Lenker, um die letzten Meter des Hangs zu bezwingen. Endlich wurde auch die Vorderseite ihrer Oberschenkel warm. Ihr Gesicht war gerötet. Im Takt mit den rhythmischen Atemzügen flogen ihre Gedanken unbehindert.

In diesem kurzen Augenblick ging es Veronika ausgez

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