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Die Farben des Zorns Kriminalroman von Fischer, Matthias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.07.2016
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Die Farben des Zorns

Drei Ärzte sind einem psychopathischen Serienkiller bereits zum Opfer gefallen, als ein weiterer Mord im Fratzenstein, dem Hexenturm in Gelnhausen, entdeckt wird. Pfarrerin Clara Frank und LKAHauptkommissar Dr. Christoph Caspari versuchen fieberhaft, einen weiteren Mord in Fulda zu verhindern. Matthias Fischer, geboren 1964 in Hanau, wuchs in Bruchköbel auf, studierte Evangelische Theologie in Oberursel und Mainz und absolvierte sein Vikariat von 1992 bis 1994 in Wächtersbach. Seit 1994 ist er Pfarrer in einer Gemeinde im Kinzigtal sowie in der Notfallseelsorge tätig und schreibt erfolgreich Kriminalromane.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 340
    Erscheinungsdatum: 21.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960410409
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 3079 kBytes
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Die Farben des Zorns

KAPITEL II

"PAPA, AUFWACHEN!" Caspari rang nach Luft, als sich Lukas schwungvoll auf seine Brust setzte. Herzhaft gähnend blickte er in das Gesicht des Fünfjährigen. Lukas' Augen waren genauso ausdrucksvoll wie die seiner Mutter. Auch das schlank geschnittene Gesicht hatte er von ihr. Der Rest seiner Erscheinung stammte aus dem Erbgut der Casparis. Sein ungestümer rotblonder Haarschopf verlieh ihm ein spitzbübisches Aussehen. An Körpergröße überragte er alle anderen Gleichaltrigen. Caspari fuhr seinem Sohn durch die Haare und zog ihn an sich. Lukas genoss die Umarmung. Für eine Weile lag er auf seinem Vater, bis er den Kopf hob und eine erbarmungswürdige Miene aufsetzte.

"Papa, wann machst du Frühstück? Ich habe Hunger! Mein Bauch hat ein großes Loch!"

Caspari warf einen Blick auf seinen Wecker. "Ich kenne niemanden außer dir, der schon um sieben Uhr so ausgehungert ist. Man könnte meinen, du bist ohne Abendessen ins Bett gegangen. Aber wie ich Oma kenne, halte ich das für völlig ausgeschlossen."

"Ach, Papa, das war doch gestern Abend. Jetzt ist schon ein anderer Tag. Und außerdem ist Schlafen sehr anstrengend und macht großen Hunger."

Caspari lachte. Gegen solche schlagkräftigen Argumente war er machtlos. In einem kleinen Ringkampf beförderte er Lukas von seiner Brust und stieg schwerfällig aus dem Bett. Ein paar Stunden mehr Schlaf hätte er gut gebrauchen können. Er hatte die halbe Nacht mit Recherchen im Internet und mit Grübeln zugebracht. Gegen halb zwei war er völlig übermüdet ins Bett gefallen.

"Papa, heute ist Samstag. Am Wochenende gibt es immer Kakao!", erinnerte ihn Lukas an die Feinheiten des Frühstückrituals.

"Ja, ich weiß. Willst du ein Ei?"

"Mensch, Papa, du kannst dir aber auch gar nichts merken", antwortete Lukas mit vorwurfsvoller Miene. "Ich esse doch immer ein Ei beim Frühstück am Wochenende!"

Caspari stellte den Milchtopf auf den Herd, schaltete den Eierkocher an und startete die Cappuccinomaschine. Im Bad warf er sich seinen Bademantel über und schlurfte in seinen ausgetretenen Hausschuhen auf den Hof, um die Brötchentüte aufzuheben, die der Bäcker samstags immer unter das Vordach legte. Die Oktobersonne stieg gerade über das Dach der gegenüberliegenden Stallungen. Er blinzelte und streckte sich dem jungen Tag entgegen. Sein Vater trat vorgebeugt aus der geduckten Stalltür.

"Morgen, Christoph. Hat der Wahnsinnige wieder zugeschlagen?"

"Morgen, Paps. Sieht so aus, als wär er es wieder."

"Mensch, Mensch, Mensch", sinnierte der alte Caspari. "Was für ein krankes Hirn muss so einer haben? Schnapp dir den Verrückten endlich! So wie du aussiehst, macht der dich sonst fix und fertig. Und dein Sohn braucht auch mehr Zeit und Aufmerksamkeit von seinem Vater als in den letzten zwei Monaten."

"Ja, ich weiß. Ich bin euch auch unendlich dankbar, dass ihr euch so um ihn kümmert. Wenn wir den Kerl haben, kehrt wieder etwas mehr Ruhe ein. Versprochen!"

Es gab Momente, in denen er seinen Beruf hasste. Dieser Morgen gehörte dazu.

Mit schlechtem Gewissen kehrte Caspari in die Küche zurück, wo sich gerade der Eierkocher bemerkbar machte. Lukas hatte schon den Tisch gedeckt und strahlte ihn an. Caspari ließ seinen Blick über die Tafel schweifen und entdeckte das neue Glas Schokoladenaufstrich, das Benny wieder einmal in den Küchenschrank geschmuggelt haben musste. Benny war ein Patenonkel, wie man ihn sich nur wünschen konnte. Aber väterliche Vorstellungen von einem gesunden Frühstück interessierten ihn nicht im Mindesten. Unwillig brummend stellte Caspari die übrigen Dinge auf den Tisch.

"Papa, musst du heute wieder arbeiten?", fragte Lukas laut schmatzend.

"Ja, heute Vormittag muss ich noch einmal wegfahren. Ich hoffe aber, dass ich gegen Nachmittag wieder hier sein werde. Tut mir Leid, mein Kleiner, dass ich im Moment so wenig Zeit für dich habe."

"Macht nichts", m

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