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Die gefallenen Herrscher Als die Menschen die Erde verkauften von Hellwig, Christian (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
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Die gefallenen Herrscher

In den Augen eines geheimen Bündnisses führender Politiker und Unternehmer sowie einflussreicher Privatpersonen hat die Demokratie, wie wir sie kennen, ausgedient. An ihre Stelle soll vielmehr die Herrschaft des totalen, auf grenzenlose Profitmaximierung ausgerichteten Kapitalismus treten. Mittendrin: Die Kervielia Group, der größte und mächtigste Rohstoffkonzern der Welt. Dessen unstillbare Gier nach uneingeschränktem Wachstum droht der Natur auch die letzten Rückzugsnischen zu rauben. Unterstützt wird das weltumspannende Unternehmen von einer skrupellosen Beratungsfirma, die sich auf das Krisenmanagement für Mandanten mit besonders zwielichtigen Geschäftspraktiken spezialisiert hat. Die Ermordung eines hochrangigen Vertreters der Kervielia Group führt schließlich unerwartet die Schicksale unterschiedlichster Protagonisten zusammen, die in einem beispiellosen Wettlauf gegen die Zeit gemeinsam den Kampf gegen die dunklen Machenschaften des Konzerns aufnehmen. Doch der schier übermächtige Gegner scheint der Gruppe um den Interpolagenten Hudson und die Umweltwissenschaftlerin Dr. Bleriott stets einen Schritt voraus zu sein. Christian Hellwig, geboren 1986 in München, ist als erfahrener Kommunikator und (geo)politischer Risiko- & Policy-Analyst eng vertraut mit komplexen Themen an den Schnittstellen zu Politik, Umwelt, Gesellschaft, Medien und Wirtschaft. Zu seinen Arbeits- und Themenschwerpunkten gehören unter anderem das Entwerfen & die Umsetzung von Konzepten zur Meinungsführerschaft, die Entwicklung von Unternehmens- & Kommunikationsstrategien, strategischen Positions- & Grundsatzpapieren sowie die Durchführung interdisziplinärer Risiko- & Trendanalysen. Christian Hellwig ist Absolvent der britischen Universität London School of Economics & Political Science (LSE) und erlangte seinen Masterabschluss (Master of Science) in International Relations. Seine Schwerpunkte lagen hierbei auf Außenpolitikanalyse und Wirtschaftsdiplomatie. Zuvor absolvierte er seinen Bachelor of Arts in Governance & Public Policy an der Universität Passau und Malmö University in Schweden. Nach ersten praxisrelevanten Stationen im Deutschen Bundestag, Bayerischen Wirtschaftsministerium und bei der Deutschen Handelskammer in Österreich folgten Tätigkeiten bei einer internationalen Anwaltskanzlei, einem Münchner Start-up sowie verschiedenen führenden Unternehmensberatungen aus den Bereichen Strategische Kommunikation, Public Affairs, Risikoanalyse und Strategische Voraussicht. Aktuell arbeitet Christian Hellwig bei Deloitte als Senior-Berater für die Bereiche Strategic Risk, Geopolitik, Resilience und Krisenmanagement.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 308
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783752844863
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 601 kBytes
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Die gefallenen Herrscher

Erstes Kapitel: Das Anthropozän

Boa Vista, Kap Verde,
13.05.2014

Die nackten Hände gruben sich immer tiefer in die nassfeuchte Schatzkammer, die nur widerwillig ihr wertvollstes Gut, den Sand, preisgab. Wie Messer schnitten sie kleine Wunden in ihre Opfer, indem sie kleine Partikel aus dem großen Ganzen einfach herausrissen. Das Opfer blutete entlang der gesamten Strandlinie. Nur die Hände derer, die der Versuchung, den Schatz zu heben, nicht widerstehen konnten, spürten, dass der Strand- und Meeresboden unter ihnen mit jeder zusätzlich vergehenden Minute ein winziges Stückchen weiter absackte.

Sie alle standen kurz vor der totalen physischen Erschöpfung. Egal ob Mann, Frau oder Kind - alle kämpften sich hastig Meter um Meter voran. Denn es musste in dieser Nacht alles sehr schnell gehen. Extrem schnell. Jede Minute, gar jede Sekunde war von entscheidender Bedeutung. War der eine Eimer voll, so reichte einem eine fremde Hand bereits den nächsten und der bis oben hin gefüllte Eimer wanderte entlang einer meterlangen Menschenkette zur Ladefläche eines Lkw. Für Außenstehende hätten die Vorkommnisse dieser noch so jungen, warmen Mainacht mitten im atlantischen Ozean etwas Befremdliches gehabt. Wohl gar etwas Schockierendes. Doch diese Geschehnisse hatten ohne Zeugen auszukommen. Denn was die Menschen genau in diesem Moment in Form des Sandraubs 2 taten, stand mittlerweile unter Strafe.

Hier auf Boa Vista, der drittgrößten kapverdischen Insel, erschien die Welt tagsüber in einem anderen Licht als bei Nacht. Während sich am Mittag Touristenscharen an den längsten und schönsten Stränden von Kap Verde vergnügten, machten sich wenige Stunden später zerstörerische Kräfte daran, eben dieses bestehende Naturparadies Stück für Stück auseinanderzunehmen. Die meisten, die sich dieses Verbrechens schuldig machten, wollten das eigentlich nicht. Nichtsdestotrotz hatten sie keine andere Wahl, als sich jede Nacht beinahe zu Tode zu schuften. Denn zu groß war ihre Armut, zu erschöpfend ihre Perspektivlosigkeit und dementsprechend zu reizvoll der Ausblick auf rasch verdientes Geld.

In zwei Stunden würden die Händler kommen, um das wertvolle Gut abzuholen, welches sie dann später mit hohen Gewinnmargen in alle Winkel der Erde verkaufen sollten.

Nach mehreren Stunden des Schuftens ohne Pause musterte Césaria ihre Hände das erste Mal. Sie schmerzten enorm. Die scharfen Kanten einiger Muscheln und Steine hatten zahlreiche oberflächliche Kratzer, aber auch tiefergehende Wunden in ihre zarte Haut gerissen, die nicht wirklich für diese schwere Arbeit gemacht war. Doch sie musste gegen die pochenden Schmerzen ankämpfen. Sie musste einfach durchhalten. Wie jeder andere in der heutigen Nacht. Denn jeder Einzelne wurde nur an der Zahl der am Ende gefüllten Eimer gemessen. Einen Stundelohn gab es nicht.

Eine Schaufel und andere Utensilien hätten ihre Strapazen mit Sicherheit lindern können, sie hatte dafür jedoch kein Geld. Mit dem heutigen Verdienst, so schwor sie sich im gnadenlosen Krieg gegen die Zeit, würde sie sich für den kommenden nächtlichen Raubzug im Norden ihrer Heimatinsel, die zu der berühmten Inselgruppe Ilhas de Barlavento gehörte, eine Schaufel und weiteres Equipment leisten. Und irgendwann, so hoffte Césaria, könnte sie ihrer Heimat, die den Touristen aus Europa und Nordamerika nur als ein Paradies auf Erden in Erinnerung bleiben würde, in naher Zukunft den Rücken kehren. Sofern bis dahin noch etwas von den unberührten Sandbeständen des Meeresgrundes und der Küstenlinien, die es abzutragen galt, übrig bleiben sollte.

Kalifornien,
31.07.2014

"Ich weiß beim besten Willen nicht, wie es weitergehen könnte. Meine gesamte Existenz steht nicht nur auf dem Spiel, sie schwebt schon mit einem Bein über dem Abgrund, wie man ja sehen kann. Und am zweiten Bein nagen ebenfalls die Ratten uns

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