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Die Geheimnisse der Gaslight Lane Kriminalroman von Kasasian, M. R. C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.11.2019
  • Verlag: Atlantik Verlag
eBook (ePUB)
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Die Geheimnisse der Gaslight Lane

Endlich ein neuer kurioser Fall für Sidney Grice, Londons besten Detektiv! Alles ist ruhig in der Gower Street 125 – zu ruhig. Während Sidney Grice über die anatomische Struktur menschlichen Haares nachdenkt, raucht seine Patentochter March Middleton eine heimliche Zigarette nach der anderen. Endlich werden die beiden von einer jungen Dame erlöst, die Sidney um Hilfe bittet. Ihr Vater wurde brutal ermordet. Alles geschah in seinem hermetisch abgeriegelten Haus und es gibt keine Spuren eines Einbruchs. Doch schnell kommt Sidney dahinter, dass er in Wahrheit zwei Mordfälle aufklären muss. Denn Onkel und Tante des Verstorbenen wurden zehn Jahre zuvor auf die gleiche grausame Art umgebracht. Kein leichtes Unterfangen – selbst für Londons besten Detektiv. Dies ist Band 4 der Gower Street Detective Reihe . Sidney Grice ermittelte auch in diesen Fällen: Band 1 - Mord in der Mangle Street Band 2 - Der Fluch des Hauses Foskett Band 3 - Tod in der Villa Saturn Martin R. C. Kasasian ist im englischen Lancashire aufgewachsen, hat in Fabriken und Restaurants gearbeitet, auf dem Rummelplatz, beim Tierarzt und als Zahnarzt, bevor er zu schreiben begann. Die Sommer verbringt er mit seiner Frau in Suffolk, im Winter leben die beiden auf Malta.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 560
    Erscheinungsdatum: 04.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455006605
    Verlag: Atlantik Verlag
    Größe: 1043 kBytes
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Die Geheimnisse der Gaslight Lane

4 Der Zyklop von Sydenham

E in Regentropfen traf die Scheibe und zerplatzte.

"Fünfundzwanzig", sagte Sidney Grice.

Fast eine Stunde stand er nun bereits verdrossen am Fenster der Gower Street 125 und hatte sein Schnaufen nur unterbrochen, um hin und wieder um den runden Tisch in der Zimmermitte zu humpeln, bevor er seinen Posten wieder einnahm.

"Fünfundzwanzig was?" Ich gab auf, weiter an meinem Bericht über den Zyklopen von Sydenham zu arbeiten, einem unserer letzten Fälle, und ließ meine Aufzeichnungen sinken.

"Das ungefähre Alter der Frau dort auf dem Gehsteig. Ich kann ihr Gesicht durch den Schleier nicht gut erkennen", raunte mir mein Vormund über die Schulter zu. "Aber sie hat gerade ihre Brille aufgesetzt, um mein Schild zu lesen, und sie trägt sie fast auf der Nasenspitze." Er wischte den Beschlag von der Scheibe. "Mir ist schon des Öfteren aufgefallen, dass Männer ihre Brille mit zunehmendem Alter weiter unten auf der Nase tragen, weil sie sie zum Lesen brauchen, aber, da sie weitsichtig geworden sind, ansonsten über sie hinwegspähen. Junge Frauen, die Sehhilfen bedürfen, setzen sie sich anfangs weit unten auf die Nase, um nicht ihre vermeintlich so bestrickenden Augen zu verbergen, und schieben sie dann allmählich weiter empor - je mehr die Notwendigkeit über die Eitelkeit triumphiert."

"Folglich müssten beide Geschlechter sie mit etwa vierzig Jahren auf dem Nasenrücken tragen", spekulierte ich.

"Fünfundvierzig", korrigierte er, "doch ausnahmsweise haben Sie das Prinzip einmal begriffen. Nun hat sie die unterste Treppenstufe betreten."

"Müssen Sie sie denn so angaffen?", fragte ich und erntete ein abschätziges Schnauben.

"Aber natürlich muss ich das. Es gehört zu meinem Beruf, Leute anzugaffen." In der Diele ertönte die Türglocke, und Mr G wandte sich um. "Enttäuschenderweise ist Molly bereits auf dem Weg."

Ich hörte sie die Treppe hochtrampeln.

"Wieso denn enttäuschenderweise ?"

Mr G nahm seine weinrote Augenklappe ab und ein Glasauge aus seiner Westentasche. Er hielt es zwischen Daumen und Zeigefinger wie ein gütiger Onkel, der Kindern Bonbons anbietet. "Denn wenn sie ihrer Arbeit nachkäme, müsste sie Erstere kurz beiseitelegen, bevor sie sich aus ihrem Schlupfwinkel emporarbeitet." Dann spreizte er seine rechten Lider und presste das Auge in die Höhle. "Wohingegen ihre rasche Reaktion eher auf ein schuldbewusstes Hochschrecken hindeutet."

"Auch Molly darf sich hin und wieder ausruhen", sagte ich.

"Humbug." Mr G humpelte zum Kaminspiegel und fuhr sich mit den Fingern durchs dichte pechschwarze Haar. "Ihr ganzes Leben besteht aus purem Müßiggang."

Ich wollte ihn gerade fragen, wer wohl hier die ganze Hausarbeit erledigte, als Molly hereinplatzte. Zu meinem Erstaunen - schließlich bezichtigte Sidney Grice unser Dienstmädchen regelmäßig, in ihrer Uniform zu schlafen -, war ihre Schürze strahlend weiß und faltenlos, wenngleich ihr fuchsrotes Haar wie so oft aus den Spangen gerutscht war, die es bändigen und unter der gestärkten Haube halten sollten.

"'ne Dame wünscht Sie zu sehen, Sir", verkündete sie und präsentierte ihm das silberne Visitenkartentablett. "Ich hab ihr gesagt, dass Sie sich nich recht wohlfühlen nich, aber sie meinte, es ist dringend."

"Was fällt dir ein, mit Wildfremden über meine Gesundheit zu reden?"

"Aber es is doch niemand sonst nich da, mit dem ich drüber reden könnte", erwiderte sie schlüssig. "Miss Middleton ist zu - ach, wie heißt das Wort noch mal?"

"Diskret", schlug ich vor.

"Langweilig", beschloss sie.

Ihr Dienstherr schnappte sich die Karte vom Tablett und beschirmte sie mit der Hand wie ein argwöhnischer Pokerspieler. "Miss Charity Goodsmile - was für ein deprimierend fröhlicher Name - aus der West Grundy Street

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