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Die Gewalt der Dunkelheit Thriller von Koryta, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.05.2017
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Gewalt der Dunkelheit

Mark Novak ist ein effektiver Ermittler. Hart, schnell, unbeugsam. Er arbeitet für die Organisation Innocence Incorporated, die unschuldig zum Tode Verurteilte vertritt. Doch seit seine Frau erschossen wurde, sucht Novak nach ihrem Mörder. Als er zur Gefahr wird, schickt man ihn in die gnadenlose Kälte von Garrison, Indiana. Vor zehn Jahren ist dort eine junge Frau in einem gigantischen Höhlensystem verschwunden. Ein Retter konnte ihren Leichnam bergen - und gilt seitdem als Hauptverdächtiger. Doch es gibt keine Beweise. Der Jagdinstinkt erwacht in Novak: Um Erlösung zu erlangen, muss er die Wahrheit finden - die Wahrheit, die in der kalten Dunkelheit der Höhlen liegt. Michael Koryta begann bereits in jungen Jahren seine ungewöhnliche Karriere. Schon auf der Highschool arbeitete er nebenher für eine Privatermittler-Agentur. Später verdingte er sich als Reporter und unterrichtete an der Indiana University. Wenn er nicht gerade schreibt, begibt sich der Abenteurer und Outdoor-Fan bevorzugt in die Beartooth Mountains. Er gilt in den USA derzeit als einer der aufregendsten Thriller-Autoren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 09.05.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641195632
    Verlag: Heyne
    Serie: Mark Novak 1
    Originaltitel: Last Words
    Größe: 1357 kBytes
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Die Gewalt der Dunkelheit

St. Petersburg, Florida
13. September 2012

Die letzten Worte, die er zu ihr sagte: "Blamier mich nicht mit diesem Scheiß."

Später wird er jedem, der fragt, und manchen, die nicht fragen, erzählen, dass seine letzten Worte ihr gegenüber "Ich liebe dich" waren. Manchmal, in schlaflosen Nächten, kann er sich beinahe selbst einreden, es sei so gewesen.

Doch als sie an jenem Septembernachmittag ihr Haus verließen und in die grelle Sonne Floridas hinaustraten, schaute Mark Novak seiner Frau nicht einmal in die Augen. Sie gingen schnell, obwohl keiner von ihnen es eilig hatte. Sie gingen wie Menschen, die es kaum erwarten konnten, den anderen loszuwerden.

"Irgendwo ist ein internes Foto durchgesickert", sagte er, als sie den Bürgersteig erreichten. "Sie weiß zwei Dinge, und beide könnte sie auf einem durchgesickerten Foto gesehen haben."

"Vielleicht. Und wäre es dann nicht gut zu wissen, wie sie an die Aufnahme rangekommen ist?"

"Das wird sie niemals zugeben. Sie wird alles mit ihren übernatürlichen Fähigkeiten erklären."

"Du solltest nicht so voreingenommen sein", sagte Lauren. "Vielleicht musst du lernen zu akzeptieren, dass wir in einer komplexen Welt leben."

"Und du musst fähig sein, so viel gesunden Menschenverstand aufzubringen, dass du eine Schwindlerin erkennst, wenn du sie vor dir hast."

"Vielleicht ist sie eine. Das weiß ich erst, wenn ich mir die Sache näher angesehen habe."

"Niemand hält dich davon ab, deine Zeit zu vergeuden."

Sie blickte zu ihm auf, das letzte Mal, dass sie einander anschauten, aber ihre Sonnenbrille machte einen echten Augenkontakt unmöglich.

"Mark", seufzte sie, immer noch geduldig. "Deine persönlichen Ansichten über die Welt sind nicht die einzig richtigen." Ihre letzten an ihn gerichteten Worte. Sie war stehen geblieben, weil sie Laurens Auto erreicht hatten, ein Infiniti-Coupé, das einen Straßenblock näher am Haus geparkt war als sein Jeep. Hier bot sich die Gelegenheit für den üblichen Abschiedskuss oder wenigstens eine Berührung ihrer Schulter, eine schnelle Umarmung, einen Blick. Hier war die Gelegenheit zu sagen: Ich liebe dich .

"Blamier mich nicht mit diesem Scheiß", sagte Mark. Er hatte eine Hand gehoben und rieb sich damit übers Gesicht. Seine Stimme klang müde und resigniert, und er sprach leise. Und obwohl er sich inzwischen nach einigen Gläsern Bier gern einredet, sie habe ihn gar nicht gehört, weiß er doch, dass er sich etwas vormacht.

Als er am Steuer seines Jeeps saß, wartete sie bereits am Ende der Straße, um nach links auf die Fifth Avenue zu biegen, die sie direkt zur Interstate bringen würde. Die Lücke im Verkehr war groß genug, dass er direkt hinter ihr einschwenken konnte. Zwei Blocks fuhren sie hintereinander her, dann fädelten sie sich auf die I-275 ein. Die Höhe des Jeeps erlaubte es ihm, in ihren kleineren Wagen hineinzuschauen und einen kurzen Blick auf die gebräunte Haut und das blonde Haar zu werfen. Sie sah aus wie jemand, der an den Strand gehörte. Was auch passte, denn sie war dort aufgewachsen. Ihre Augen waren hinter der Sonnenbrille verborgen, sodass er nicht wusste, ob sie seine Blicke im Rückspiegel erwiderte. Er möchte glauben, dass sie es tat. Und dass sein Gesichtsausdruck in diesem Moment freundlich war.

Er hielt sich noch einige hundert Meter unmittelbar hinter ihr, bis die Interstate sich teilte. Eine Fahrbahn schwenkte in einer Rechtskurve nach Norden Richtung Tampa, die andere links nach Sarasota im Süden. Der Infiniti fuhr nordwärts. Mark bog nach Süden ab.

Er war nicht wütend. Er war genervt. Als sie sich dafür entschieden hatten, zusammenzuarbeiten, war ihnen klar gewesen, dass es zu Konflikten kommen würde, doch bisher waren diese unbedeutend gewesen. Beide hatten sich gefreut, zum Dreamteam zu gehören - Innocence Incorporated bot die beste kostenlose Rechtsvertretung im ganzen Land. Si

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