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Die Gier war größer als die Ehre von Lys, Lynda (eBook)

  • Verlag: Uksak E-Books
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Die Gier war größer als die Ehre

Als Evalinde Talbach starb, stand sie in der Blüte ihres Lebens. Jung, hübsch und lebensfroh. Aber sie starb keines natürlichen Todes. Sie erlitt auch keinen Unfall. Sie wurde ermordet. Mein Name ist Janik Cramer und ich bin seit zwei Jahren Ermittler beim LKA in Hamburg. Ich habe mich von der Spree an die Elbe versetzen lassen - denn gemordet wird überall.

Produktinformationen

    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 134
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738944525
    Verlag: Uksak E-Books
    Größe: 426 kBytes
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Die Gier war größer als die Ehre

2

Irgendjemand hatte offenbar meinen Kopf leergepumpt und eine Bleikugel hineingeworfen. Sobald ich mich bewegte, begann sie darin herumzurollen. Es schmerzte, wenn sie gegen meine Stirn oder gegen die Schläfe bumste. Mein Mund und meine Kehle fühlten sich an, als seien sie mit trockenem Filz ausgefüttert.

Das Telefon klingelte. Ich verkniff die Augen. Nein, bloß das nicht! Keinen Anruf, bitte. Nicht jetzt! Alles, was ich brauchte, waren Ruhe und ein weiteres Glas Alka Seltzer, um meinen Kater zu vernichten.

Das Klingeln meines Handys gab der Bleikugel neuen Auftrieb. Es scheuchte sie in alle Ecken meines Schädels. Ich griff nach meinem Telefon, um die Qual zu beenden.

"Cramer", krächzte ich.

"Dorn", meldete sich eine klare, männliche Stimme am anderen Leitungsende.

"Ah, Oberkommissar Dorn von der Mordkommission", schabte ich in die Sprechmuschel. "Sie haben sich eindeutig verwählt. Ich bin zu Hause und habe meinen freien Tag. Der Kalender befindet sich in meinem Blickfeld. Es ist Sonnabend!"

Zu viele Worte! Sie machten die Bleikugel ganz verrückt. Erschöpft hielt ich den Mund.

"Ich bezweifle, dass Ihnen dieses Wochenende viel Freude bringen wird", sagte der Oberkommissar.

"Machen Sie's nicht so spannend, Dorn", sagte ich. "Was ist geschehen?"

"Ihre Puppe ist tot, Janik", erwiderte er.

Ich griff nach dem Glas mit dem milchig weißen Alka Seltzer. Ich trank daraus einen Schluck und schüttelte mich.

"Schön langsam, Dorn", sagte ich. "Noch einmal von vorn, bitte."

"Was ist los mit Ihnen, Janik? Ihre Stimme hört sich an, als hätten Sie Glasscherben gefrühstückt."

"Es muss feuchter Sand gewesen sein", korrigierte ich ihn. "Von welcher Puppe sprechen Sie?"

"Von Evalinde Talbach."

"Nie gehört."

Er machte eine kurze Pause. "Sie haben Sie gestern nach Hause gebracht", erklärte er dann. "Dafür gibt es Zeugen."

Ich strich mir mit der Hand über die Stirn. "Ach so", sagte ich. "Sie meinen, die Blonde mit der aufregenden Fassade? Sie nannte sich nur Eva ..."

Mein Herz machte einen jähen Sprung. Die Bleikugel stand auf einmal still, aber mir war es zumute, als müsste ich im nächsten Augenblick explodieren.

"Eva ist tot?", stieß ich hervor.

"Ja, tot", bestätigte Dorn.

Ich schluckte. Der gestrige Abend drängte sich in meine Erinnerung. Das Gläserklirren, die Fröhlichkeit, die Musik und das Tanzen. Vor allem das Tanzen!

Eva hatte eine ziemlich anschmiegsame herausfordernde Art gehabt, sich dabei zu bewegen. Sie hatte an diesem Abend nicht nur meine Nähe gesucht. Ich hatte nichts dagegen gehabt. Seit der Trennung von Beatrice hatte ich, bis auf ein paar One-Night-Stands, nichts mit Frauen am Hut gehabt. Eva war die Schönste auf der Feier gewesen, die absolute Krönung.

Dabei war es nicht einmal um sie gegangen, sondern um einen Kollegen, der sich verlobt hatte. Hoch die Tassen! Pascal und ich hatten eine Menge getrunken. Zum Kuckuck, warum auch nicht? Wir hatten die letzten Wochen verdammt hart gearbeitet. Vor dem freien Wochenende hatten wir es uns leisten können, einmal richtig zu feiern. Zugegeben, wir hatten dabei einen über den Durst getrunken, aber wir wären Spielverderber gewesen, wenn wir uns auf der Verlobungsparty wie Abstinenzler benommen hätten.

"He, sind Sie noch dran?", fragte Dorn.

"Ich habe einen dicken fetten Kater, verstehen Sie? Den schlimmsten, den man sich in dieser Stadt vorstellen kann. Meine Erinnerung hat Lücken. Ich verstehe nur, dass Eva tot sein soll. Wissen Sie schon, wer es getan hat?"

"Das wollte ich von Ihnen hören, Janik."

"Von mir? Sie gehen ganz schön ran. Ja, ich war mit der Kleinen zusammen. Wir haben zusammen getanzt und gelacht. Dann habe ich sie in ein Taxi geladen, und ich brachte sie nach Hause. Wirklich, so war es."

"Moment", unterbrach mich der Oberkommissar. "Wann war das?"

"So gege

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